Gesundheit: Die Pokerspieler im System

05.02.2010

 Die Pharmaindustrie:    Noch immer ist Deutschland ein Paradies für die...
Getty Images

Die Pharmaindustrie:
Noch immer ist Deutschland ein Paradies für die Arzneimittelindustrie: In keinem anderen europäischen Land kann sie die Preise so frei festsetzen. Denn hierzulande gilt das Prinzip: Jedes zugelassene Medikament müssen die Kassen auch bezahlen. Und in der Regel bestimmt die Industrie, wie viel das ist.

Kein Wunder also, dass sich die Pharmaindustrie mit Händen und Füßen gegen jegliche Beschränkungen und Sparbemühungen wehrt. Welchen Einfluss sie hat, hat sie zuletzt gezeigt, als der Chef des einflussreichen Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Peter Sawicki, seinen Posten räumen musste.

Warum die deutsche Regierung die Pharmaindustrie noch immer so großzügig behandelt, ist unverständlich. Früher, als Deutschland wegen der zahlreichen heimischen Hersteller noch als "Apotheke der Welt" galt, ließ sich das mit der besonderen Bedeutung der Branche für die hiesige Wirtschaft begründen. Inzwischen ist die beachtliche Freiheit in der Preissetzung aber vor allem ein Konjunkturprogramm für ausländische Produzenten.

Besonders problematisch ist die wohlwollende Politik gegenüber den Pharmaproduzenten auch, weil die Ausgaben in diesem Bereich geradezu explodieren. Von 2007 auf 2008 wuchsen sie um mehr als fünf Prozent. Die Kosten für Medikamente sind inzwischen der zweitgrößte Block im Etat der Krankenkassen.




TOP