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Wetterkapriolen: Gigantischer Algenteppich bedeckt große Teile der Ostsee

Warmes Wasser, wenig Wind, zu viele Nährstoffe: In der Ostsee hat sich ein Algenfilm von der Größe der Bundesrepublik gebildet. Er bedroht viele Meeresorganismen, warnt der WWF - und auch für Menschen ist die Plage gefährlich.

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werner.harke 21.07.2010, 17:38
1. Nichts Neues in der Ostsee

Algen sind in der Ostsee in jedem warmen Sommer anzutreffen und behindern immer wieder den Tourismus.

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semper fi 21.07.2010, 17:46
2. -

Zitat von sysop
Warmes Wasser, wenig Wind, zu viele Nährstoffe: In der Ostsee hat sich ein Algenfilm von der Größe der Bundesrepublik gebildet. Er bedroht viele Meeresorganismen, warnt der WWF - und auch für Menschen ist die Plage gefährlich.
Es ist Sommer. Und das Sommerloch ist da. Und jetzt bemühen sich alle NPO dieses Sommerloch mit Weltuntergangswarnungen (und entsprechenden Gegenforderungen) zu füllen.

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tommm 21.07.2010, 18:09
3. ...

Zitat von semper fi
Es ist Sommer. Und das Sommerloch ist da. Und jetzt bemühen sich alle NPO dieses Sommerloch mit Weltuntergangswarnungen (und entsprechenden Gegenforderungen) zu füllen.
Meine Güte, wer spricht denn von Weltuntergang? Der Artikel ist doch sachlich und faktisch völlig in Ordnung. Warum sollte man nicht vor den Auswirkungen massiver Cyanobakterienentwicklungen warnen und die ökologischen Folgen näher beleuchten?
Dank Abwasserreinigung und Gewässersanierung kommen Massenentwicklungen dieser Bakterien (Blaualgen ist ein fehlerhafter Begriff, ähnlich wie der "Walfisch")
in Binnengewässern Deutschlands inzwischen nur noch relativ selten vor. Da ist es doch ein erstrebenswertes Ziel, das gleiche auch mit der Ostsee zu versuchen.

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avollmer 21.07.2010, 18:30
4. Der Angriff der Killeralgen

"Hitziges Wasser, der Wind ist tot und gewissenlose Küstenbewohner nähren den Killer: In der Ostsee hat sich ein Killeralgenfilm von gigantischem Ausmaß gebildet. Er bedroht das ganze Leben im Meer und auch die Menschen in seiner Reichweite.

Seine riesigen Dimensionen sind aus sagr aus dem All zu erkennen: In der Ostsee hat sich die größte Schicht aus Killeralgen seit Jahren gebildet. Die Blaualgen, gefährliche Angehörige der Cyanobakterien, bedecken eine Wasseroberfläche von vielen hundertausend Quadratkilometern, vergleichbar nur der Landfläche ganz Deutschlands."

So hätte es auch in dem Artikel losgehen können, seien wir über die distanzierte Schilderung froh. Aber dann kommt es:

"Todeszonen am Meeresgrund".

Und man sieht sie vor sich, düstere Tiefen voller Fischzombies und einem gigantischen Glibbermonster aus Blaualgen. Huch, da gruselt uns an einem heißen Tag und der kalte Schauer erfrischt uns.

Jetzt bin ich gespannt auf Morgen. Was kommt da? Der Hitzetod im dunklen Grund, das Maulwurfsterben in der Lüneburger Heide? Vom heranrasenden Zug erschlagen, das Schicksal von Mücken auf der ICE-Trasse?

Oder noch ein Wetterkapriolen-Beitrag? Dauerfeuchte durch Schweiß zerstört Unterwäsche aus fernöstlicher Produktion, Hersteller gibt zu, Faser nur bis 32 Grad geeignet. Verspricht zukünftig die Klimaänderung zu berücksichtigen und beständigere Fasern bis 45 Grad einzusetzen, lehnt aber Slipaustausch ab, denn das eingenähte Etikett garantiere Beständigkeit nur bis 30 Grad.

