Meilensteine der Medizin: Lebensretter Antibiotika

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Lebensretter: Antibiotika sind nach wie vor unsere schärfste Waffe gegen Bakterien

Antibiotika haben einen schlechten Ruf: Sie stecken im Essen, wirken nicht bei Erkältung und verursachen resistente Superkeime. Darüber wird schnell vergessen, was die Mittel im Kampf gegen Krankheiten leisten. Sie sind immer noch die schärfste Waffe gegen Bakterien. Ein Plädoyer.

Mit kaum einer Zahl lassen sich die Effekte des medizinischen Fortschritts, der verbesserten Hygiene und Lebensbedingungen anschaulicher beschreiben als mit der Lebenserwartung: Wir haben heute die Chance, rund 30 Jahre älter zu werden als unsere Vorfahren vor 100 Jahren. Wobei das nicht ganz richtig ist, alt wurden Menschen schon immer. Aber früher waren es wenige, heute ist es die Mehrzahl - zumindest in Westeuropa.

Was uns von unseren Vorfahren unterscheidet und dafür sorgt, dass weniger schon im Kindesalter oder als junge Menschen sterben, ist den Lebensumständen geschuldet. Dazu gehören bessere Wohnbedingungen und Ernährung, vor allem aber die verbesserte medizinische Versorgung.

Keinem einzelnen Faktor verdanken wir mehr persönliche Lebensjahre als den oft negativ in die Schlagzeilen geratenden Antibiotika. Zuletzt konnte man lesen, dass sie uns im Stich lassen. Das aber liegt nicht an minderwertiger Qualität dieser Waffe im Kampf gegen bakterielle Infektionen, sondern gerade an ihrer Güte. Sie sind unser schärfstes Schwert, wenn man so will - das nur deshalb stumpf wird, weil wir es überstrapazieren.

Versagende Heilmittel

Im Jahr 2005 sollen rund drei Millionen Europäer an bakteriellen Infektionen erkrankt sein, deren Erreger so gut wie resistent gegen Antibiotika waren. 50.000 Patienten starben, laut Weltgesundheitsorganisation WHO rund 25.000 davon in der EU.

Das sind erschreckende Zahlen. Die Zunahme resistenter Bakterien ist besorgniserregend und natürlich die Folge eines über Jahre zu sorglosen Umgangs mit Antibiotika. Nicht nur in der Tierzucht, auch bei der Behandlung von Menschen verordnen Ärzte zu schnell zu unspezifische Antibiotika, wenn sie eine bakterielle Infektion vermuten.

Das ist schlecht, weil jedes Mal, wenn Antibiotika in die Umwelt gelangen, Bakterien die Chance zur Ausbildung von Resistenzen erhalten. Erreger und Antibiotikum müssen dazu noch nicht einmal im Patienten aufeinander treffen: Wir scheiden die Drogen auch aus, Antibiotika landen im Abwasser und so in der Nahrungskette. Da reichern sie sich an, ergänzt durch ein antibiotisches Grundrauschen, das zu den fiesesten Nebenwirkungen industrieller Fleischerzeugung gehört. Sie erreichen dabei aber nur Konzentrationen, die deutlich geringer sind als im medizinischen Einsatz - sie fordern Erreger quasi heraus, gewöhnen sie an die für die Mikroben eigentlich tödliche Substanz, töten sie aber nicht. Das Problem beginnt also mit einer allgegenwärtigen, permanenten Unterdosis.

Unser Fehlverhalten züchtet resistente Erreger

Das sind ideale Bedingungen für eine regelrechte Zucht resistenter Erreger. Biologen sehen die Resistenz als Konsequenz eines steten Selektionsdrucks auf die Erreger: Bakterien, die niedrig dosierte Antibiotika verkraften, pflanzen sich fort. So werden Resistenzen vererbt und verstärkt. Ähnliche Mechanismen greifen in Krankenhäusern, wo resistente Bakterienstämme gerade deshalb entstehen, weil jeder Erreger im Dauerfeuer hygienischer Maßnahmen steht. Was das überlebt, ist besonders hartnäckig.

