Raabschied: "Das war großes, ganz großes Fersehen!" 19.12.2015
    "Der Stolz, der sich in sein übliches spöttisches Grinsen mischte"    "Das...
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"Der Stolz, der sich in sein übliches spöttisches Grinsen mischte"

"Das Besondere am Eurovision Song Contest ist ja, dass er etwas ziellos Schönes wie Musik vereint mit dem sportlichen Wettkampfgedanken. Dass Stefan Raab Wettkämpfe ernst nimmt wie ein Grüppchen Grundschuljungs, das war in jeder Folge von 'Schlag den Raab' zu sehen. Dass Raab Musik wichtig war, zeigte er noch einmal in seiner letzten 'TV total'-Show, als er sich von allen Musikern seiner Showband Heavytones förmlich verabschiedete. Kein Wunder also, dass der Showmaster einen Narren am ESC gefressen hatte.

Ehrgeizling, der er ist, ruhte Raab nicht, bis er das Ding gewonnen hatte, als Mentor von Lena Meyer-Landrut. Er hatte selbst schon auf der Eurovisionsbühne gestanden, 2000 mit 'Wadde Hadde Dudde Da'; er hatte 2004 den Beitrag komponiert für Max Mutzke, und selbst nach dem Lena-Triumph ließ er nicht locker.

Sein schönster Auftritt in Sachen Song Contest war allerdings sein erster: 1998 stand Raab in Birmingham als Dirigent im Orchestergraben, den es damals noch gab.

Der Stolz, der sich in sein übliches spöttisches Grinsen mischte, verriet den Grand-Prix-Kenner, der eben wusste, dass die Maestri in den schlechtsitzenden Smokings die heimlichen Stars der Übertragungen waren.

Den Song, den Guildo Horn sang und zu dem Raab dirigierte, hatte er auch geschrieben - unter dem Pseudonym Alf Igel, eine Hommage an den Mann, den er unbedingt als Mr. Eurovision beerben wollte: Ralph Siegel. Auch das zählt zu den Dingen, die Stefan Raab als abgehakt betrachten kann, wenn er nun die TV-Bühne verlässt."

Felix Bayer, Kulturressort