Forum: Wissenschaft
Wissensexplosion: Keine Ahnung? Ist doch keine Schande!
DPA

Haben Sie manchmal das Gefühl, dass es einfach mehr zu wissen gibt, als Sie persönlich verdauen können? Das stimmt, aber Sie sind nicht allein.

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lathea 26.11.2017, 15:01
1. Es gibt heute zum Glück....

.... auch die Wikipedia und zur Not noch Siri, Alexa & Co. Es war ausserdem schon immer wichtiger, zu wissen, in welchem Buch man kurz nachschlagen kann. ;-)

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bapon1 26.11.2017, 15:30
2. Es ist nicht das Gleiche

Um von Nachrichten auf komplexere Erkenntnisse, z. B. in Politik oder Geschichte zu kommen, muss man in der Lage sein, die Nachrichten sinnvoll mit vorhandenem Wissen zu verknüpfen. Soweit Einigkeit. Dies geht einem aber leichter und daher auch öfter von der Hand, wenn nicht jegliches potentiell relevantes Wissen zur Nachricht erst noch zusammengeklickt werden muss.
So sehe ich aber die Tendenz.

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WurstInspektor 26.11.2017, 15:33
3. Von was haben wir schon Ahnung?

...geschweige denn Wissen?

Weiss wirklich im Alltag jeder wie Elektrizität wirklich funktioniert? Ich meine das physikalische Basiswissen?

Wess wirklich jeder im Alltag wie Computer wirklich funktionieren? Selbst "Experten" betrachten nur Teilausschnitte und sind sofort überfordert wenn Probleme auf einer tieferen Ebenen (Prozessorarchitektur, Compilerkonfiguration etc.) auftauchen.

Weiss wirklich jeder im Alltag wie unsere Gesellschaft funktioniert in allen Details und in allen möglichen Konstellationen?

Wer weiss schon genau wie Wirtschaft funktioniert. Niemand. Deshalb werden wir alle paar Jahre von Krisen "überrascht"

Verwechseln wir nicht ständig Modell und Realität weil wir das Modell für die Realität halten und unsere diffuse Vorstellung davon bis aufs Blut verteidigen?

Je älter ich werde und je mehr ich weiss ist mir eins klar geworden. Mein stärkstes Argument und meine grösste Gewissheit ist die, dass ich fast gar nichts weiss.

Und das ist wirklich keine Schande sondern die absolute Normalität.

VG

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chefkommentator 26.11.2017, 15:38
4. Allgemeinbildung vs. Fakten

Es gibt nicht nur Fakten, deren Umfang ständig steigt.
Es gibt auch Gesetze, Regeln, Formeln, Tabellen, abgeleitete Trends usw.,
die einen Faktenwust verständlich und überschaubar machen.
Z.B. muss man in der Geschichte nicht alle Fakten kennen, wohl aber sollte man die Abfolge von Epochen, die geographische Lokalisation von Kulturen und deren herausragende Vertreter kennen.
In der Physik ist es nicht wichtig, die Heisenbergsche Unschärferelation zu kennen, wohl aber, dass es in der Welt der kleinsten Teilchen nur eine eingeschränkte Kausalität gibt.
usw.
Im Bildungskanon einer Gesellschaft wird das "für Alle" wichtige Wissen zusammengefasst, zumindest sollte es so sein.

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herr_soundso 26.11.2017, 16:26
5. - verfügbares Wissen versus aktuell von Menschen Gewusstes -

Das Wissen das alle derzeit lebenden Menschen haben ist deutlich größer als alles niedergeschriebene und sowohl analog wie auch digital gespeicherte Wissen weltweit.
Dieser Sachverhalt ist so offensichtlich, die Frage nichtsdestotrotz wichtig, denn interessant ist eigentlich, wie so eine Verhältniszahl eigentlich zu interpretieren ist.
Danke für den Kommentar, die Beobachtungen können treffender kaum sein.

