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Barmer Report 2013: Versicherte müssen für Zahnersatz mehr zahlen

Wer in Deutschland eine Krone oder ein Implantat braucht, muss mit immer höheren Kosten rechnen: Durchschnittlich 776 Euro zahlen Patienten jährlich selbst für Zahnersatz, das offenbart der Zahnreport der Krankenkasse Barmer GEK. Doch es gibt deutliche regionale Unterschiede.

Untersuchung: Gute Reinigung ist beste Vorsorge gegen teuren Zahnersatz Zur Großansicht
Corbis

Untersuchung: Gute Reinigung ist beste Vorsorge gegen teuren Zahnersatz

Wer zum Zahnarzt geht, hat meist die Qual der Wahl - vorausgesetzt, das Portemonnaie spielt mit: Möchten Sie lieber eine Brücke, eine Krone oder ein Implantat? Darf es eine professionelle Zahnreinigung sein? Wünschen Sie eine Laserbehandlung gegen Ihre Parodontitis? Die Kosten für Zahnersatz steigen - und Patienten müssen einen größeren Anteil der Kosten für Kronen, Brücken und Implantate selbst tragen. Das geht aus dem Zahnreport 2013 der Krankenkasse Barmer GEK hervor, der am Dienstag in Berlin präsentiert wurde.

Demnach betrugen die Durchschnittskosten für Zahnersatz im Erhebungsjahr 2009 etwa 1400 Euro pro Person. Das entspricht einem Anstieg von 18 Prozent seit 2005. Über die Hälfte der Kosten - im Schnitt 776 Euro - mussten Patienten der Studie zufolge privat aufbringen.

Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK, spricht von einem schleichenden Trend zu höheren Privatkosten. Nirgendwo sonst im Gesundheitswesen sei die Aufspaltung in eine Basisversorgung und privat getragene Premiumbehandlung weiter fortgeschritten, so Schlenker.

Dieser Trend zu höheren Preisen setze sich fort, sagt Studienautor Thomas Schäfer vom Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitsforschung in Hannover. Das sei für die Jahre nach 2009 in den Daten der Gesundheitsausgabenrechnung des Bundes belegt, so Schäfer. Allerdings handelt es sich bei der Studie nicht um eine repräsentative Analyse.

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Zahnersatz in Deutschland: Teurer Süden, fleißiger Osten
Der Report zeigt zudem, wie viele Menschen jedes Jahr mindestens einen Zahnersatz bekommen: Im Jahr 2009 war es mehr als jeder zehnte Versicherte der ehemaligen Gmünder Ersatzkasse GEK. Frauen kontaktieren Zahnärzte der Studie zufolge deutlich häufiger als Männer. Während sie durchschnittlich 2,3-mal pro Jahr in die Praxis gehen, suchen Männer nur 1,99-mal jährlich einen Zahnarzt auf. Junge Männer zwischen 20 und 24 Jahren sind noch zurückhaltender: Sie lassen sich im Durchschnitt nur 1,34-mal pro Jahr in den Mund schauen.

Auch im Ländervergleich offenbaren sich deutliche Unterschiede: Während die Sachsen mit 2,52 Zahnarztbesuchen pro Jahr Spitzenreiter sind, bilden die Saarländer mit 1,86 Kontakten das Schlusslicht. Insgesamt scheinen die ostdeutschen Bundesländer deutlich aktiver zu sein, was die Pflege ihrer Zähne angeht. Sowohl beim Thema Vorsorge als auch bei den Zahnarztbesuchen und der Zahnsteinentfernung liegen sie über dem Durchschnitt.

Einen möglichen Zusammenhang könnte das mit den Kosten haben, allerdings belegen die Zahlen das nicht. In Sachsen-Anhalt und Brandenburg liegt der Eigenanteil an den Kosten für Zahnersatz 15 und 12 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt, Baden-Württemberg und Bayern hingegen liegen 8,5 und 6,4 Prozent darüber.

Bei der Zahnvorsorge im Kindesalter werfen die Daten allerdings auch Fragen auf: Bundesweit nahmen 2010 31,9 Prozent der Kleinkinder Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch. Allerdings wurden auch 29 Prozent aller Vorschulkinder in den Kindergärten und Vorschulen zahnärztlich untersucht. "Da es eine unbekannte Zahl von Kleinkindern gibt, die sowohl im Kindergarten als auch beim Zahnarzt untersucht werden, kann man die Anteile nicht einfach addieren", sagte Schäfer. "Der tatsächliche Anteil untersuchter Kleinkinder dürfte etwa in der Mitte zwischen 32 und 61 Prozent liegen."

