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Komplikation nach Bluttransfusion: Allergie aus der Konserve

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Erdnüsse: Plötzlich war die Allergie da

Mit Lachs oder Erdnüssen hatte der Achtjährige nie Probleme. Nach dem Verzehr schwillt seine Haut aber plötzlich an, und der Blutdruck sackt ab. Der Junge hatte kurz zuvor eine Blutplättchen-Spende von einem Allergiker erhalten.

Zehn Minuten, nachdem er Lachs gegessen hat, bekommt der Junge schwere allergische Symptome: Seine Lippen schwellen an, sein Hals schmerzt, das Gesicht läuft rot an, er fühlt sich schwach und sein Blutdruck ist sehr niedrig. Das ist seltsam, denn der Achtjährige hatte zuvor regelmäßig Lachs gegessen, ohne dass es ihm danach schlecht ging.

Wenige Tage später treten ähnliche Beschwerden auf, nachdem er einen Kuchen mit Erdnüssen verzehrt hat. Im "Canadian Medical Association Journal" (CMAJ) berichten Ärzte des Hospital for Sick Children im kanadischen Toronto von dem Fall.

Der Grund für die heftigen Reaktionen ist eine sehr seltene Komplikation: Der Junge hatte wegen einer Tumorerkrankung Blutplättchen von einem Spender erhalten, der starke Allergien gegen diese Lebensmittel hat. In der Blutspende waren sogenannte Immunglobuline E (IgE) enthalten, Antikörper, die die allergische Reaktion anstoßen. Auch durch eine Spende von Blutplasma kann in seltenen Fällen eine Allergie weitergegeben werden, berichten die Autoren. Der erste beschriebene Fall stammt aus dem Jahr 1919.

Obwohl Allergien weit verbreitet und kein Ausschlusskriterium für Blutspenden sind, werden durch Blutprodukte übertragene Allergien selten diagnostiziert, berichten die kanadischen Ärzte. Einer der Gründe sei die kurze Zeitspanne, die IgE im Blut verbleiben. Sind allerdings in einer Blutspende größere Mengen enthalten, die dann im Körper des Empfängers an bestimmte Zellen andocken, können sie dort noch einige Zeit aktiv sein.

Die Allergie ist nur vorübergehend

Sind die fremden Antikörper abgebaut, endet die übertragene Allergie. "Die Symptome klingen typischerweise innerhalb weniger Monate ab", sagt Studienautorin Julia Upton.

Bei ihrem jungen Patienten waren die IgE, die die allergische Reaktionen auf Lachs und Erdnüsse ausgelöst hatten, innerhalb von viereinhalb Monaten nach dem Auftreten der Symptome nicht mehr messbar. Der Junge aß beides wieder ohne jegliche Probleme.

Nach Ansicht der Ärzte gibt es keine einfache Lösung, dieser seltenen Komplikation vorzubeugen. Alle Menschen, die unter Allergien leiden, von vornherein vom Blutspenden ausschließen, würde den Verlust vieler Spender bedeuten. Im konkreten Fall allerdings entschloss man sich, den allergischen Spender nicht mehr zur Blutentnahme zu bestellen.

Es sei wichtig, diese seltenen Fälle zu diagnostizieren, um bei einem akuten allergischen Anfall richtig zu reagieren, schreiben die Forscher. Außerdem lasse sich so vermeiden, dass der Betroffene wegen der Beschwerden von diesem Zeitpunkt an dauerhaft ein Lebensmittel meidet - obwohl wenige Monate Verzicht ausreichen.

wbr

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insgesamt 17 Beiträge
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1. Blutkonserven
Tick & Doof 08.04.2015
Blutkonserven retten Leben aber wie man mittlerweile weiß, sollten sie viel weniger eingesetzt werden. Nicht selten gibt es Spätfolgen. Anstatt auf Konserven zurückzugreifen sollte z.B. bei einer OP das eigene Blut zurückgeführt werden.
2. Slow-Virus-Infektions...
clausde 08.04.2015
...aus Blutkonserven sind ja nicht wirklich neu. Allergien zu bekommen scheint eine Variante zu sein. Blutkonserven mit Bedacht eingesetzt, minimieren das Risiko.
3. Welches
g_bec 08.04.2015
Zitat von Tick & DoofBlutkonserven retten Leben aber wie man mittlerweile weiß, sollten sie viel weniger eingesetzt werden. Nicht selten gibt es Spätfolgen. Anstatt auf Konserven zurückzugreifen sollte z.B. bei einer OP das eigene Blut zurückgeführt werden.
Das, das auf die Straße geflossen oder das, das in die offene Bauchhöhle gesickert ist? Und womit soll es zur späteren Rückführung aufgenommen werden? Mit dem Nass-/Trockensauger an der Unfallstelle der mit dem Küchenkrepp aus der Bauchhöhle?
4. Ich denke,
g_bec 08.04.2015
Zitat von clausde...aus Blutkonserven sind ja nicht wirklich neu. Allergien zu bekommen scheint eine Variante zu sein. Blutkonserven mit Bedacht eingesetzt, minimieren das Risiko.
der Arzt, der Blutkonserven einsetzt, wird sich was beim Einsatz denken.
5. Wenn man verantwortungsvoll...
Rollerfahrer 08.04.2015
Mittlerweile kennt man die Problematiken bei Bluttransfusionen sehr genau, und man weis auch, daß sie wohl viel zu oft angewendet werden. Würde man aus diesem Wissen heraus verantwortungsvoll mit den Konserverven umgehen, könnt man auch leicht auf die Spender mit Allergiepotential verzichten! Stattdessen bedient man einen riesigen etablierten Blutkonservenmarkt, denn daran verdient es sich gut! Hoffe sehr auf Einsicht der verantwortlichen Ärzte, denn dann regelt sich der Markt von ganz alleine. Auch die Kassen sollten verantwortlich mit dem Thema umgehen!
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