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Diagnose Demenz: Mehr Lebensqualität für Menschen mit Alzheimer

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Patientin beim Klavierspielen in einer Demenz-WG Zur Großansicht
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Patientin beim Klavierspielen in einer Demenz-WG

Viele Patienten mit Alzheimer erfahren nicht, dass sie an der Erkrankung leiden - und Angehörige werden mit Verlegenheitsdiagnosen ratlos zurückgelassen. Dabei lässt sich die Lebensqualität der Betroffenen und deren Familien leicht verbessern.

Für den Fotografen Gunter Sachs war es eine "ausweglose Krankheit". Dies schrieb er in seinen Abschiedsbrief, bevor er sich vor zwei Jahren das Leben nahm. Der berühmte deutsche Playboy, der vermutlich an einer Alzheimer-Demenz litt, wollte seinen geistigen Verfall (mehr zur Entstehung von Alzheimer lesen Sie hier) nicht erleben - ähnlich wie viele andere Menschen. Eine Umfrage der Deutschen Angestellten-Krankenkasse DAK aus dem Jahr 2010 ergab, dass die Hälfte der Befragten die Demenz mehr als jedes andere Leiden fürchteten.

Dabei erfahren viele Patienten gar nicht, ob sie an einer Alzheimer-Erkrankung leiden. Nur etwa ein Drittel aller Patienten mit klinischen Symptomen einer Demenz, so das Ergebnis einer Studie der Uni-Klinik Hamburg-Eppendorf, werden vom Hausarzt zu einem Spezialisten überwiesen. Ein Computer- oder Kernspintomogramm des Kopfes wurde nur bei rund 13 Prozent der Patienten gefertigt, obwohl dies den Leitlinien zufolge zur Diagnosestellung einer Demenz unbedingt dazu gehört.

Auch andere Erkrankungen wie eine Störung der Schilddrüsenhormone oder eine Depression, eine Erkrankung der Blutgefäße im Gehirn oder ein Hirntumor müssen als Ursache der zunehmenden Vergesslichkeit ausgeschlossen werden. "Wenn die Patienten an einer anderen Erkrankung leiden, können wir sie oft erfolgreich behandeln", sagt Andreas Fellgiebel, Leiter der Gedächtnisambulanz an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz. Diese Chance würde jedoch oft vergeben.

Weniger Stress, mehr Lebensqualität

Stattdessen gehen die Patienten oft mit Diagnosen wie einer senilen Demenz nach Hause - einer Verlegenheitsdiagnose, die den Betroffenen und seine Angehörigen ratlos zurück lässt. "Die Alzheimer-Erkrankung ist immer noch mit einem Tabu behaftet", sagt Fellgiebel. "Oft glaubten die Ärzte auch, den Patienten mit der Wahrheit besser zu verschonen - auch, weil er ihnen ohnehin keine heilende Therapie bieten kann."

Darum haben es sich Mediziner zum Ziel gesetzt, die Patienten und vor allem deren Angehörige frühzeitig zu unterstützen (mehr über die Früherkennung von Alzheimer lesen Sie hier).

Leidet die betreuende Familie unter weniger Stress, steigt auch die Lebensqualität der Patienten. Wie erfolgreich eine psychosoziale Beratung der Familien sein kann, ergab eine Studie der Universitätsmedizin Mainz. Im Vergleich zu anderen Familien, die nur eine Broschüre über die Alzheimer-Erkrankung erhielten, litten die besser informierten Familienmitglieder 18 Monate nach der Beratung deutlich seltener an Depressionen.

"Damit geht es auch den Patienten selbst besser", sagt Fellgiebel. Tatsächlich sei die Alzheimer-Demenz nicht das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann. "Unter der Erkrankung selbst leiden nur wenige Patienten", sagt der Neurologe. Wenn die Angehörigen jedoch sehr gestresst oder depressiv sind, belastet das die Betroffenen enorm.

DIAGNOSE UND FRÜHERKENNUNG VON ALZHEIMER

ENTSTEHUNG VON ALZHEIMER

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insgesamt 1 Beitrag
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1. Wie geht es weiter?
pickapeppa 05.11.2013
Ein sehr interessanter Artikel, aber wo finde ich die Fortsetzung? Folgende Fragen werden gestellt, aber keine Antwort gegeben: Wie kann man Alzheimer frühzeitig erkennen? Welche Tests sind sinnvoll? Welche Probleme gibt es bei der Früherkennung?
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Zur Autorin
  • Tinka Dietz
    Astrid Viciano hat in Deutschland, Frankreich und Spanien Medizin studiert, war nach ihrer Promotion Redakteurin bei "Focus", "Die Zeit" und beim "Stern", zuletzt für zwei Jahre in Los Angeles. Seit Juli 2012 lebt sie als freie Autorin in Paris.
Morbus Alzheimer
Die Alzheimer-Krankheit wird auch Morbus Alzheimer oder Demenz vom Alzheimer-Typ genannt. Der bayerische Nervenarzt Alois Alzheimer beschrieb die Erkrankung erstmals 1906 anhand von Beobachtungen an seiner 51-jährigen Patientin Auguste Deter, die fünf Jahre lang unter schwerem Gedächtnisverlust und paranoiden Wahnzuständen gelitten hatte, bevor sie starb. Bei der Analyse ihres Gehirns fand Alzheimer steinharte Ablagerungen, die sogenannten Plaques und Fibrillen.

Die langsam fortschreitende Erkrankung ist neurodegenerativ, das heißt in bestimmten Gehirnbereichen wie dem Hippocampus, den motorischen Arealen und dem Hirnstamm, gehen die Nervenzellen allmählich zugrunde. Die durchschnittliche Krankheitsdauer liegt zwischen sechs und acht Jahren, in Ausnahmefällen zwischen einem und 15 Jahren. Im Verlauf kann es zu Jahre anhaltenden Plateauphasen kommen, während derer sich der Patient stabil auf dem erreichten Niveau hält.


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