Holocaust: "Die Liebe ließ mich überleben" - befreit aus dem KZ 27.01.2017
 "Ich weine viel." Wasyl Nowak 2011 am Anschlussgleis vor der KZ-Gedenkstätte...
Stefan Hanke

"Ich weine viel."

Wasyl Nowak 2011 am Anschlussgleis vor der KZ-Gedenkstätte Dachau, auf dem er 1945 im "Todeszug von Buchenwald" ankam.

Als die Wehrmacht im Oktober 1941 die ukrainische Hafenmetropole Mariupol besetzte, konnte Wasyl Nowak noch fliehen, doch wenige Monate später verschleppten ihn die Deutschen nach einer Razzia in die Nähe von Meißen. Dort musste er Zwangsarbeit für die Reichsbahn leisten, floh, wurde gefasst, floh abermals und landete im KZ Groß-Rosen bei Breslau. Sogar von dort gelang ihm die Flucht, doch die SS fasste ihn erneut, sodass er sich - nach Zwangsarbeit in einem Steinbruch - Ende März 1945 im KZ Buchenwald wiederfand. Von dort wurde Nowak mit Tausenden Häftlingen in Güterwaggons auf eine 21-tägige Odyssee geschickt, bei der Hunderte entkräftet starben oder erschossen wurden. Mit 2360 toten und etwa 800 lebenden Häftlingen erreichte der Todeszug am 28. April Dachau, die US-Armee dokumentierte das Kriegsverbrechen.