Polizei-Dokumentation: Chronik der Love-Parade-Katastrophe 28.07.2010
 Wann die Polizei die Wege sperrte        Sperrlinie 1  war in der Tunnelanlage...
Ministerium für Inneres und Kommunales NRW

Wann die Polizei die Wege sperrte

Sperrlinie 1 war in der Tunnelanlage auf der westlichen Seite - direkt neben der kleinen Seitenrampe, die als Ausgang diente. Hier sollte der Besucherstrom gestoppt werden, bevor er zur Hauptrampe gelangen konnte, um die Situation dort zu entspannen.

Sperrlinie 2 war in der Tunnelanlage auf der östlichen Seite, mit dem gleichen Ziel wie die erste. Beide Sperrlinien wurden fast zum gleichen Zeitpunkt errichtet und dann genau gleichzeitig geöffnet - denn die Polizisten sind nach Darstellung der Ermittler nicht mehr in der Lage gewesen, die Besucher aufzuhalten. Sie mussten demnach dem Druck nachgeben.

Sperrlinie 3 war auf der Hauptrampe. Sie sollte Besucher laut Polizei davon abhalten, auf das Festivalgelände zu kommen, weil sich dort die Massen nicht schnell genug verteilt hätten. Noch nach dem Brechen der ersten beiden Sperrlinien wurde diese Blockade aufrechterhalten. Polizisten berichten, sie seien von nachdrängenden Ravern angegriffen und bepöbelt worden. 26 Minuten nach den anderen beiden wurde der Darstellung zufolge auch diese Sperrlinie aufgegeben, weil es nicht mehr anders gegangen sei.

Die fatale Treppe: Ein kleiner, schlecht gesicherter Aufgang vom Tunnelende auf das Gelände wurde von einzelnen Ravern benutzt, um entweder der qualvollen Enge zu entkommen - oder einfach schneller auf das Gelände zu gelangen. Sie rissen dafür Absperrgitter ein, die sie an der Benutzung der Treppe eigentlich hindern sollten. Diese zerstörten Gitter wurden nach Darstellung der Polizei vermutlich zur Stolperfalle. 14 Menschen sind demnach am Fuß dieser kleinen Treppe umgekommen - zerquetscht, schwer am Brustkorb verletzt, erstickt.

Die Polizei berichtet, um 17.02 Uhr seien ihr erste Opfer auf der Rampe gemeldet worden, 22 Minuten nach Öffnung von Sperrlinie 3.