Geflüchtete auf dem Arbeitsmarkt: "Hier kommt man nur mit Leistung weiter" 01.11.2017
 Wenn Abdul Rahman Alashraf nach seiner Arbeit gefragt wird, dann fallen...
Bartek Langer

Wenn Abdul Rahman Alashraf nach seiner Arbeit gefragt wird, dann fallen Schlagworte wie "Distributed Computing", "Artificial Intelligence" und "Connected Car", die erahnen lassen, dass der Mann an der digitalen Zukunft arbeitet. Der 27- Jährige ist Junior Consultant im Bereich "Software Engineering Automation" bei der Porsche-Tochter MHP und berät Kunden aus der Automotive- und Manufacturing- Branche. "Ich hatte mich damals durch die Empfehlung einer Mitarbeiterin für ein Praktikum beworben", erinnert sich Alashraf. Anschließend studierte er "Software Technology" auf Master an der Hochschule für Technik und blieb bei dem Ludwigsburger Beratungshaus als Werkstudent. "Noch bevor ich das Masterzeugnis in Händen hielt, bekam ich das Angebot, als Consultant anzufangen", erzählt der Mann, der 2014 mit einem Stipendium nach Deutschland gekommen war. Nach dem Studium in Damaskus wollte er ins Ausland, um weiter zu studieren, aber auch weil der Krieg ein normales Leben nicht mehr zuließ. Für seine Landsleute ist er nicht nur wegen seiner beruflichen Karriere ein Vorbild. Nebenher gründete er sein eigenes Start-up "FreeCom", das digitale Kommunikation ohne Internet ermöglicht - dafür bekam er sogar den European Youth Award 2016 in Graz. Die Notwendigkeit für das Kommunikationstool erkannte er durch seine persönliche Lebensgeschichte. "Als die Bomben in Damaskus einschlugen, wurden Telefonleitungen beschädigt, und es war nicht möglich, Hilfe zu holen", erzählt Alashraf, der aber nicht nur in Krisenregionen einen Bedarf sieht. "Auch hierzulande gibt es noch immer Funklöcher", sagt er. In Deutschland fühlt er sich angekommen, wenngleich ihn eine Sache ungemein stört: "Sobald die Leute hören, dass ich aus Syrien komme, sehen sie zuallererst den Flüchtling."