Holocaust: "Die Liebe ließ mich überleben" - befreit aus dem KZ 27.01.2017
 "Er wird meine Tränen nicht sehen. Den ersten Hieb fühlte ich, die weiteren...
Stefan Hanke

"Er wird meine Tränen nicht sehen. Den ersten Hieb fühlte ich, die weiteren nicht. Der Schmerz war so stark, dass die Tränen von selbst flossen."

Wieslawa Borysiewicz blickt aus dem Fenster der Baracke 16 a des ehemaligen Frauenlagers in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau (Foto von 2014). In dieser Baracke waren nur Kinder - für sie war es damals strengstens verboten, aus dem Fenster zu sehen.

Als eine der Älteren im Kindertrakt des KZ Auschwitz-Birkenau hatte Wieslawa Borysiewicz, deportiert mit ihrer Familie nach dem Warschauer Aufstand 1944, Müll und Fäkalien zu entsorgen. In der Baracke herrschte Sprechverbot, viele Kinder und Jugendliche wurden in pseudomedizinischen Versuchen missbraucht. Wieslawa leidet bis heute an den Folgen jener Spritzen und Tabletten. Einmal wurde sie als Strafe für einen Regelbruch derart ausgepeitscht, dass sie wochenlang kaum mehr liegen konnte. Noch kurz vor Kriegsende musste Wieslawa im Außenlager Leipzig des KZ Buchenwald Zwangsarbeit für die Flugzeugproduktion leisten.