Gender Marketing: Es muss pink sein 03.03.2017
  Zu den Nominierten gehört ein Werbespot der Firma „aptamil“ aus dem...
aptamil

Zu den Nominierten gehört ein Werbespot der Firma „aptamil“ aus dem Jahr 2015. Ungeschickt gleiten zwei speckige Kinderfüße über den weichen Teppich eines pastellfarbenen Kinderzimmers, hinter ihm schwebt eine elegante Ballerina durch den Raum. „Als Mutter wissen Sie, dass Sie vom ersten Tag an die Zukunft Ihres Babys mitgestalten“, säuselt eine Frauenstimme aus dem Off. Ein kleiner Junge schiebt Kugeln an einem Rechenschieber, während ein Mann konzentriert Zahlen und Graphen zeichnet. Vielleicht wird das Mädchen ja mal so hübsch wie die Ballerina und der Junge so klug wie der Mathematiker. „Unfassbar Fünfzigerjahre-mäßig“, kritisiert die Journalistin Ferda Ataman. Der Spot suggeriere, für Jungs bringe das Produkt „körperlichen und beruflichen Erfolg, für Mädchen Schönheit und graziles Ballettanzen.“ Der Hersteller Milupa erklärte auf Anfrage: "Wir können die Kritik nicht nachvollziehen. Apamil steht für ein modernes Rollen- und Familienverständnis." Der Spot solle keine Stereotype verstärken. Im Gegenteil: Ballett zähle zu den körperlich anstrengendsten und komplexesten Leistungen. "Unabhängig davon tut es uns selbstverständlich leid, wenn wir die Gefühle einer Mutter oder eines Vaters verletzt haben sollten."