Gefürchtete Diagnose So fahnden Ärzte nach Alzheimer

Den Namen des Nachbarn vergessen, den Schlüssel liegen gelassen: Ist das Vergesslichkeit oder ein Anzeichen von Alzheimer-Demenz? Mediziner fahnden nach Methoden, die gefürchtete Krankheit frühzeitig vorherzusagen. Hier lesen Sie, wie die Tests funktionieren.

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Markierter Schlüsselbund: Wirksame Therapie gegen Alzheimer dürfte noch Jahre dauern
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Markierter Schlüsselbund: Wirksame Therapie gegen Alzheimer dürfte noch Jahre dauern


Zunächst ändert sich das Leben fast unmerklich, als hätte ein unsichtbarer Mitspieler auf einem Spielbrett heimlich ein paar Steinchen verrückt. An den Namen des Nachbarn können sich manche Menschen plötzlich nicht mehr erinnern. Oder an den Titel des Theaterstücks, das sie gerade besucht haben. Oder sie wissen nicht mehr, welche der neuen Buslinien sie nach Hause bringt.

Wird die Vergesslichkeit in eine Alzheimer-Demenz münden? Wird sich der Geist der Betroffenen in den folgenden Jahren unaufhaltsam verabschieden?

Das wollen Ärzte künftig voraussagen. Neue Untersuchungsmethoden sollen helfen, Alzheimer möglichst früh zu erkennen, um die Patienten und Angehörigen von Beginn der Erkrankung an zu unterstützen (mehr zum Thema Leben mit Alzheimer lesen Sie hier). Und um das Fortschreiten der Erkrankung womöglich zu bremsen.

SPIEGEL ONLINE gibt einen Überblick, welche Methoden es zur Diagnose von Alzheimer gibt.

Beta-Amyloid-Fibrille (Illustration): Frühe Hinweise auf die gefürchtete Alzheimer-Krankheit
Corbis

Beta-Amyloid-Fibrille (Illustration): Frühe Hinweise auf die gefürchtete Alzheimer-Krankheit

Fahndung nach Eiweißklumpen

In den vergangenen Jahren hat sich der Blick auf die Alzheimer-Erkrankung völlig gewandelt. "Wir wissen heute, dass sich das Gehirn bereits mindestens 10 bis 20 Jahre vor dem Auftreten der ersten Symptome massiv verändert", sagt Mathias Jucker, Leiter der Abteilung für Zellbiologie Neurologischer Erkrankungen am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen.

Schon bei geistig gesunden Menschen fanden Forscher Eiweißverklumpungen im Gehirn - Ablagerungen des Beta-Amyloid-Proteins, die bei der Alzheimer-Erkrankung typischerweise vorkommen. Im Laufe der Jahre verklebt im Inneren der Nervenzellen dann auch das Transportprotein Tau (mehr zur Entstehung von Alzheimer lesen Sie hier). Bis vor wenigen Jahren war es erst nach dem Tod des Patienten möglich, eine Alzheimer-Diagnose sicher zu stellen. Nun fahnden Wissenschaftler mit Hilfe neuer Testmethoden nach frühen Hinweisen auf das gefürchtete Leiden.

Im Gespräch mit einer Demenz-Kranken: Verminderte Denkleistung testen
DPA

Im Gespräch mit einer Demenz-Kranken: Verminderte Denkleistung testen

Tests zur Denkleistung

Zunächst verwenden Mediziner die neuen Verfahren vor allem, um Menschen mit einer leicht verminderten Denkleistung zu untersuchen: In neuropsychologischen Tests stellen Ärzte dabei fest, dass die Patienten sich spezielle Wortlisten schlecht merken können, ihre Sprache nicht mehr flüssig, ihre geistige Flexibilität eingeschränkt ist. "Dann suchen wir nach weiteren Hinweisen darauf, ob und wann die Betroffenen an einer Demenz erkranken werden", sagt Andreas Fellgiebel, Leiter der Gedächtnisambulanz an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz (mehr über Vergesslichkeit und Tests zur Denkleistung lesen Sie hier).

Allerdings nur, wenn die Patienten weitere Tests wünschen. Die Neurologen fahnden zum Beispiel nach den Eiweißablagerungen im Gehirn. Da die Ärzte den Patienten keine Gehirnproben entnehmen können, verwenden sie stattdessen deren Rückenmarksflüssigkeit. Ist die Konzentration des Beta-Amyloids in der entnommenen Probe erniedrigt oder jene des Tau-Proteins erhöht, verstärkt sich der Verdacht auf eine Alzheimer-Erkrankung. "Dies allein genügt jedoch noch nicht", sagt Fellgiebel.

Bildgebende Verfahren (Illustration): Hirnscans können Funktionsstörungen offenbaren
Corbis

Bildgebende Verfahren (Illustration): Hirnscans können Funktionsstörungen offenbaren

Bildgebende Verfahren

So prüfen die Neurologen auch, ob die Nervenzellen bestimmter Hirnbereiche nicht mehr richtig arbeiten. Sie setzen winzige Mengen der radioaktiven Substanz Fluoro-Desoxy-Glukose (FDG) ein, um den Zuckerstoffwechsel und damit die Aktivität der Hirnrinde zu messen. Mit Hilfe dieser FDG-Positronen-Emissions-Tomografie (FDG-PET) können Mediziner schon sehr früh Funktionsstörungen der Nervenzellen feststellen.

