Integration: Fünf Beispiele, wie es laufen kann

26.01.2009

Der Schulabbrecher  Atilla Korkmaz,  22, Berlin-Moabit, über den fünften...
Metin Yilmaz

Der Schulabbrecher Atilla Korkmaz, 22, Berlin-Moabit, über den fünften Versuch, seinen Abschluss zu schaffen:

Ich wünschte, ich hätte in meinem Leben jemanden gehabt, der mir früh genug auf die Schnauze gehauen und gesagt hätte: "Ey, du verbaust dir gerade voll dein Leben. Du trittst voll in die Scheiße." Dann müsste ich jetzt nicht meinen Abschluss nachholen, während alle anderen Geld verdienen. Viermal habe ich die Schule abgebrochen. Zweimal normale Hauptschule, dann zwei spezielle Maßnahmen vom Arbeitsamt für Schulabbrecher. Ich bin einfach nie hingegangen. Bin morgens nicht aufgestanden, habe mit Freunden Konsole gespielt. Meine Mutter und mein Onkel haben zwar versucht, mir gut zuzureden, aber das hat nichts gebracht. Meine Mutter habe ich da sowieso nie ernst genommen. Ich hatte immer das Gefühl, ich muss eher auf sie aufpassen als sie auf mich. Die hatte es echt schwer im Leben und spricht auch nur ein paar Zacken Deutsch. Mein Vater hat uns verlassen, als ich fünf war. Meine Mutter hat in einer Wäscherei gearbeitet, später war sie arbeitslos. Dieses Mal will ich den Abschluss unbedingt schaffen. Ich habe jetzt eine Freundin. Wegen ihr habe ich angefangen, über Zukunft nachzudenken. Und mir fiel auf: Scheiße, was, wenn wir mal Kinder wollen, und ich habe keinen Job? Urlaub und so, was alle anderen machen, das geht dann nicht.




TOP