Holocaust: "Die Liebe ließ mich überleben" - befreit aus dem KZ 27.01.2017
 "Als Überlebender ist es für mich ein besonderes Gefühl der Genugtuung, vor...
Stefan Hanke

"Als Überlebender ist es für mich ein besonderes Gefühl der Genugtuung, vor diesem Ausdruck des Größenwahns zu stehen. Ich fühle mich nicht als Opfer, sondern als Sieger."

Leon Weintraub steht auf diesem Foto von 2014 vor der Zeppelintribüne auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Hier nahm Hitler Paraden ab und sprach zu den Massen. Der von Albert Speer entworfene Bau galt als Vorzeigeprojekt der NS-Herrschaftsarchitektur.

Aus dem polnischen Ghetto Litzmannstadt kam die jüdische Familie Weintraub 1944 nach Auschwitz-Birkenau, doch dem 18-jährigen Leon gelang schon nach einigen Wochen die Flucht, indem er sich unbeobachtet einem Transport nach Wüstegiersdorf anschloss. Dort befand sich das Außenlager Komplex Riese des KZ Groß-Rosen: ein Bauprojekt für mehrere Stollenanlagen, eingerichtet für die Organisation Todt. Weintraub war Auschwitz entkommen, aber er musste fortan in Dörnhau, das ebenfalls zum Komplex Riese gehörte, sowie in weiteren KZ-Außenlagern Zwangsarbeit verrichten.