Asien Zika-Virus breitet sich in Singapur aus

Bisher war Zika vor allem aus Südamerika und Florida bekannt. Nun haben sich auch in Zehntausenden Kilometer Entfernung Dutzende Menschen mit dem Virus infiziert.

Mückenbekämpfung in Singapur
AFP

Mückenbekämpfung in Singapur


In Singapur ist eine lokale Übertragung und Ausbreitung des Zika-Virus bestätigt worden. Das Land registrierte nach eigenen Angaben 41 Fälle, die meisten von ihnen seien ausländische Bauarbeiter. Die Behörden gehen davon aus, dass sich noch mehr mit dem Virus infizieren könnten.

Sieben Menschen würden derzeit noch im Krankenhaus behandelt, die übrigen seien wieder geheilt, heißt es in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums und der nationalen Umweltagentur. Erst am Samstag hatte die Regierung des Stadtstaats die Infektion einer 47-jährigen Malaysierin bestätigt. Bereits im Mai hatte ein 48-Jähriger das Zika-Virus aus Brasilien mit in das Land gebracht.

Das Virus hatte sich binnen Monaten in Mittel- und Südamerika und der Karibik ausgebreitet, auch im US-Bundesstaat Florida hatten sich zahlreiche Menschen angesteckt. Es wird vor allem über Gelbfiebermücken (Aedes aegypti) übertragen. Auch eine Infektion durch Geschlechtsverkehr ist möglich.

USA testen sämtliche Blutspenden auf Zika

Inzwischen gilt es als erwiesen, dass Zika bei Schwangeren schwere Schädelfehlbildungen der Kinder - die sogenannte Mikrozephalie - sowie neurologische Schäden verursachen kann. Rund 1600 behinderte Kinder wurden bislang in Brasilien geboren.

Singapurs Behörden hatten nach ersten Verdachtsfällen mehr als hundert Arbeiter einer Baustelle auf das Virus getestet. Da diese auch an anderen Orten in der Stadt lebten und arbeiteten, erwarten die Ärzte weitere Infektionen.

"Wir gehen davon aus, dass wir weitere positive Fälle haben", heißt es in der Regierungserklärung. Alle Gesundheitseinrichtungen seien in Alarmbereitschaft versetzt worden, rund 200 Beschäftigte bekämpften mit Sprays und Insektiziden die Mücken.

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO kommt das Virus seit 2013 immer wieder auch in Asien vor, darunter in Bangladesch, Kambodscha, Laos, Malaysia, auf den Malediven sowie den Philippinen. In Indonesien, Thailand und Vietnam kommt es nach Angaben der singapurischen Behörden derzeit ebenfalls zu lokalen Übertragungen.

"Jedes Land in der Region hat Zika-Übertragungen", bestätigte Prasert Thongcharoen, Berater der thailändischen Seuchenschutzbehörde. Auch die aktuelle Zika-Welle in Südamerika hat womöglich ihren Ursprung in Asien, wo die Menschen unter Umständen eine höhere Immunität aufweisen, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters.

Um in den USA eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern sollen fortan landesweit auch alle Blutkonserven auf Zika getestet werden. So will die US-Behörde für Arzneimittelzulassungen eine weitere Ausbreitung durch Blutspenden verhindern.

apr/Reuters/dpa

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Marvel Master 30.08.2016
1.
Darf die Menschheit sich jetzt überhaupt noch vermehren? Die Gefahr, dass nur noch degenrierte Menschen zur Welt kommen, steigt ja doch enorm an, wenn sich das Virus über den ganzen Planeten ausbreitet. Es wird irgendwann auch in Europa ankommen und sich hier vermehren. Wenn dann nur noch behinderte Kinder auf die Welt kommen, ist das wohl das Ende der Menschheit hinsichtlich Fortschritt und dem Leben, wie wir es heute kennen. Also noch schnell vermehren, bevor es zu spät ist. VG
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