Das öffentliche Bewusstsein für diese Mechanismen wächst. Doch werden mitunter überzogene Schlüsse gezogen: Vielen Menschen erscheinen die Antibiotika als Ursache besonders gefährlicher Erkrankungen. Das aber ist Unsinn - die Erreger lernen nur, wie sie unsere Abwehrmaßnahmen unterlaufen können.

Kurzsteckbrief Antibiotika
Was? Antibiotika sind Stoffwechselprodukte von Pilzen oder Bakterien, die auf andere Mikroorganismen wachstumshemmend oder tödlich wirken.
Geschichte Penizillin wurde 1893 erstmals von Bartolomeo Gosio, dann erneut 1897 von Ernest Duchesne entdeckt und beschrieben. Die Entdeckungen wurden nicht als bedeutend erkannt. 1910 Entdeckung des Arsphenamins durch Paul Ehrlich. 1928 Wiederentdeckung des Penizillins durch Alexander Fleming, daraus resultierte die klinische Anwendung (Nobelpreis 1945).
Anwendung Arsphenamin wird ab 1910 gegen Syphilis eingesetzt. Ab 1935 gibt es mit Sulfonamid das erste synthetische Antibiotikum. Ab 1942 dann Penizillin-Einsatz als Breitband-Antibiotikum.
Wirkungsweise Antibiotika wirken gezielt gegen Stoffe, die typischerweise Bestandteil bakterieller Zellen sind (bestimmte Zucker, Säuren). Sie unterdrücken entweder eine Vermehrung oder töten Bakterien durch Auflösung von deren Zellwänden.
Nebenwirkungen Die bakterienspezifische Wirkungsweise schränkt Nebenwirkungen bei Säugetieren ein. Zu den häufigeren Nebenwirkungen gehören Störungen des Darm-Traktes, der für sein Funktionieren auf eine ausgeprägte bakterielle Darmflora angewiesen ist. Es gibt Allergien gegen Antibiotika.
Heute eingesetzt Natürliche, gentechnisch erzeugte oder synthetisierte Antibiotika, die man in sieben Stoffgruppen zusammenfasst.
Aktuelle Entwicklungen Der Trend geht hin zu spezifischen, punktuell wirkenden Antibiotika und weg von den über Jahrzehnte populäreren Breitband-Antibiotika - das verlangt allerdings eine präzisere, oft aufwendigere Diagnostik. Man hofft so, das Aufkommen resistenter Erreger zumindest bremsen zu können. In der Tierhaltung werden aus dem gleichen Grund in immer mehr Ländern Einschränkungen und Verbote erlassen.
Ausblick Neuentdeckungen bei Antibiotika werden seltener. Neue Präparate sind vor allem bei den gentechnischen und synthetischen Mitteln zu erwarten. Ein Ersatz für Antibiotika ist bisher nicht in Sicht: Wir bleiben auf sie angewiesen.
Wenn Menschen in großer Zahl an resistenten Bakterienstämmen erkranken, dann ist das fast wie eine Zeitreise: "Durch Antibiotikaresistenz droht uns eine Rückkehr zu Verhältnissen, wie sie vor der Entdeckung der Antibiotika herrschten", heißt es 2011 in einem Briefing der WHO für politische Entscheidungsträger.

Ohne Antibiotika: eine kurzlebige Welt

Ein Horrorszenario - damals lag die Lebenserwartung rund 30 Jahre niedriger als heute. Enorme Krankheitszahlen und hohe Sterblichkeit waren normal, bis man Ende des 19. Jahrhunderts Antibiotika entdeckte und Anfang des 20. Jahrhunderts langsam in die Medizin einführte. An Krankheiten wie bakterieller Hirnhautentzündung (Meningitis) sterben ohne Antibiotika weit über 90 Prozent der Patienten. Mit den Wirkstoffen sinkt die Letalität auf drei bis zehn Prozent. Anfang des 20. Jahrhunderts waren die häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt Durchfall, Lungenentzündung und Tuberkulose. Die größte Opfergruppe war unter fünf Jahre alt.

