Holocaust: Wannsee-Konferenz - die kalten Bürokraten des Genozids 20.01.2017
    Martin Luther:  Der spätere Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt war...

Martin Luther: Der spätere Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt war bereits im März 1932 in die NSDAP eingetreten. Ab 1936 leitete Luther die Parteiberatungsstelle des Beauftragten der NSDAP für außenpolitische Fragen, Joachim von Ribbentrop. Nachdem dieser 1938 zum Außenminister aufgestiegen war, wurde Luther Leiter der Abteilung D im Auswärtigen Amt. Auf der Wannsee-Konferenz erschien er mit einem Papier mit dem Titel "Wünsche und Ideen des Auswärtigen Amtes zur vorgeschlagenen Gesamtlösung der Judenfrage in Europa". Darin gab das Auswärtige Amt seine Zustimmung zum Holocaust.

Nachdem Luther sich an einem missglückten Putsch zur Entmachtung Ribbentrops beteiligt hatte, wurde er im Februar 1943 verhaftet und saß als "privilegierter Schutzhäftling" im KZ Sachsenhausen ein. Dort wurde er im Mai 1945 von der Roten Armee befreit. Luther starb kurz darauf, vermutlich an Herzversagen.