Swing der Nazis: Big-Band-Sound für den "Endsieg"
04.07.2016
 Swingen für den "Endsieg":  Kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs stellte...
Rainer E. Lotz

Swingen für den "Endsieg": Kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs stellte der Deutsche Kurzwellensender ein Hausorchester zusammen, das im Ausland beliebte Musik für Propagandaprogramme einspielen sollte - auch den in Deutschland verbotenen Swing. Unter Leitung von Tenorsaxophonist Lutz Templin entstand die Propaganda-Big-Band Charlie and His Orchestra, benannt nach ihrem Sänger Karl "Charlie" Schwedler (hier eine Aufnahme von 1942 bei Proben). Sie sollte mit ihren Songs das Interesse englischsprachiger Hörer für den deutschen Auslandsfunk wecken - und ihre Moral zugleich untergraben, mit antibritischen, antiamerikanischen und antisemitischen Texten.