Arzt unter Verdacht Mittlerweile zwölf Hepatitis-C-Infektionen in Klinik

Weil ein Narkosearzt in Bayern Patienten mit Hepatitis C infiziert haben soll, werden nun Hunderte Menschen auf die Infektion getestet. Die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungen liegt derzeit bei zwölf.

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Inzwischen sind zwölf mit Hepatitis C infizierte Patienten bekannt, die in einem Krankenhaus in Donauwörth behandelt und dort möglicherweise von einem Narkosearzt angesteckt wurden. Das berichtete Gesundheitsamtsleiter Rainer Mainka am Montag.

Der Anästhesist, der selbst an Hepatitis C litt, soll Patienten bei Operationen mit dem Erreger der Infektionskrankheit angesteckt haben. Mittlerweile arbeitet der Mediziner nicht mehr in der Donau-Ries Klinik in Donauwörth.

Nach Angaben des Landratsamtes Donau-Ries war der Anästhesist, gegen den die Staatsanwaltschaft ermittelt, medikamentenabhängig. Auf welchem Weg er die Patienten infiziert hat, ist bislang unklar.

Tests für mehrere Hundert ehemalige Patienten

Hepatitis C wird durch Kontakt mit infiziertem Blut übertragen. Ärzte tragen im OP jedoch üblicherweise Handschuhe, die sie auch vor einer Ansteckung an infizierten Patienten schützen sollen. Hepatitis C kann auch durch verunreinigte medizinische Injektionen oder bei der gemeinsamen Benutzung von Drogenspritzen übertragen werden.

Ein Risiko besteht ebenfalls bei nicht richtig durchgeführten Tätowierungen oder beim Piercen mit verunreinigten Nadeln.

Mehrere Hundert ehemalige Patienten der Klinik sollen sich jetzt testen lassen, ob sie ebenfalls infiziert sind. Infektionen verlaufen nach Angaben des Robert Koch-Instituts in 60 bis 85 Prozent der Fälle chronisch und zählen zu den wichtigsten Ursachen von Leberzirrhose und Leberkrebs. Da die Infektion anfangs meist ohne Beschwerden verläuft, wird sie oft erst spät erkannt.

Zu teure Therapie

In Deutschland sind 400.000 bis 500.000 Menschen mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert. Weltweit leiden etwa 70 Millionen Menschen unter der chronischen Form der Erkrankung.

Es gibt eine Therapie auf dem Markt, die Hepatitis C bei einem Großteil der Patienten und mit vergleichsweise wenigen Nebenwirkungen heilen kann. Das Medikament ist allerdings extrem teuer. Auch Ärzte in Deutschland tun sich deshalb mitunter schwer, den Stoff zu verschreiben.

Hilfsorganisationen haben vor dem Europäischen Patentamt in München inzwischen Einspruch gegen das Patent des Pharmakonzerns Gilead auf den Wirkstoff eingelegt, um es für mehr Patienten zugänglich zu machen.

hei/dpa

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