Training gegen Erkältungen So stärken Sie Ihre Abwehrkräfte

Ist es möglich, sich im Winter gegen Erkältungen zu schützen? In gewissem Maß schon, sagen Mediziner. Mit einigen einfachen Tipps und Übungen kann jeder seine Chance erhöhen, gesund durch die dunkle Jahreszeit zu kommen.

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Zwei bis vier Mal pro Jahr erwischt einen Erwachsenen hierzulande ein Erkältungsvirus. Kinder sind sogar noch häufiger von Schnupfen und Husten betroffen. "Einen hundertprozentigen Schutz gegen Infekte gibt es also nicht", sagt Karsten Krüger, Sportwissenschaftler mit dem Forschungsschwerpunkt Immunologie und Bewegung an der Leibniz Universität Hannover. Dennoch könne man selbst einiges zur Vorbeugung gegen Erkältungskrankheiten tun, so Krüger.

Zunächst helfe es, sich klarzumachen, in wie vielen unterschiedlichen Lebensbereichen man Vorkehrungen gegen Ansteckung treffen oder die Abwehr aktiv stärken kann. Ob Händewaschen oder Wohnung lüften, gesundes Essen oder starkes Nervenkostüm, es gibt eine Menge unterschiedlicher Möglichkeiten, unser Leben mehr auf den Schutz gegen Viren und Bakterien auszurichten.

"Wir wissen heute beispielsweise, dass Sport und regelmäßige Bewegung das Immunsystem kräftigen und so eine Rolle bei der Erkältungsprophylaxe spielen", sagt Krüger. Auch bestimmte Ernährungsgewohnheiten haben nachweislich schützende Wirkung.

  • Mehr zum Thema in SPIEGEL WISSEN 6/2017

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Zusammen mit dem Team von SPIEGEL WISSEN und SPIEGEL ONLINE hat Krüger ein "Training für eine starke Abwehr" entwickelt. Über einen Zeitraum von acht Wochen bekommen Sie hier jede Woche eine kleine Übung zur Verfügung gestellt, mit der Sie ganz praktisch in verschiedenen Lebensbereichen Kleinigkeiten verändern können, die Ihr Erkältungsrisiko in den nächsten Wochen und Monaten senken.

In den Aufgaben, die jeweils freitags per Mail verschickt werden, geht es übrigens nicht darum, sich ab jetzt mit Eiswasserbädern abzuhärten oder strikt Rohkost zu essen. Viel mehr setzt das Training den Fokus auf kleine, machbare Veränderungen im Alltag. Wenn Sie nur ein oder zwei dieser Übungen für sich übernehmen, können Sie Ihre Abwehr damit bereits nachhaltig stärken.

Spazieren gehen, bewusster schlemmen , es sich unter dicken Decken gemütlich machen

In der ersten Ausgabe geht es unter anderem um frische Luft: Nur eine Viertelstunde Spazierengehen pro Tag, bei Wind und Wetter, stärkt das Immunsystem und die Atemwege.

In der zweiten Woche widmen wir uns dem Essen, wobei es nicht um knallharten Verzicht geht. Je nach Gemütslage kann man sich für die Tipps für Schlemmer oder für Ernährungsbewusste entscheiden.

Dass auch das richtige Raumklima dazu beiträgt, sich gegen Erkältungen zu wappnen, ist klar. Zu Hause im Pullover herumzulaufen oder unter dicken Decken zu schlafen, ist besser als sich wie im Sommer in T-Shirt und Flip-Flops zu bewegen und dafür die Räume zu überheizen. Deshalb folgt in Woche drei eine Checkliste für die eigenen vier Wände: Ist die Luftfeuchtigkeit hoch genug? Sind die Räume angenehm warm oder überheizt? Und lüften Sie zweimal täglich?

Wer ständig gestresst ist und das Gefühl hat, dass die Abwehrkräfte leiden, erhält in einer weiteren Ausgabe zwei praxisnahe Übungen. Eine davon: Wann immer Sie in den nächsten Tagen in einer Schlange stehen oder warten müssen, konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung und versuchen Sie, Ihren Atem bis in die Beine und Füße strömen zu lassen. Machen Sie das fünf oder sechs Atemzüge lang.

