Forum: Wissenschaft
Zuckerberg vs. Musk: Wir sind zu dumm für künstliche Intelligenz
DPA

Zwei Milliardäre werden giftig: Es geht um die Frage, ob künstliche Intelligenz die Menschheit bedroht. Der Streit zwischen Mark Zuckerberg und Elon Musk ist sehr unterhaltsam - geht aber am Thema vorbei.

Seite 2 von 16
bart80 30.07.2017, 17:59
10. Es gibt keine künstliche Intelligenz und es gibt auch nichts Neues

Es ist erschreckend, mit wie wenig Wissen derart viel Unfug verbreitet wird.
Es gibt keine Künstliche Intelligenz, sondern beispielsweise:
1) Algorithmen zur Verarbeitung natürlicher Sprachen zzgl. statistischer Verfahren (Google Suche)
2) Neuronale Netzwerk Perceptrons und Lernalgorithmen, im wesentlichen können auch diese als statistisches Verfahren eingeordnet werden (Prognose-Verfahren für High-Frequency-Trading oder Prognose der Milankovich-Zyklen)

Was also hat es mit dem Hype und dem Geblubber um künstliche Intelligenz auf sich?
Richtig, es ist ein Ablenkunsgmanöver, denn die wirklichen Probleme im Zusammenhang mit der Nutzung von Technologie, möglicherweise auch neue Anwendungsfälle, alle diese Probleme gibt es bereits:
Social Bots, "Schwarm-Intelligenz" der Facebook-Nutzer, Data-Hoarder und Data Mining, usw. usf.

Die größte Gefahr, und das wird wieder einmal an geführter Diskussion deutlich, ist der Mensch und dessen Hybris, nicht etwa metaphyischer Firlefanz names künstlicher Intelligenz.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
permissiveactionlink 30.07.2017, 18:09
11. Beim Metzger

So eine KI muss gar nicht bösartig, unempatisch oder aggressiv sein. Es reicht aus, dass wir ihr völlig schnurzpiepegal sind, da intellektuell marginal, rudimentär, nicht erwähnenswert. Entbehrlich sozusagen. Vor dem Hintergrund alles andere als weiser, moralischer und ethischer Handlungsweisen des Homo sapiens ("Der weise Mensch !"), mit seinen Massentiermästungs- und Tötungsfabriken, bis zum Horizont reichenden vergifteten Monokulturen, seinen Designergartenmöbeln aus uralten Tropenbäumen, Vernichtung ganzer höchst artenreicher Biotope aus Gier nach Kokosöl oder proteinreichem Futter zur "Kalorienveredelung und Vergeudung" (s.o.), seinem rücksichtslosen Umgang mit Trinkwasser, Ackerland und allen denkbaren Resourcen, wäre es vielleicht heilend und lehrreich für uns und besonders für unseren Planeten, wenn uns eine höhere Intelligenz irgendwann einmal zeigt wer oder was wir wirklich sind : Unbedeutende, entbehrliche, mehr oder weniger attraktive, gesunde, intelligente, langlebige, trinkfeste, humorvolle, gutgenährte Container von DNA mehr oder weniger zweifelhafter Qualität. Wir sollten uns nicht so wichtig nehmen. Die Menschheit ist evolutiv gesehen ohnehin einfach fällig, denn eines sind wir garantiert nicht : weise und harmlos !

Beitrag melden Antworten / Zitieren
volker.raabe 30.07.2017, 18:21
12. Alles heisst nicht alles

Ich kann nicht für Gott sprechen, nur wie ich mir ihn erhoffe.

Wenn er alles kann, dann hoffe ich, dass er nicht alles tut und sich beschränkt.

Dies hoffe ich auch bei Menschen, die sie doch ehrlicherweise gar nicht sind.
Menschlich sein oder handeln kenne ich von Euch nicht wirklich.

Was genau der Grund dafür ist, kann ich nicht ganz genau wissen.
Deshalb stellt sich auch nicht die Schuldfrage, oder die Frage nach Strafen,
sondern nur nach der Lösung, der Erlösung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Echt jetzt 30.07.2017, 18:23
13. Der Autor geht am Thema vorbei

Zitat von
Algorithmische Systeme zur Entscheidung über Bewährungsauflagen diskriminieren Schwarze, Facebooks Sortiersystem begünstigt die Verbreitung von Hass, Wut und Lügen, Google bietet versehentlich Leuten, die auf der Suche nach Argumenten für Holocaustleugnung sind, Hilfestellung, automatische Handelssysteme verursachen Börsen-Crashes und so weiter.
Das sind zwar mitunter durchaus ernste Probleme, allerdings keine menschheitsbedrohenden.
Ich sehe mich zwar auch eher im Lager der Optimisten und glaube, dass eine KI zum Wohle aller viele Dinge besser machen könnte, als Vertreter der menschlichen Spezies es könnten (bis hin zum Regieren) dennoch kann man die damit verbundenen Gefahren gar nicht hoch genug einschätzen. Wenn nämlich eine sog. starke KI erst einmal in freier Wildbahn existiert, werden wir nicht mehr entscheiden können, was wir ihr zu tun gestatten, dann wird eher andersherum ein Schuh draus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
beob_achter 30.07.2017, 18:36
14. Dann definieren Sie erst einmal den Begriff