hei/dpa

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1. Gute Zähne vermeiden Arztbesuche
westenmax 23.04.2013
Ob die Häufigkeit des Zahnarztbesuches eine Aussage zum Pflegezustand ermöglicht bezweifele ich stark. Ich darf z.B. nicht häufiger als 1x im Jahr zur Kontrolle kommen, da die Kasse "nur 1x im Jahr die Zahnsteinentfernung übernimmt". Sagt der Zahnarzt. Seit Jahren dauert so ein Termin 15 Minuten. Dann werde ich zum nächsten Jahr verabschiedet. Leider habe ich dadurch schon mal das eine oder andere Jahr vergessen überhaupt zum Zahnarzt zu gehen. Ich meine, vielleicht pflegen z.B. Männer oder Westdeutsche ihre Zähne besser und brauchen deshalb nur selten Zahnersatz.
2. Das dürfte auch an den Versicherungen liegen
chagall1985 23.04.2013
Zitat von sysopCorbisWer in Deutschland eine Krone oder ein Implantat braucht, muss mit immer höheren Kosten rechnen: Durchschnittlich 776 Euro zahlen Patienten jährlich selbst für Zahnersatz, das offenbart der Zahnreport der Krankenkasse Barmer GEK. Doch es gibt deutliche regionale Unterschiede. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/barmer-zahnreport-2013-versicherte-muessen-fuer-zahnersatz-mehr-zahlen-a-895962.html
Die Zahnzusatzversicherung ist eine der beliebtesten Krankenzusatzversicherungen die es gibt. 85-90% des Rechnungsbetrages trägt dann die GKV und PKV. Je mehr Leute diese Versicherung haben desto weniger achten Zahnärzte natürlich auch auf Ihre Kosten. Immerhin ein großer Unterschied ob man zum normalen, 2,3 oder 3,5 fachen Satz der Gebührenordnung abrechnet. Mir sind auch schon Abrechungen untergekommen wo der Zahnartzt mal eben versucht hat den 7 fachen Satz durchzudrücken.
3. Verfaule bei lebendigem Leib
schofel 23.04.2013
Mein Nettoeinkommen liegt knapp unter dem Pfändungfreibetrag, d.h. 50-Std Woche (ohne Aufstockung). Meine 4 abgebrochenen Zähne kann ich nicht behandeln lassen. Das Geld reicht dafür nicht. Ich verfaule mit 56 Jahren bei lebendigem Leib. Wann der Kiefer so entzündet ist, dass ich zusammenbreche ist eine Frage der Zeit. Das System spart doppelt - KV und Rente. Dafür habe ich knapp 40 Jahre sozialversicherungspflichtig gearbeitet - Schön, dass Ihr drüber gesprochen habt.....
4. Nicht ganz...
Seven76 23.04.2013
Zitat von westenmaxOb die Häufigkeit des Zahnarztbesuches eine Aussage zum Pflegezustand ermöglicht bezweifele ich stark. Ich darf z.B. nicht häufiger als 1x im Jahr zur Kontrolle kommen, da die Kasse "nur 1x im Jahr die Zahnsteinentfernung übernimmt". Sagt der Zahnarzt. Seit Jahren dauert so ein Termin 15 Minuten. Dann werde ich zum nächsten Jahr verabschiedet. Leider habe ich dadurch schon mal das eine oder andere Jahr vergessen überhaupt zum Zahnarzt zu gehen. Ich meine, vielleicht pflegen z.B. Männer oder Westdeutsche ihre Zähne besser und brauchen deshalb nur selten Zahnersatz.
Dann sagt er nicht ganz die Wahrheit...;-) Die Kasse bezahlt grundsätzlich zwei Vorsorgetermine im Jahr, lediglich die Zahnsteinentfernung ist einmal pro Jahr abrechnungsfähig. Moderne Praxen sollten ein Recall-System haben und Sie auf Wunsch per SMS, Mail oder Telefon an Ihre bevorstehenden Termine erinnern...:-)
5. Ist GoAe
hauser kd 23.04.2013
Zitat von chagall1985Die Zahnzusatzversicherung ist eine der beliebtesten Krankenzusatzversicherungen die es gibt. 85-90% des Rechnungsbetrages trägt dann die GKV und PKV. Je mehr Leute diese Versicherung haben desto weniger achten Zahnärzte natürlich auch auf Ihre Kosten. Immerhin ein großer Unterschied ob man zum normalen, 2,3 oder 3,5 fachen Satz der Gebührenordnung abrechnet. Mir sind auch schon Abrechungen untergekommen wo der Zahnartzt mal eben versucht hat den 7 fachen Satz durchzudrücken.
und hat rein garnichts mit dem Titel zu tun. Da geht es um GKV-Versicherte. Wovon Sie schwafeln sind PKV-Versicherte.
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Karies
Bakterienschaden
Bakterien im Mund sind völlig normal: Sie gehören zur Mundflora dazu, mehr als 700 verschiedene Bakterienarten tummeln sich in der Mundhöhle. Ist die Mundflora im Gleichgewicht, schützen die dort angesiedelten Bakterien sogar vor Infektionen mit krankmachenden Erregern.