Wenn Ihr Interesse geweckt ist, können Sie sich hier anmelden:

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insgesamt 10 Beiträge
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diskantus 13.12.2017
1.
Ein "Training gegen Erkältungen" gibt es nicht. Es gibt eine generelle Stärkung des Organismus, und hier sind 3 Schritte wichtig, die langfristig erfolgen müssen und beibehalten werden sollten: 1. gesunde Ernährung, zuckerarm, mit viel Obst und Gemüse (roh oder gedünstet) und Vollkornprodukten 2. Auf Alkohol verzichten, jedenfalls in der Erkältungszeit - aufs Rauchen sowieso 3. tägliche Bewegung im Freien (wurde erwähnt) 4 Vollatmung in frischer Luft. Punkt 1 - gesunde vollwertige Ernährung - ist unverzichtbar für ein starkes Immunsystem und ist eine langfristige Maßnahme. D.h. mal eben vor dem Winter damit anzufangen, bringt nichts. Punkt 2 - Alkohol. Bei Ansteckungsgefahr "wärmt" er nicht, sondern schwächt. Daher völliger Verzicht in dieser Zeit (und wenn es einen erwischt hat, auch!) Punkt 4 - Vollatmung - ist immer noch viel zu wenig publik, nicht mal Ärzte wissen davon, wie man hier sieht. Vollatmung: das ist die Belüftung aller Lungenabschnitte: man atmet so ein, dass sich Bauch, Flanken und Brust (unter den Schlüsselbeinen) ausdehnen können. (Mit den Händen nachfühlen.) Beim Ausatmen senken sich die Körperabschnitte wieder. - Die durch Übung zunehmend vertiefte Atmung hilft, verbrauchte Luft und damit auch Viren etc. loszuwerden und Sauerstoff in die Lungenbläschen und damit auch das Blut aufzunehmen. Damit erleichtert man dem Herzen seine Pump-Arbeit, kräftigt die Lunge und stärkt soden Organismus.
vonschleiden 13.12.2017
2. Paradigmenwechsel
Es wäre sinnvoll, sich im 21. Jahrhundert mal langsam von dem Begriff "Erkältung" zu verabschieden. Das, was hier fälschlich mit Kälte in Verbindung gebracht, ist schlichtweg eine Vireninfektion. Die aus bestimmten Gründen im Winter häufiger auftritt, aber nichts mit Kälte zu tun hat. Sie können auch ruhig Ihre Wohnung heizen und im T-Shirt rumlaufen (wenn man sich's heute noch leisten kann). Und wenn es Sie mal an den Südpol verschlagen sollte, wo's richtig kalt ist, kriegen Sie alles Mögliche, aber bestimmt keine "Erkältung".
halverhahn 13.12.2017
3. Deutschland, deine Prinzipienreiter!
Leute, hört doch mal auf mit den völlig unnötigen Dogmen!! Alkohol in Maßen begünstigt in keinem Fall ne etwaige Erkältung! Sonst müssten ja alle Leute, die gerade zig Weihnachtsfeiern haben und dabei den einen oder anderen Glühwein oder das zig-ste Bier zu sich nehmen, hinterher direkt erkältet sein. Genau so lustig... tägliche Bewegung an der frischen Luft... Guter Vorschlag, aber von vielen einfach nicht umsetzbar... Insb. lustig für viele Berufstätige, die spät abends im Dunklen Nachhause kommen und bei entsprechendem Sau-Wetter auch noch vor die Tür sollen... Mal abgesehen davon, dass sie zuhause u.U. auch noch einiges zu erledigen haben... Das ist auch alles nicht nötig. Etwas Sport/Bewegung in der Woche, weder das eine noch das andere Extrem beim Essen u Trinken, um erkältete Leute möglichst einen Bogen machen, viel und gut die Hände waschen bei Kontakt mit Leuten und Gegenständen, die Aufenthalts-Räume nicht zu doll aufheizen und dann kommen die Allermeisten auch ohne Erkältung oder ner ausgemachten Grippe durch die kalte Jahreszeit! Macht nicht aus allem ne Religion!!!
spon-facebook-10000230133 14.12.2017
4. Und es hat doch mit der Kälte zu tun
Entgegen so mancher Kommentare hier hat die Erkältung im Winter doch mit der Kälte draußen zu tun. Durch die sehr kalte Luft draußen entsteht beim Heizen drinnen eine sehr trockene Luft vor allem in den Büros wo oft nichts dagegen getan wird. Durch die sehr trockene Luft können sich Keime viel besser halten und durch die trockenen Schleimhäute ist diese Abwehr gesenkt. So können wir uns im Winter viel leichter anstecken. Das ist für Menschen, die durch Arzneimittel ein geschwächtes Immunsystem haben dann schon erheblich gefährlicher als bei hohen Außentemperaturen.
tedi_1989 21.12.2017
5.
Ich finde, dass die beste Vorbeugung immer noch viel trinken und Zeit an der frischen Luft ist. Irgendwelche Zaubertränke mixen bringt nicht viel, wenn, dann nur dem Gehirn.
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