Man kann es nicht deutlich genug sagen: Erst Antibiotika haben die meisten, einst tödlichen, bakteriellen Infektionen zu Bagatellen gemacht. Infektionskrankheiten spielen im Reigen der häufigsten Todesursachen in der industrialisierten Welt kaum mehr eine Rolle (ein bis fünf Prozent). In den Entwicklungsländern sind sie dagegen mit bis zu über 40 Prozent nach wie vor die häufigste Todesursache.

So also sähe eine Welt ohne Antibiotika aus - oder eine, in der diese wirklich ihre Wirksamkeit verlören. Inzwischen ist man sich dessen bewusst und versucht, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren. Nicht, weil wir sie nicht mehr bräuchten, sondern gerade, weil wir ohne sie wehrlos wären.

Ein sparsamerer, gezielterer Umgang mit mit ihnen ist deshalb notwendig, um uns ihre Kraft zu erhalten. Es ist deshalb absehbar, dass wir Antibiotika mittelfristig durch andere Mittel ergänzen oder ersetzen müssen. Erforscht werden zurzeit unter anderem Methoden, hoch spezialisierte Viren gezielt gegen Bakterien einzusetzen. Frei von Risiken ist hier kein Weg. Doch nichts ist riskanter, als auf diese Waffen gegen Bakterien zu verzichten.

