Dermatologie Der alltägliche Kampf gegen die Akne

Mitesser und Pickel hat praktisch jeder Mensch. Wer als Jugendlicher oder Erwachsener unter Akne leidet, kann je nach Schwere der Krankheit unterschiedlich behandelt werden. Einfache Regeln im Alltag helfen der Haut.

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Hautpflege

Betroffene sollten pH-neutrale und parfümfreie Seifen und Waschlotionen benutzen. Aggressive Reinigungsmittel schädigen die Haut. Auf die gereinigte Haut keine Öle und Fette auftragen, sondern eine Feuchtigkeitscreme auf Wasserbasis. Sind Medikamente die Ursache einer Akne, hilft eigentlich nur, das Medikament abzusetzen, sofern dies möglich ist. In allen anderen Fällen heißt es abwarten: Es ist gut möglich, dass die Akne nur kurz aufblüht und dann von selbst zurückgeht.

Stufenweise Akne-Therapie

Bei leichter Akne reicht eine entsprechende Hautpflege. Bei mittelstarken bis ausgeprägten Beschwerden wird zunächst die Haut äußerlich behandelt. Reicht das nicht oder sind die Aknebeschwerden sehr stark, kommen Medikamente hinzu, die man einnimmt, die also auf den ganzen Körper wirken.

Auf die Haut aufgetragenes Benzoylperoxid tötet Bakterien ab und löst die Hornschicht. Auch Azelainsäure wirkt antibakteriell und reduziert die Verhornung der Talgdrüsen. Natürliche Fruchtsäuren (Alpha-Hydroxysäuren) öffnen die Poren der Haut.

Bei Akne werden Antibiotika - anders als sonst in der Medizin üblich - auch lokal eingesetzt. Sie sind gegen die aknebegünstigenden Propionibakterien gerichtet und sollten immer in Kombination mit anderen Medikamenten angewandt werden.

Für Frauen gibt es die Möglichkeit, die Antibabypille einzunehmen. Die enthaltenen weiblichen Sexualhormone wie Östrogen wirken den die Akne mit auslösenden männlichen Geschlechtshormonen (Androgenen) entgegen. Auch Antibiotika können eine schwere Akne lindern.

Der Vitamin-A-Säure-Abkömmling Isotretinoin kann bei schwerer Akne helfen. Bei Frauen muss während und bis drei Monate nach der Einnahme sicher sein, dass sie nicht schwanger sind, weil Isotretinoin das ungeborene Kind schädigen kann. Stillt eine Mutter, darf sie Isotretinoin ebenfalls nicht nehmen. Das Präparat verhindert die übermäßige Verhornung der Talgdrüse.

Verschiedene Aknemedikamente trocknen Haut und Schleimhäute aus, erhöhen die Blutfettwerte und führen in seltenen Fällen zu Gelenk- und Muskelbeschwerden.

Aknenarben können durch ein Peeling, das Abschleifen der Haut, sowie Injektionen von Kollagen und mittels Kortison behandelt werden.

Ernährung bei Akne

Einige Mediziner empfehlen, Kohlenhydrate mit hohem glykämischen Index zu meiden. Diese sorgen dafür, dass der Blutzuckerspiegel schnell und stark ansteigt und ebenso schnell und stark wieder abfällt. Es geht vor allem um Lebensmittel wie Zucker, Limonaden, Süßigkeiten, Weißmehlprodukte, Nudeln, Pommes frites, Chips, Cornflakes und Pizza. Wer unter schwerer Akne leidet, kann ausprobieren, ob ein Milchverzicht hilft. Das gilt auch für Milchprodukte wie Joghurt, Quark, Eiscreme. Grundsätzlich sollte man bevorzugt Obst, viel Gemüse und Fisch essen - das gilt allgemein als wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Kraftsportler, die unter Akne leiden, sollten keine Molkeeiweißkonzentrate zum Bodybuilding verwenden.

Behandlung nach Schwere

"Entscheidend ist, dass die Therapie entsprechend der Akne-Ausprägung erfolgt", sagt Hautarzt Falk Ochsendorf von der Universität Frankfurt. "Das Leiden geht nicht mit der Zahl der Pickel und Mitesser Hand in Hand. Es gibt Menschen, die nur eine leichte Akne haben, für die das jedoch ein großes Problem darstellt und die sich sozial zurückziehen. Sie möchten genauso ernst genommen werden wie jene Menschen mit schwerer Akne."

Akne kann auch beim Erwachsenen auftreten. Zumeist besteht dann ein Zusammenhang mit einer hormonellen Störung. Auch Medikamente können Pickel und Pustel verursachen. Häufig sind Hautbeschwerden bei Patienten, die Kortison, Antidepressiva, Epilepsiemedikamente und bestimmte Antibiotika einnehmen müssen. Patienten, die ihre Akne auf ein Medikament zurückführen, sollten mit ihrem behandelnden Arzt über Alternativen sprechen. In keinem Fall sollte man ein Medikament ohne Rücksprache absetzen.

Gerlinde Gukelberger-Felix



insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
sobejufe 12.04.2013
1. Es geht auch anders
Antibiotika, Cortison, Hormone - was für ein Schwachsinn! Dass es auch sehr wirkungsvolle Therapien gegen Akne auf rein natürlicher, pflanzlicher Basis gibt, ist Ihnen total raus, oder? An Ihrer Stelle würde ich den Artikel neu schreiben....
Hmm 12.04.2013
2.
Zitat von sobejufeAntibiotika, Cortison, Hormone - was für ein Schwachsinn! Dass es auch sehr wirkungsvolle Therapien gegen Akne auf rein natürlicher, pflanzlicher Basis gibt, ist Ihnen total raus, oder? An Ihrer Stelle würde ich den Artikel neu schreiben....
Ja? Wie denn? Statt Parolen an die Wand zu schreiben wäre es konstruktiver wenn sie hier ein paar Vorschläge posten würden.
ulokra 12.04.2013
3. Kortisonakne!
Cortison hat im Gesicht nichts verloren. Clearasil verschlimmert Akne und Bierhefe (-tabletten) helfen hervorzüglich.
mas-hannes 04.08.2013
4.
Zitat von ulokraCortison hat im Gesicht nichts verloren. Clearasil verschlimmert Akne und Bierhefe (-tabletten) helfen hervorzüglich.
Endlich traut sich das jemand zu sagen! ich könnte verrückt werden, was so propagiert wird. Gott sei dank hat mein Hautzentrum (http://www.hautzentrum.at/) schon davon gewarnt
lorasginian 25.09.2015
5.
"Ich bin 18 und habe habe während der letzten 4 Jahre unter schwerer Akne gelitten. Ich möchte Ihnen danken, dass Sie mein Leben total umgekrempelt haben. Ich habe zwar immer noch ein paar Pickel auf der Stirn, aber im Allgemeinen ist meine Gesichtshaut jetzt klar, obwohl ich mich erst halb durch Ihr Programm gearbeitet habe. Sie waren sehr hilfreich und gütig. Ich möchte Ihnen so viel mitteilen, aber ich bin einfach zu aufgeregt zum Schreiben. Gott schütze Sie!" -- Christine Parma (Melbourne, Australien) http://wie-man-der-akne.blogspot.com/
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