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Oberleerer 21.07.2010, 18:30
5. Goldgrube

Ist das nicht eine super Gelegenheit Kohle zu machen? Da zahlen andere den teuren Dünger und man brauch die Biomasse nur abzuschöpfen. Das muß doch mit einer Art Ölbarriere möglich sein, den Algenteppich abzuschöpfen.
Am Ostseestrand habe ich mich im Urlaub auch immer geärgert, daß die klammen Gemeinden nicht mal für ein paar Euro von der Kurtaxe eine handvoll Arbeitslose beschäftigen um die stinkenden Algenablagerungen vom Strand zu rechen. Das sollte doch jedem nutzen? Auch Cyanoalgen müssen sich doch verwenden lassen und sei es gepreßt zu Briketts.

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tommm 21.07.2010, 18:50
6. ...

Zitat von avollmer
"Todeszonen am Meeresgrund". Und man sieht sie vor sich, düstere Tiefen voller Fischzombies und einem gigantischen Glibbermonster aus Blaualgen. Huch, da gruselt uns an einem heißen Tag und der kalte Schauer erfrischt uns.
Mein Vorschlag an Sie: leihen Sie sich eine Taucherausrüstung und machen Sie unterhalb der Sprungschicht eines beliebigen nährstoffreichen Sees bzw. Ostsee einen Ausflug.
Sie werden sehen dass der Begriff "Todeszone" gar nicht so weit hergeholt ist, etwas reißerisch vielleicht aber ansonsten gar nicht soo falsch.
Höheres Leben ist nun einmal auf das Vorkommen von Sauerstoff angewiesen ist und kann also in diesen Zonen nicht bestehen.
Der noch weitaus bedeutendere Aspekt eines sauerstofffreien Tiefenwassers ist die Rücklösung von Nährstoffen aus dem Sediment, so dass das Gewässer beginnt, sich quasi "selbst zu düngen". Diese Rückkopplung erschwert auch bei zurückgehender Nährstofffracht aus den Zuleitern eine Rückkehr zum "saubereren" Niveau.

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Akuram 21.07.2010, 18:56
7. Maßlose Übertreibung.

"... In der Ostsee hat sich ein Algenfilm von der Größe der Bundesrepublik gebildet. ..."

"... [Die Algen] bedecken inzwischen eine Wasseroberfläche von rund 377.000 Quadratkilometern. ..."

Das ist ja wohl mal eine maßlose Übertreibung!

Bundesrepublik: 357.112 km²
Ostsee: 390.000 km² ohne Kattegat, 412.560 km² mit Kattegat

Da der Algenteppich (noch) nicht im Kattegat ist, sondern nur in der "tatsächlichen" Ostsee, und dort auch nicht überall, kann dieser nicht mal annähernd so groß sein wie die Bundesrepublik, auch wenn er zugegebenermaßen riesig ist.
Allein auf dem Satelittenbild ist deutlich zu erkennen, dass der Rigaische Meerbusen (16.300 km²) völlig von der Algenplage verschont ist.
Der Finnische (30,000 km²) und der Bottnische Meerbusen, der kanpp ein Drittel der Fläsche der Ostsee bildet (117.000 km²), ist gar nicht abgebildet, genauso wenig wie der westliche Teil der Ostsee.
(Meines Kenntnisstands sind diese beiden Meerbusen algenfrei.)

Warum müssen solche Artikel und Aussagen von NGO immer gleich ins Reisserische verfallen? Das nimmt dem ganzen Anliegen jedes Mal die Autorität.

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Sapientia 21.07.2010, 20:00
8. Particularly Sensitive Sea Area (PSSA)

Zitat von sysop
Warmes Wasser, wenig Wind, zu viele Nährstoffe: In der Ostsee hat sich ein Algenfilm von der Größe der Bundesrepublik gebildet. Er bedroht viele Meeresorganismen, warnt der WWF - und auch für Menschen ist die Plage gefährlich.
oder Helsinki-Konferenz, alles kompletter Blödsinn, saubere Ostsee auf dem Papier.

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kluesio 21.07.2010, 20:02
9.

Zitat von semper fi
Es ist Sommer. Und das Sommerloch ist da. Und jetzt bemühen sich alle NPO dieses Sommerloch mit Weltuntergangswarnungen (und entsprechenden Gegenforderungen) zu füllen.
Das mit dem Sommerloch haben sie ja jetzt schon in genügend Beiträgen kundgetan. Es zwingt sie ja niemand das zu lesen.
Bei mehr als 5500 Beiträgen scheinen Sie aber kaum anderes zu tun zu haben als überall Ihren immer gleichen Senf dazu zu geben.
Mein Tipp: Einfach mal ein Hobby suchen.

MfG

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