Kandidatinnen: Diese Frauen wollen Astronautin werden 24.10.2016
    Britta Janina Wagner, 34, Assistenzärztin der Chirurgie     "Ich war im...
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Britta Janina Wagner, 34, Assistenzärztin der Chirurgie

"Ich war im Auto unterwegs zum Nachtdienst, stand im Stau und da kam auf einmal im Radio: Wir suchen Deutschlands erste Astronautin! Am Ende der Nacht hatte ich mein Motivationsschreiben fertig. In jeder freien Minute habe ich daran geschrieben.

Schon in meinem Freundebuch aus der Grundschule steht als Berufswunsch Astronautin. Dieses Entdecker-Gen habe ich einfach in mir. Ich will da hoch!

Ich bin Chirurgin mit Herz und Seele, aber ich glaube, ich wäre auch mit Luft- und Raumfahrttechnik sehr glücklich geworden. Als ich vor der Studienwahl stand, hat mir jemand gefehlt, der sagt: Ja, mach das doch einfach. Auch deshalb finde ich es wichtig, dass Deutschland eine Astronautin bekommt. Aber ich bereue meine Studienwahl nicht und halte generell nichts von 'Was wäre, wenn'-Spielen. Als junge Frau in Deutschland hat man alle Möglichkeiten, man muss nur zugreifen und die Chancen wahrnehmen.

Was genau auf uns zukommt, weiß wohl keine der Kandidatinnen. Wir haben uns in Berlin kennengelernt: Alles gestandene, faszinierende Frauen, die mitten im Berufsleben stehen. Wer auch immer am Ende den Zuschlag kriegt, wird die Richtige sein. Ich hoffe natürlich, dass ich es bin und werde mein Bestes geben. Deshalb büffele ich jetzt auch Physik.

Man weiß so wenig über den menschlichen Körper im All. Als Astronautin ist man auch selbst Versuchsperson, aber genau das finde ich spannend. Der Mensch ist nicht dafür gemacht, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen.

Vor meiner Facharztausbildung habe ich zwei Jahre in der Grundlagenforschung gearbeitet. Und nach der Schule war ich sechs Monate bei der Marine, als Sanitätsoffizierin. Auf der Gorch Fock habe ich gelernt, dass es in gefährlichen Situationen nur zwei Möglichkeiten gibt: Man funktioniert. Oder man lässt sich von seiner Angst lähmen. Und das kommt für mich nicht infrage. Dafür bin ich viel zu neugierig."