In sieben Schritten: Von Erdnüssen zum Anti-Techno-Gesetz 25.09.2018
 7. Schritt: Tanzverbot mit Schlupfloch ...ein Gerichtsverfahren mit...
Getty Images/ Steve Eason

7. Schritt: Tanzverbot mit Schlupfloch

...ein Gerichtsverfahren mit astronomischen Prozesskosten: rund vier Millionen Pfund. Nachträglich wurde das Nichteingreifen der Polizei scharf kritisiert, und um die Wiederholung des Debakels zu verhindern, beschloss die Regierung, ein Anti-Techno-Gesetz zu erlassen.

Am 3. November 1994 trat der Criminal Justice and Public Order Act 1994 in Kraft, ein Gesetzesbündel unter anderem mit Strafverschärfungen gegen Kinderpornografie und Vergewaltigung. Es enthielt auch einen Paragrafen, der sich ausdrücklich gegen Versammlungen von 100 oder mehr Personen zum Zweck des Hörens von Musik richtete, "welche ganz oder vorwiegend durch die Emission einer Folge repetitiver Beats charakterisiert ist". Das Gesetz erweiterte die Freiheiten von Polizisten, im Umkreis von fünf Meilen um einen Rave eigenmächtig Personen anzuhalten, zu vertreiben oder festzunehmen, die sie für Raver hielten.

Kurz zuvor hatte die Electronica-Gruppe Autechre ihre EP "Anti" veröffentlicht und schon mal vorgesorgt: Das Stück "Flutter" war so komponiert, dass keine zwei Takte identisch waren und daher von "repetitiven Beats" keine Rede sein konnte. Am Cover hatten die Künstler sicherheitshalber ein Warnsiegel angebracht: "DJs empfehlen wir dennoch, stets einen Anwalt und einen Musikwissenschaftler bei sich zu haben, um die nichtrepititive Natur der Musik bestätigen zu können, falls sie durch Polizisten bedrängt werden."