Bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herrscht Anspannung: Nachdem in Großbritannien bei einem Patienten aus Katar vor wenigen Tagen ein bisher unbekanntes Coronavirus nachgewiesen wurde, befürchten Gesundheitsbehörden eine Ausbreitung des Erregers. Der 49-jährige Mann war mit einer schweren Lungenerkrankungen in die Klinik eingeliefert worden. Das Virus hatte bei ihm das schwere akute respiratorische Syndrom (Sars) ausgelöst - seither schwebt der Mann in Lebensgefahr.
Zahlreiche Gesundheitsbehörden weltweit folgten daraufhin einer Aufforderung der WHO und empfahlen Reisenden aus Saudi-Arabien, sich bei Symptomen einer möglichen Lungenerkrankung sofort beim Arzt zu melden. So war es auch im Fall von fünf Menschen aus Dänemark geschehen: Wegen des Verdachts einer Infektion mit dem Sars-ähnlichen Virus waren sie in einem Krankenhaus auf die Isolierstation gekommen.
Die vier Mitglieder einer Familie, darunter zwei Kleinkinder, und ein nicht mit der Familie in Verbindung stehender Mann hätten eine gewöhnliche Grippe, sagte der Chefarzt der Universitätsklinik in Odense, Svend Stenvang Petersen am Mittwoch. Es handle sich dabei um eine Influenza B, die Patienten könnten am Donnerstag nach Hause gehen, sagte Petersen. Es gehe ihnen trotz der Grippe gut. Der erkrankte Familienvater war den Angaben zufolge zuvor in Saudi-Arabien gewesen.
Bisher hat die WHO insgesamt zwei Fälle ausgemacht, in denen sich Menschen tatsächlich mit einem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Bereits im Juni erlag ein Mann aus dem saudi-arabischen Jeddah der Infektion. Ein Forscherteam um Ron Fouchier aus den Niederlanden hatte das Erbgut aus Lungengewebe des Patienten isoliert und analysiert. Der Vergleich mit dem Erbgut aus dem aktuellen Fall ergab, dass das Genom beider Isolate zu 99,5 Prozent übereinstimmt. Dennoch ist bisher unklar, ob es sich um identische Viren handelt. Unklar ist auch, ob zwischen den beiden Fällen ein Zusammenhang besteht.
Dem Robert-Koch-Institut zufolge ist eine Einschätzung der Bedeutung der Erkrankungen noch nicht möglich. Auffallend sei der lange Zeitabstand zwischen den beiden diagnostizierten Erkrankungsfällen, ebenso wie die Tatsache, dass bisher Hinweise auf eine mögliche Infektionsquelle oder Folgefälle unter Kontaktpersonen fehlten.
Ein Sars-Ausbruch vor zehn Jahren hatte weltweit mehr als 700 Todesfälle gefordert.
cib
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