Aortenaneurysma
Es gibt zwei Verfahren: Bei der offenen Operation entfernt der Arzt die Aussackung der Hauptschlagader und überbrückt sie mit einer Kunststoffprothese. Das Risiko ist im Vergleich zu einem minimalinvasiven Eingriff mit dem Katheter höher. Bei der minimalinvasiven Variante schiebt der Arzt einen Katheter samt einer umhüllten Gefäßprothese aus Metall, einem Stent, im Blutgefäß bis zur kranken Stelle vor.
Der Stent kleidet die Schlagader aus, das Blut fließt wieder entlang des eigentlichen Gefäßverlaufs, die Aussackung ist von der Blutversorgung abgeschnitten. In bis zu zehn Prozent der Fälle bilden sich nach einigen Jahren undichte Stellen. Deshalb muss regelmäßig kontrolliert werden. Eine kürzlich im Fachmagazin "New England Journal of Medicine" veröffentlichte Studie kam bei einem Langzeitvergleich zum Ergebnis: Nach beiden Verfahren überleben die Patienten vergleichbar lange.
Aneurysma an einem Gehirngefäß
Auch hier gibt es zwei Verfahren. Beim Coiling schiebt der Arzt kleine, weiche Platinspiralen (Coils) über einen feinen Katheter durch die Blutgefäße bis in das Aneurysma. In den Spiralen bilden sich Blutgerinnsel, die das Aneurysma verschließen. Diese Coils sind eher für kleine Aneurysmen geeignet. Die zweite Behandlungsmethode ist die offene Operation, das Clipping. Eine winzige Titanklammer schnürt den Blutstrom in die Gefäßaussackung ab. Das Clipping eignet sich insbesondere für größere und komplizierte Aneurysmen.
Aneurysmen können jedoch bei beiden Methoden während des Eingriffs platzen. "Weiterhin können Gefäße, die in unmittelbarer Nachbarschaft des Aneurysmas entspringen, unbeabsichtigt verschlossen werden, was zu einem lokalen kleinen Infarkt führen kann", sagt Volker Seifert, Direktor der Klinik für Neurochirurgie an der Universität Frankfurt am Main.
Betroffene, bei denen ein Aneurysma im Kopf festgestellt wurde, sollten sich in einem Krankenhaus beraten lassen, in dem Neurochirurgen, Neurologen und Neuroradiologen gemeinsam entscheiden, ob der Patient operiert werden sollte - und falls ja, mit welcher Methode. "Ich rate jedem Betroffenen dazu, in ein größeres Hirngefäßzentrum zu gehen. Wenn Neurochirurgen, Neuroradiologen und Neurologen fächerübergreifend zusammenarbeiten, sind bei 98 Prozent der Patienten gute Ergebnisse erzielbar", sagt Seifert.
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