Besonders aussagekräftig ist die Messung in einem Bereich der Hirnrinde, dem posterioren cingulären Kortex. "Liegt der Glukoseverbrauch dort unter 80 Prozent des Maximalverbrauchs, entwickeln mehr als 85 Prozent dieser Patienten innerhalb von zwei Jahren eine Alzheimer-Demenz", sagt Fellgiebel. Umgekehrt entwickelten Patienten mit einem normalen Hirnstoffwechsel nur selten die Erkrankung. "Dann können wir erst einmal eine Entwarnung geben."

Neuerdings wenden manche Kliniken auch eine Kombination aus PET-Untersuchung und Kernspintomogramm (MRT) an. Damit können sie besonders gut orten, welche Hirnbereiche in ihrer Funktion gestört sind. "Das könnte sich als Standarduntersuchung durchsetzen, ist aber mit hohen Kosten verbunden", sagt Alexander Drzezga, Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin an der Universitätsklinik Köln.

Zusätzlich können Mediziner das Beta-Amyloid mit Hilfe einer neuen PET-Untersuchung direkt im Gehirn nachweisen, ebenfalls mit Hilfe radioaktiv markierter Substanzen. "Zur klinischen Routine gehört das noch nicht ", sagt Drzezga. Bei Menschen mit leicht verminderter Denkleistung könne der Test jedoch gut vorhersagen, wie groß das Risiko einer Alzheimer-Demenz in den folgenden Jahren ist.

Blutprobe: Tests auf Nukleinsäuremoleküle sind noch Zukunftsmusik
AFP

Blutprobe: Tests auf Nukleinsäuremoleküle sind noch Zukunftsmusik

Bluttests

Künftig möchten manche Ärzte sogar völlig gesunde Menschen mit Hilfe eines Bluttests auf ihr Alzheimer-Risiko hin untersuchen, ähnlich wie die Kontrolle der Cholesterinwerte zur Bestimmung des Herzinfarktrisikos. Vor kurzem veröffentlichten Wissenschaftler der Universität Saarland einen Fachartikel, in dem sie eine mögliche Methode beschreiben: Im Blut von Alzheimer-Patienten entdeckten sie eine spezielle Signatur kleiner Nukleinsäuremoleküle, die für die Krankheit typisch ist.

"Ethisch wäre dies jedoch nur vertretbar, wenn wir den Patienten eine wirksame Therapie anbieten können", sagt Jens Wiltfang, Direktor der Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Göttingen. Und das, so Wiltfang, dürfte noch Jahre dauern.

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insgesamt 56 Beiträge
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Seite 1
rotkaeppchen_online 05.11.2013
1. Vorbeugen
Zitat von sysopDPADen Namen des Nachbarn vergessen, den Schlüssel liegen gelassen: Ist das Vergesslichkeit oder ein Anzeichen von Alzheimer-Demenz? Mediziner fahnden nach Methoden, die gefürchtete Krankheit frühzeitig vorherzusagen. Hier lesen Sie, wie die Tests funktionieren. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/alzheimer-hirnstoffwechsel-laesst-fruehe-diagnose-zu-a-931056.html
Jeder Konsument kann selber Vorbeugen und Aluminium aus der Nahrung und Körperpflegemitteln entfernen. Die Anzeichen eines Zusammenhangs sind zu deutlich, als dass es weiterhin Sinn hat, Magentabletten mit Aluminiumoxid zu schlucken, Backpulver mit Aluminiumtreibmittel zu nutzen, Deorolle auf Aluminiumchlorid zu verwenden oder durch Rohrreiniger feine Aluminiumdämpfe einzuatmen. Ganz zu schweigen von Wirkverstärkern im Impfmitteln und anderen Medikamenten.
rosenvater 05.11.2013
2. rotkaeppchen_online
Ich bin immer wieder überrascht. Da werden weltweit Millionen für die Alzheimer-Erforschung ausgegeben, Tausende Unternehmen und Experten forschen an einer Heilung. Und nun ist es ein/e Spiegel.-Forist/in, die das Problem löst. Chapeau.
salamicus 05.11.2013
3.
Zitat von rotkaeppchen_onlineJeder Konsument kann selber Vorbeugen und Aluminium aus der Nahrung und Körperpflegemitteln entfernen. Die Anzeichen eines Zusammenhangs sind zu deutlich, als dass es weiterhin Sinn hat, Magentabletten mit Aluminiumoxid zu schlucken, Backpulver mit Aluminiumtreibmittel zu nutzen, Deorolle auf Aluminiumchlorid zu verwenden oder durch Rohrreiniger feine Aluminiumdämpfe einzuatmen. Ganz zu schweigen von Wirkverstärkern im Impfmitteln und anderen Medikamenten.
Sagenhaft. Sie haben eine spektakulär einfache Prävention gegen Morbus Alzheimer gefunden und wurden noch nicht für den Medizin-Nobelpreis nominiert? Bestimmt haben das Lobbyisten der Hochschulmedizin und der Pharmaindustrie verhindert! Im "The Lancet" konnte ich Sie auch noch nicht finden. Kein Wunder, die Lobbyisten stecken alle unter einer Decke und verbieten die Wahrheit...
damocles_ 05.11.2013
4. Glukose
Wenn Neuronen bei der Altsheimerkrankheit Probleme haben Glukose zu verstoffwechseln, könnte man die Neuronen doch mit was anderem als Glukose füttern...
schroettel 05.11.2013
5. Vorbeugen
Jeder Mensch kann, indem er seinen Verstand einschaltet, selber gegen die Irrlehre der Homöopathie und anderer Wunderheiler vorbeugen.
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