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insgesamt 20 Beiträge
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1.
testthewest 22.10.2012
Zitat von sysopCorbisAntibiotika haben einen schlechten Ruf: Sie stecken im Essen, wirken nicht bei Erkältung und verursachen resistente Superkeime. Darüber wird schnell vergessen, was die Mittel im Kampf gegen Krankheiten leisten. Sie sind immer noch die schärfste Waffe gegen Bakterien. Ein Plädoyer. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/antibiotika-bei-infektion-mit-bakterien-retten-sie-das-leben-a-861640.html
Antibiotika sind die beste Erfindung des Menschen. Jeder der mal ne Streptokokkenangina hatte, weiss wovon ich spreche!
2.
1948-2008 22.10.2012
Zitat von sysopCorbisAntibiotika haben einen schlechten Ruf: Sie stecken im Essen, wirken nicht bei Erkältung und verursachen resistente Superkeime. Darüber wird schnell vergessen, was die Mittel im Kampf gegen Krankheiten leisten. Sie sind immer noch die schärfste Waffe gegen Bakterien. Ein Plädoyer. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/antibiotika-bei-infektion-mit-bakterien-retten-sie-das-leben-a-861640.html
Auch die schärfste Waffe wird stumpf, wenn man sie zu oft gebraucht. Das ist keine "Kritik an den Antibiotika", sondern eine Kritik an ihrem verantwortungslosen und unbedachten Einsatz, wie er z.B. in der Geflügelhaltung, Schweinemast, Fisch- und Krabbenzucht Gang und Gäbe ist ! Die dort eingesetzten Antibiotika gelangen in die Umwelt, und es ist so nur noch eine Frage der Zeit, bis superresistente Bakterien und Viren überall verbreitet sein werden.
3. Vielen Dank!
Bowie 22.10.2012
Danke für dieses Plädoyer. Die Generation unserer Großeltern musste noch erleben, dass Menschen gar nicht selten an heutzutage simplen Weichteil- oder Zahninfektionen gestorben sind. Dennoch gilt es nach wie vor, mit vielen Vorurteilen aufzuräumen: 1.) Antibiotika wirken sehr spezifisch auf den Stoffwechsel und den Aufbau von Bakterien und nicht auf die Zellen von höherentwickelten Lebewesen, das heißt, auf unseren Körper (ausgenommen die bakterielle Darm - und Hautflora oder bei vorkommenden Allergien) haben sie keine Wirkung, 2.) Wenn der Arzt AB verschreibt, dann tut er das um bakterielle Primärinfektionen zu behandeln oder den Körper vor nach viralen Infekten vorkommenden bakteriellen Sekundärinfektionen zu schützen, 3.) Auf virale Infekte haben AB keine Wirkung, 4.) Resistent gegenüber AB können lediglich die Bakterien werden, nicht der entsprechend behandelte Organismus, 4.) Resistenzen entstehen durch den massenhaften und fahrlässigen Einsatz der AB in der Umwelt oder auch dadurch, dass AB zu kurz eingenommen werden. Sind nicht alle Keime der Infektion eliminiert, bekommen die stärksten oder resistentesten unter ihnen, die Chance, bei frühzeitigem Abbruch der Therapie den Körper neu zu besiedeln. Diese Keime sind dann schwerer zu behandeln. Ich denke, wenn man ein Antibiotikum verschrieben bekommt, ist kritisches Nachfragen berechtigt. Allerdings ist die Panik vor der Einnahme übertrieben. Man sollte sie dann asreichen lange nehmen und froh sein, dass man die Infektion in den meisten Fällen damit besiegt hat.
4.
Mario V. 22.10.2012
Generell sind Antibiotika sicher eine gute Sache, um alle möglichen Bakterien und Keime zu bekämpfen, keine Frage. Aber die historsche Betrachtung in diesem Artikel finde ich etwas einseitig. Sicher haben Antibiotika dazu beigetragen, Kranheitsverläufe abzumildern und Sterblichkeitsraten zu senken. Was aber gern unterschlagen wird ist, dass sich durch Verbesserung von Lebensbedingungen, Hygiene etc bereits die Entstehung und Ausbreitung von Krankheiten massiv verringert hat. Antibiotika waren und sind immer nur zweite Wahl, wenn es um die Gesundheit der Bevölkerung geht. Gebt den Menschen die Möglichkeit, sauber und gesund zu leben. Das verringert das Auftreten von Krankheiten mehr, als der EInsatz von Antibiotika Krankheiten lindern oder heilen kann. Außerdem spart es mehr Geld im Gesundheitssystem, weil weniger Behandlungen und Medikamente benötigt werden.
5. Persönliches Wissen über Antibiotika
fpwinter 22.10.2012
Schade: Der Artikel hätte zumindest darauf hinweisen können, daß die Wirkung von Antibiotika entscheidend auch davon abhängt, was der Patient über deren Anwendung weiß. Doch die meisten wissen ja nicht einmal, daß Antibiotika nur gegen Bakterien und einige andere Erreger, nie jedoch gegen Viren wirken. Viele übersehen auch die Einnahme-Vorschriften und wissen nichts von Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Denn kaum ein Patient kommt auf die Idee, seinem Arzt, der ihm Antibiotika verschreibt, mitzuteilen, welche Minerale und Vitamine er jeden Tag als Nahrungsergänzungsmittel einpfeift. Die können aber Antibiotika mitunter wirkungslos machen. Wichtig wäre auch, zu wissen, daß Antibiotika vom Arzt generell erstmal nur auf gut Glück gegeben werden (müssen), also nur aufgrund der Symptome und des Krankheitsverlaufs. Gerade deshalb gibt es Breitband-Antibiotika -- um die "Trefferwirksamkeit" zu erhöhen. Eine Erreger-Analyse im Labor dauert nämlich acht Wochen, und dann ist man bei gefährlichen Bakterien im Zweifelsfall schon tot. Allerdings gibt es einige Erreger, die aus der Klinik nicht zweifelsfrei erkennbar sind. Umso größer ist das Risiko. Nicht-tuberkulöse Mykobakterien können z. B. Lungenentzündungen mit Tuberkulose-ähnlichen Symptomen verursachen; wer hier mit einem herkömmlichen Antibiotikum behandelt wird (oder gar fälschlich wegen TB-Verdacht in Krankenhaus-Quarantäne landet), hat praktisch keine Chance mehr ...
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Zum Autor
  • Frank Patalong ist Rheinländer mit Ruhr-Wurzeln und seit 1999 bei SPIEGEL ONLINE.

