Deutschland Zahl der HIV-Diagnosen steigt um zehn Prozent

HIV-positiv: diese Diagnose bekamen 2013 mehr als 3200 Menschen in Deutschland - mehr als ein Jahr zuvor. Viele der Betroffenen infizierten sich im Ausland mit dem Virus.

Aids-Schleife: Viele der Infizierten haben sich im Ausland angesteckt
DPA

Aids-Schleife: Viele der Infizierten haben sich im Ausland angesteckt


Berlin - In Deutschland erhielten 2013 mehr Menschen die Diagnose, dass sie HIV-positiv sind, als im Jahr zuvor. Dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden 3263 gesicherte HIV-Neudiagnosen übermittelt - etwa zehn Prozent mehr als 2012. Betroffen sind vor allem Männer (2668 Fälle).

Wie die RKI-Experten berichten, beruht der Anstieg auch auf einer verbesserten Datenlage und verstärkten Recherchen bei Ärzten: Ein größerer Anteil der HIV-Meldungen konnte als HIV-Neudiagnose bestätigt werden. Es gebe aber auch einen tatsächlichen Anstieg bei den Neuinfektionen.

Die Zahl der Neudiagnosen spiegelt nicht zwangsläufig das aktuelle Infektionsgeschehen wieder, denn zwischen Infektion und Diagnose vergehen oft Jahre. Außerdem hängt der Wert auch von der Zahl der Menschen ab, die sich testen lassen.

Der Bericht gibt auch Aufschluss darüber, wie sich die Betroffenen angesteckt haben:

  • 53 Prozent der Neudiagnosen wurden homosexuellen Männern gestellt,
  • 18 Prozent heterosexuellen Männern oder Frauen.
  • Drei Prozent der Betroffenen haben sich durch Spritzen von Drogen mit HIV infiziert.
  • Bei 25 Prozent sei der Übertragungsweg nicht ausreichend angegeben, schreibt das RKI.

Bundesweit wurden 21 Fälle registriert, in denen sich Neugeborene bei der Mutter mit HIV infiziert haben.

Als auffällig werten die Autoren die Zunahme der im Ausland erworbenen HIV-Infektionen: "Eine der Ursachen dafür ist die verstärkte Zuwanderung nach Deutschland sowie die Verdoppelung der Asylbewerberzahlen gegenüber dem Vorjahr", schreiben die RKI-Experten. Eine Zunahme an Neudiagnosen gab es demnach vor allem bei Migrantinnen aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara: Frauen würden womöglich in der Schwangerschaft getestet oder gingen häufiger zum Arzt, heißt es in dem Bericht. Bei Männern bleibe die Infektion damit eher unentdeckt.

Den RKI-Statistiken zufolge sind seit Beginn der Erfassung 1982 bundesweit insgesamt 29.800 Menschen an Aids erkrankt. Mehr als 15.000 Menschen starben infolge der Immunschwächekrankheit.

Weltweit lebten 2012 laut einem Bericht von Unaids rund 35,3 Millionen Menschen mit HIV.

wbr/dpa



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insgesamt 65 Beiträge
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Seite 1
mr.andersson 30.06.2014
1.
Zitat von sysopDPAHIV-positiv: diese Diagnose bekamen 2013 mehr als 3200 Menschen in Deutschland - mehr als ein Jahr zuvor. Viele der Betroffenen infizierten sich im Ausland mit dem Virus. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/aids-virus-rki-meldet-mehr-hiv-neudiagnosen-in-deutschland-a-978342.html
So übel die Diagnose auch ist, die absolute Zahl finde ich irgendwie nicht so dramatisch. 3200 p.a. bei 70 Mio. Menschen sind 0,0046%. Die Anzahl der Neuerkrankungen an bösartigen Hirntumoren ist doppelt so hoch. Die Anzahl an Krebserkrankungen 125 mal so hoch. Wenn man bedenkt welches Ausbreitungspotential HIV einmal hatte, ist die Krankheit verhältnismässig gut eingedämmt.
mcvitus 30.06.2014
2. Gefahr erkannt Gefahr gebannt?
Leider nicht, wie dem Artikel zu entnehmen ist. In gold old germany ist es eben so, dass Problembewusstsein täglich neu generiert werden muss, ansonsten landet Wissen im Sondermüll des von unnötigen Informationen verstopften Gehirns.
gruenbonz 30.06.2014
3. @mr.andersson: Schiefer Vergleich
Tumore sind i.d.R. nicht ansteckend, HIV dagegen sehr. Also bitte keine verharmlosenden Vergleiche.
zzyzzx 30.06.2014
4. Ansteckungsgefahr
Eine HIV Infektion unter Therapie ist so gut wie gar nicht mehr ansteckend, also ist Panikmache ebenfalls nicht angebracht, Problembewusstsein allerdings schon. Denn man muss es im Fall der Fälle erst einmal wissen und wissen wollen. Wichtig ist, dass Mitmenschen nicht durch Stigmatisierung vom Test abgehalten werden, nach dem Motto: "Wenn ich es nicht weiß, dann muss ich mich damit auch nicht auseinandersetzen."
mr.andersson 30.06.2014
5.
Zitat von gruenbonzTumore sind i.d.R. nicht ansteckend, HIV dagegen sehr. Also bitte keine verharmlosenden Vergleiche.
Können sie ihren Gedankengang erläutern? Die ansteckende Krankheit kommt viel seltener vor als die nicht ansteckende Krankheit. Was ich als Zeichen der gelungenen Eindämmung sehe, denn gerade weil HIV ansteckend ist könnte man befürchten, dass die Zahl viel höher ist. Warum ist das jetzt verharmlosend? BTW: Die mortalitätsrate von HIV Patienten ist von 78% (Todesursache AIDS) in 1995 auf unter 15% heute gesunken. Auch das ist ein deutlicher Fortschritt und keine "verharmlosung"
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