Gender Marketing: Es muss pink sein 03.03.2017
  Mit seinen „Geschichten zum Lesenlernen“ hat der Verlag Klett...
Klett-Schulbuchverlag

Mit seinen „Geschichten zum Lesenlernen“ hat der Verlag Klett Lerntraining viele Eltern erzürnt. Die blaue Variante des Buchs „Geschichten für Jungs zum Lesenlernen“ handelt von coolen Polizisten, Piraten und Kosmonauten – die pinke Ausgabe für Mädchen hingegen von Prinzessinnen und Pferden. Klett glaubt: „Die Gründung eines unsichtbaren Pony-Clubs, freche Prinzessinnen, die heimlich backen und eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen zwei Tieren - das sind Themen, die Mädchen begeistern und zum Lesen motivieren!“ Die Jury findet: „Bildungsmaterialien sollen einen Unterricht in der Schule befördern, der frei von Diskriminierungen ist“, so Gender-Forscherin Petra Lucht. Auf Nachfrage betont Klett, dass es sich explizit nicht um Schulbücher handle, sondern um Bücher für den Nachmittag. "Weder Diskriminierung noch die Vermittlung stereotyper Lebensweisen spiegelt die Absicht des Verlags wider. Sollten diese beiden Bücher den Anschein erweckt haben, so ist dies überaus bedauerlich." Der Verlag verweist auf andere Titel, in denen die Hauptfiguren geschlechterunspezifisch behandelt werden; zum Beispiel bei den "Mathe-Helden" mit Henri und Hanna.