Buchtipp
Antibiotika
Was sind Antibiotika?
Antibiotika sind Wirkstoffe, die gegen Bakterien wirken. Je nach Arzneimittel hemmen die Mittel das Bakterienwachstum oder töten die Krankheitserreger ab.

Gegen von Viren, Pilzen, Würmern oder Parasiten ausgelöste Krankheiten sind Antibiotika wirkungslos.
Was ist eine Antibiotika-Resistenz?
Antibiotika wirken nicht gegen alle Bakterien einer Art. Diejenigen, die sich von einem Wirkstoff weder hemmen noch abtöten lassen, sind gegen ihn resistent. Es gibt unterschiedliche Mechanismen, die zu einer Resistenz führen: zum Beispiel durch spontane Veränderungen im Erbgut der Bakterien oder durch den Austausch von Genen untereinander. Gefürchtet sind vor allem Erreger, die gegen viele verschiedene Antibiotika gleichzeitig geschützt sind, die multiresistenten Bakterien.
Wie können Resistenzen verhindert werden?
Antibiotika sollten nur dann verschrieben werden, wenn es wirklich sinnvoll ist. Bei von Viren ausgelösten Erkältungen sind Antibiotika fehl am Platz. Außerdem sollten die verfügbaren Wirkstoffe möglichst zielgenau eingesetzt werden: Ist der wahrscheinlichste Erreger einer Infektion bekannt, sollte kein Breitband-Antibiotikum verschrieben werden, das gegen möglichst viele Bakterien wirkt, sondern eines, das genau diesen Erreger zuverlässig angreift.
Warum muss ich Antibiotika länger nehmen, als ich mich krank fühle?
Setzt ein Patient sein Antibiotikum ab, sobald er sich besser fühlt, überlebt meist ein Teil der Bakterien. Einerseits steigt so das Risiko, erneut zu erkranken, andererseits haben die überlebenden Erreger so eine größere Chance, sich dem Antibiotikum anzupassen: Sie werden resistent.

Wenn Ihr Arzt Ihnen ein Antibiotikum verschreibt, ist es wichtig, das Medikament durchgehend, in ausreichender Dosis und so lange wie vorgeschrieben einzunehmen.
Mit welchen Nebenwirkungen muss man rechnen?
Häufige Nebenwirkungen sind allergische Reaktionen, Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit und Pilzinfektionen. Auch deshalb sollten Antibiotika nur dann eingesetzt werden, wenn sie für die Heilung einer bakteriellen Infektionskrankheit wirklich notwendig sind.
Was muss man bei der Einnahme beachten?
Antibiotika vertragen sich nicht mit allen Lebensmitteln oder anderen Medikamenten. Bei den meisten Antibiotika ist die Sicherheit der Pille zur Verhütung nicht mehr gegeben.

Je nach Wirkstoff kann es sein, dass ein Arzneimittel nicht mit Milch, Säften oder Alkohol gemeinsam eingenommen werden darf. Manche Antibiotika muss man in bestimmten Zeitabständen vor, während oder nach Mahlzeiten einnehmen. Wichtig ist auch der Zeitabstand zwischen den verschiedenen Tagesdosen, damit im Körper immer ein ausreichend hoher Spiegel des Wirkstoffs aufrechterhalten wird. Bei der Einnahme einiger Antibiotika sollten die Patienten sich nicht in der prallen Sonne aufhalten, weil sonst schneller als üblich ein Sonnenbrand droht.

Über die notwendigen Verhaltensweisen klärt Sie Ihr Arzt auf, der Ihnen das Antibiotikum verschreibt oder Ihr Apotheker, der es Ihnen verkauft. Es lohnt sich, nachzufragen.
Mehr Informationen
Einen Überblick über die richtige Anwendung von Antibiotika gibt es bei gesundheitsinformation.de, dem unabhängigen Informationsdienst des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG.

Quelle: Gesundheitsinformation.de

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