Politiker im Visier: So denken die US-Diplomaten
28.11.2010
 Kanzlerin Angela Merkel:  Sie habe den Ton der transatlantischen Beziehungen...
dapd

Kanzlerin Angela Merkel: Sie habe den Ton der transatlantischen Beziehungen verbessern wollen, stellt der ehemalige US-Botschafter William Timken in einer Depesche von Ende 2006 fest. Nur habe sie "keine mutigen Schritte unternommen, um den substantiellen Inhalt dieser Beziehung zu verbessern". Generell fremdeln die US-Vertreter mit Merkel, intern wird sie in den Berichten "Angela 'Teflon' Merkel" genannt, weil viel an ihr abgleite. "Sie meidet das Risiko und ist selten kreativ", heißt es im März 2009. Die Kanzlerin sehe internationale Diplomatie vor allem unter dem Gesichtspunkt, welchen Profit sie innenpolitisch daraus ziehen könne. Allerdings wird das Bundeskanzleramt in außenpolitischen Fragen als besserer Ansprechpartner gesehen als das Auswärtige Amt. Die schwarz-gelbe Koalition wird skeptisch gesehen. Merkel habe das "Joch der Großen Koalition abgeschüttelt, nur um jetzt mit einem FDP-CSU-Doppel-Joch belastet zu sein", heißt es in einer Depesche vom Februar 2010.