Nach dem Essen bilden die Bakterien gemeinsam mit Speichel einen Biofilm auf den Zähnen, Plaque genannt. Dieser muss regelmäßig entfernt werden. Ansonsten vermehren sich vor allem jene Bakterien, die Karies verursachen können, insbesondere dann, wenn ihnen unbegrenzt Zucker zur Verfügung steht, denn der unterstützt ihren Stoffwechsel. Die Karieskeime, zu denen unter anderem Lactobazillen und verschiedene Streptokokken zählen, produzieren organische Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Karies entsteht.
Vorstufen
Bevor das berühmte Loch im Zahn auftritt, fallen bereits weiße Flecken auf den Zähnen auf. Das sind Stellen, an denen dem Zahn Mineralien fehlen, was noch heilbar ist. Unter anderem deswegen wird Zahnpasta Fluorid zugesetzt: Das Fluorid soll dafür sorgen, dass Mineralien aus dem Speichel wieder in den Zahnschmelz eingebaut werden.
Gefährdete Zähne
Bei Kleinkindern entsteht Karies vor allem am Zahnfleischrand an den oberen Schneidezähnen, Zahnärzte nennen das Nuckelflaschenkaries. Im Kindesalter sind dagegen vor allem die Kauflächen der Backenzähne betroffen. Bei Erwachsenen schließlich sitzt Karies in engen Zahnzwischenräumen. Erst im Seniorenalter kommt es häufiger zu Wurzelkaries an freiligenden Zahnhälsen.
Folgen
Neben unangenehmen Behandlungen beim Zahnarzt droht der Verlust der kariösen Zähne. Je früher der Zahn behandelt wird, desto besser stehen die Chancen, ihn erhalten zu können. Dabei versucht der Zahnarzt zunächst, die Bakterien daran zu hindern, sich weiter auszubreiten. Der Zahnarzt alleine kann allerdings nicht viel bewirken, wenn der Patient nicht mitmacht: Eine gute Mundhygiene ist Pflicht, damit der Zahn gerettet werden kann.
Vorbeugung
Zahnärzte nennen drei Säulen der Prophylaxe: eine gesunde Ernährung, die gründliche Mundhygiene und regelmäßige Fluoridierung. Zusätzlich gibt es in vielen Zahnarztpraxen Angebote für eine professionelle Zahnreinigung.
Schutz bei Kleinkindern
Stillen gilt als natürlicher Schutz vor Karies. Geht das nicht, kommt es auf die richtigen Sauger an. Die Flasche sollten Kleinkinder nur zu den Mahlzeiten bekommen oder zum Durstlöschen. Und auch dann sollten nur ungesüßte Getränke in der Flasche sein: Wasser oder Tee. Sobald das Kind Zähne hat, sollten man diese mit einer fluoridhaltigen Kleinkindzahnpasta putzen. Sie sollte etwa 500 ppm Fluorid enthalten. Die Angabe steht im Kleingedruckten auf der Tube.
Schutz bei Kindern bis sechs Jahren
Kinder, die ihre Milchzähne haben und selbst Zähne putzen können, sollten das zweimal täglich mit fluoridhaltiger Kinderzahnpasta tun. Damit die Zähne komplett geputzt werden, empfehlen Zahnärzte die "KAI-Methode": zuerst die Kauflächen, dann die Außen- und die Innenseite der Zähne.

Die Zahnpasta für Kleinkinder sollte etwa 500 ppm Fluorid enthalten. Die Angabe steht im Kleingedruckten auf der Tube.
Zähneputzen bei Schulkindern
Mit den ersten bleibenden Zähnen gibt es auch eine neue Zahnpasta für die Kinder: 1500 ppm Fluorid empfehlen Zahnärzte, die Angabe steht im Kleingedruckten auf der Tube. Geputzt wird weiterhin zweimal täglich mindestens zwei Minuten. Weil die bleibenden Zähne enger stehen als die Milchzähne, sollten sich Schulkinder an den Gebrauch von Zahnseide gewöhnen. Einmal täglich empfehlen Zahnärzte.
Tipps für Erwachsene
Natürlich müssen auch Erwachsene nach der KAI-Regel zweimal täglich Zähne putzen. Wichtig ist aber vor allem, die Zahnzwischenräume mit Zahnseide zu reinigen. Gepflegt werden sollte auch das Zahnfleisch, sonst entstehen Schäden am Zahnhals - wo Karies sich schneller ausbreiten kann.
Zahnbürste und Zahnpasta
Die Zahnbürste sollte man alle drei Monate wechseln. Fragen Sie Ihren Zahnarzt, wenn Sie unsicher sind, welche die richtige für Sie ist.

Die Zahnpasta sollte einen Fluoridgehalt von 1.400 bis 1.500 ppm haben, die Angabe steht im Kleingedruckten auf der Tube.
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