Der Fußballspieler Nuri Şahin, 20, Borussia Dortmund, über seine Entscheidung, lieber Tore für die türkische Nationalmannschaft zu schießen:
Bei meinem ersten Länderspiel für die türkische Nationalmannschaft habe ich direkt ein Tor geschossen. Gegen Deutschland! Ich wurde am Ende des Spiels eingewechselt. In der 89. Minute machte ich dann das 2:0. Olli Kahn hatte zuvor einen Schuss von meinem Kollegen Necati Ateş abgewehrt und hatte gegen meinen Nachschuss keine Chance mehr. Damals war ich mit 17 Jahren der jüngste Spieler der Türkei.
Ein komisches Gefühl ist das schon, wenn du gegen deine zweite Heimat gewinnst. Ich habe mich zwar gefreut, aber nie gedacht: Toll, da habe ich euch jetzt einen reingewürgt.
Ich bin stolz darauf, dass ich in Deutschland geboren und aufgewachsen bin. Und ich bin auch sehr dankbar, dass ich hier das Fußballspielen lernen konnte.
Für die türkische Nationalmannschaft habe ich mich entschieden, ganz einfach, weil ich Türke bin. Ich bin traditionell türkisch aufgewachsen. Es war schon als Kind mein Traum, später einmal für mein Land zu spielen. Deshalb besitze ich auch die türkische Staatsbürgerschaft. Man muss sich in Deutschland ja zwischen einem der beiden Länder entscheiden. Ansonsten hätte ich gerne auch den deutschen Pass behalten.
Auch nach meiner Karriere will ich weiterhin mit meiner Frau in Deutschland leben. Ich fühle mich hier zuhause.