Wannsee-Konferenz: Die kalten Bürokraten des Genozids 19.01.2012
 Dr. Josef Bühler: Der Bäckersohn hatte 1932 in Rechtswissenschaften promoviert...

Dr. Josef Bühler: Der Bäckersohn hatte 1932 in Rechtswissenschaften promoviert und war gleich 1933 in die NSDAP eingetreten. Es folgte eine steile Karriere im NS-Staat. Bereits 1935 stieg er zum Oberstaatsanwalt in München auf. Seit Juni 1941 war er ständiger Stellvertreter des Generalgouverneurs Hans Frank auf dem Gebiet des besetzten Polens.

Bühler war daher auch mitverantwortlich für die Verbrechen an der polnischen Bevölkerung und insbesondere an der Verschleppung und Ermordung der polnischen Juden.

Wie aus dem Protokoll der Wannsee-Konferenz hervorgeht, forderte Bühler Reinhard Heydrich auf, mit der "Endlösung" im Generalgouvernement zu beginnen, da es hier keine "Transportprobleme" gebe. Zudem drängte er darauf, die "Judenfrage in diesem Gebiet so schnell wie möglich zu lösen".

Bühler wurde im Mai 1945 verhaftet und im April 1946 als Zeuge in Nürnberg vernommen. Anschließend wurde er an Polen ausgeliefert, wo er im Juli 1948 zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde.