Karneval im NS: Ziemlich viel Dreck im Keller 24.02.2017
    Karl Küpper wusste, wie man provoziert:  In der NS-Zeit hob er als...
Gerhard A. Küpper

Karl Küpper wusste, wie man provoziert: In der NS-Zeit hob er als Büttenredner auf der Karnevalsbühne den rechten Arm und fragte scheinheilig: "Ess et am räne?" (Regnet es?) Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte er die Geste ebenfalls - und kommentierte sie lakonisch mit "Et ess ald wigger am räne!" (Es regnet wieder), um darauf hinzuweisen, dass zahlreiche NS-belastete Funktionäre nach wie vor auf wichtigen gesellschaftlichen und politischen Posten saßen. Anfang der Fünfzigerjahre war die Kritik von Karl Küpper und anderen Karnevalisten am Einfluss früherer NS-Akteure so massiv geworden, dass sich sogar das Bundeskabinett mit der Frage beschäftigte, wie man die unbotmäßigen Büttenredner zum Schweigen bringen könnte. mehr...