In sieben Schritten: Wie Kokain Rambo Steuern sparen half 17.06.2018
 1. Schritt: Koks ist mein Gemüse Koksen ist Achtziger? Eher Achttausender, und...
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1. Schritt: Koks ist mein Gemüse

Koksen ist Achtziger? Eher Achttausender, und zwar vor Christus: Archäologische Funde belegen, dass die Bevölkerung des heutigen Peru dem Kokain schon lange vor Erfindung von Schulterpolstern und Wetgel zugetan war. Nämlich im frühen Holozän. Nur dass die Droge damals noch nicht Nasenpuder, sondern Backenfutter war: Auf alten peruanischen Töpferwaren sind oft Figuren mit auffällig aufgeblähten Pausbacken zu sehen - vom Cocablätter-Kauen.

Seit Jahrtausenden hatte man in Südamerika die wegen ihrer belebenden Wirkung geschätzten Blätter des Cocastrauches (Erythroxylum Coca) gekaut; sie dienten auch als vitamin- und proteinreiche Nahrung. Mit dieser Angewohnheit waren die erzkatholischen Konquistadoren, die ab dem 16. Jahrhundert Südamerika eroberten, gar nicht einverstanden. Die Spanier verboten das vermeintliche Mittel des Teufels - bis ihnen auffiel, dass die Unterjochten ohne Coca viel langsamer arbeiteten.

Also erlaubten sie das Blätterkauen wieder, erhoben Steuern auf die Pflanze und exportierten sie Mitte des 18. Jahrhunderts nach Europa. Dort suchten Wissenschaftler die Wirkstoffe, die dem Strauch seine euphorisierende Wirkung verliehen. Um 1850 gelang es erstmals, Kokain zu isolieren. Die anästhetischen, aktivitätssteigernden und Hunger unterdrückenden Wirkungen führten zu einem Kokain-Boom in Europa. So brachte etwa...