Zitat von iggyp.
... künstliche Intelligenzen nicht klüger machen als wir sind. Wie soll das gehen? Das Einzige was wir ihnen diesbezüglich mitgeben können sind grobschlächtige Verfahren zur Selbstoptimierung. Den Rest machen die dann schon alleine. Wirklich bedenklich ist, dass sich die Ziele der künstlichen Intelligenzen von denen der Menschen unterscheiden werden. Da sind Konflikte vor-"programmiert".
"klug"!

Ja, Klugheit ist sehr individuell zu beurteilen. Ist es bereits "klug", wenn ein programmiertes KI-System Fehler macht, das erkennt und sich dahingehend selber so umprogrammiert, daß es diesen Fehler nicht mehr begehen wird?
Kann die SW eines selbstfahrenden Autos "Reue" empfinden, wenn es einen Radfahrer umgenietet hat?
Menschen sind Helfershelfer der zukünftigen KIs, die recht bald vom Homunkulus zum erwachsenen KI mutieren und dann das Ruder übernehmen werden.
Daran führt kein Weg mehr vorbei! Der Grund: Menschen sind zu neugierig geworden und haben Geister gerufen, die sie nicht mehr loswerden können. Herr Musk liegt also richtig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gelegentlicher_spon_leser 30.07.2017, 18:44
15.

DIe Behauptung, aktuell sei die größte Gefahr die programmierte Dummheit des Menschen, halte ich für falsch. Die genannten Beispiele sind entweder nicht AI, sondern konventionell entwickelte Algorithmen oder nicht so dramatisch (Blitzcrash). Musk hat recht: man muss jetzt - vor allem politisch - was tun, um eine für die Menschheit positive Lösung zu finden. Die Gefahren sind größer als die des Klimawandels.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
freier_europäer 30.07.2017, 18:47
16. Ich finde die Diskussion sehr interessant

aber nicht wegen der AI. Über die mache ich mir weniger Sorgen, da wir weit entfernt sind 'echte' Intelligenz erschaffen zu können, da wahrhafte Intelligenz nicht nur aus Entscheidungsprozessen besteht. Vielmehr stehen Zuckerberg und Musk examplarisch für zwei Geisteshaltungen im Silicon Valley: Zuckerberg, die Datenkrake, die das Medium Internet und Technik für seine eigenen Zwecke missbraucht unter dem Deckmantel die Welt besser machen zu wollen. Musk dagegen versucht unsere reale Welt besser und sauberer zu machen per technischen Fortschritt: Elektroautos, Solarplatten als Dachziegel (genial), Space X. Dafür buttert er auch sein eigenes Vermögen in seine Firmen. Diese Art von unternehmerischen Geist ist mir wesentlich sympathischer als Zuckerbergs Vision.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hansgustor 30.07.2017, 19:09
17. Stimmt

Zitat von laxness
....basieren auf selbst modifizierenden Code
Ein paar Viren nutzen das (nicht die meisten). Das ist ein Beispiel für einen trivialen Fall von selbstmodifizierendem Code. Der Virus ändert nicht sein Ziel oder wenigstens seine Funktionsweise, sondern nur seine Signatur um nicht erkannt zu werden.
Von der allgemeinen künstlichen Intelligenz ist die Informatik, aber so weit weg wie die Physik von der Weltformel. Diese Einsicht braucht aber noch eine Weile in der erfolgsverwöhnten Branche.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kunstgriffe 30.07.2017, 19:16
18. Algorithmische Systeme

Schöner Artikel. Kleiner Hinweis: "Algorithmische Systeme" haben hier nichts zu suchen, das ist die konventionelle Technik.

Ein Algorithmus ist per se so definiert, das ein Mensch die Lösung vorgibt. Bei NN ist das nicht der Fall. Es gibt hier keine Algorithmen - das ist ja gerade die neue Qualität.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ronvalentini 30.07.2017, 19:25
19.

Zitat von laxness
kam die "Fuzzy-Logik" auf, sich selbst optimierende Systeme. Leider wurde das nicht konsequent weiterverfolgt (möglicherweise weil die Idee aus Japan und nicht USA kam?)
Recherchieren Sie besser, bevor Sie solche Behauptungen in die Welt setzen. Der Begruender der Fuzzy Logik heisst Loff A Zadeh und unterrichtete an der Unive3rsity of Berkeley. Auch kamen die ersten Ideen fuer eine Anwendung im Bereich der Regelungstechnik von dort.

Bestenfalls koennten Sie unterstellen, die Idee kam aus dem Iran...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 16