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ChristianHofmann 26.11.2017, 16:57
6. Man meint viel zu wissen...

Die Menschen wollen so vieles Wissen und denken er wäre auch noch wichtig. Die Leute wissen heute vieles über Technik, Smartphones, viele Sprachen wollen sie sprechen und nebenbei noch die Realität neu erklären. Stehen sie dann aber im Wald vor einem Pilz wissen sie nicht ob sie ihn essen können oder nicht ;)

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Isegrim1949 26.11.2017, 16:59
7. Ich weiss, dass ich nichts weiss

Zitat von WurstInspektor
...... Weiss wirklich im Alltag jeder wie Elektrizität wirklich funktioniert? Ich meine das physikalische Basiswissen?...... Wer weiss schon genau wie Wirtschaft funktioniert. Niemand. Deshalb werden wir alle paar Jahre von Krisen "überrascht"....... Je älter ich werde und je mehr ich weiss ist mir eins klar geworden. Mein stärkstes Argument und meine grösste Gewissheit ist die, dass ich fast gar nichts weiss. Und das ist wirklich keine Schande sondern die absolute Normalität.
...sprach schon ener der Wissenschaftler im historischen Griechenland. (wollte nicht googeln) Besser passt eventuell : " Die Menge macht das Gift"

Um im Beruf zu bestehen oder erfogreich wissenschaftlich arbeiten zu können benötigt man eben ein solides Basiswissen. Sll in Jhrem Fall heißen dass Elektronen, Aufbau der Atome (bis zum wellenmechanischen Modell ? oder reicht schon das Borsche ? ) bekannt sein sollte bevor ein Schülrer zum Lehrling wird. Ebenso ein Mindestmaß an Kenntnissen der Physik oder der menschlichen Anatomie.
Ebesnso sollte Grundwissen über die Funktion einer Gesellschaft , der Geschichte und Kunst und der Wirtschaft vorhanden sein. Hier muss aber gelten : Zu viel oder zu wenig ist gleichermaßen schädlich. Man sollte wissen wer Goethe , Heine oder Marx waren, aber man muss doch nicht den Lebenslauf herunterleiern können. Aber ein paar Seiten Goethe, Schiller oder Shakespeare erweitern eben den Horizont.
Keinesfalls sollte man zulassen, dass unsere Kinder zu einer Generation von denkfaulen Tastenklopfern werden denen jedes sofort abrufbare Grundwissen fehlt.

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brucewillisdoesit 26.11.2017, 17:20
8. Klares nein

Zitat von WurstInspektor
Verwechseln wir nicht ständig Modell und Realität weil wir das Modell für die Realität halten und unsere diffuse Vorstellung davon bis aufs Blut verteidigen?
Kein echter Wissenschaftler mit etwas Erfahrung verwechselt sein Modell mit der Realität. Und das verteidigen persönlicher Vorstellungen und Überzeugungen ist es, was den rigor der scientific method ausmacht und dazu führt, daß diese in Form der Naturwissenschaften so erfolgreich ist.

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snoook 26.11.2017, 17:46
9. Was hilft die beste Allgemeinbildung...

... wenn man nicht mehr nachdenkt? Wie oft sieht man Leute, die einfach nur nachplappern, was andere erzählt haben? Z.B. bei allgemeinen politischen Diskussionen. Aber auch sonst: Einfach mal nachdenken, was der Sinn von Geschäftsmodell XY ist und sich überlegen, ob man ein Kunde dieses Systems sein will.
Oder hat jemand von Euch schon mal den Ausspruch: "Alles Gut!" in Frage gestellt???
Es ist mir auch nicht peinlich zuzugeben, dass ich den Z aus "Game of Thrones" nicht kenne, weil ich diese Serie nicht sehe. Was mir aber viel mehr sorgen macht, sind z.B. die vielen Berufe, die aussterben und das "Wissen" (eigentlich Handwerkskunst), die damit verloren geht - zu bewundern in: "Der Letzte seines Standes" auf Youtube...

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