AB0-System: Blutgruppe 0 schützt das Herz vor Krankheiten

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Blutprobe: Risiko für Herzkrankheiten hängt auch von der Blutgruppe ab

Wer die Blutgruppe 0 hat, leidet seltener unter Herzerkrankungen, haben Forscher bei zwei großen Analysen herausgefunden. Am stärksten gefährdet sind demnach Menschen mit der Blutgruppe AB. Die Ergebnisse sollen helfen, Vorsorgeuntersuchungen zu optimieren.

Menschen mit der Blutgruppe 0 leiden seltener unter Herzkrankheiten als andere. Ihre Herzkranzgefäße sind gesünder und besitzen weniger Schäden, die zu einem Infarkt führen könnten. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher um Lu Qi von der Harvard School of Public Health in Boston, die in zwei großen Studien knapp 90.000 Menschen mehr als 20 Jahre lang begleitet haben.

In der Zeit erkrankten 2055 der Teilnehmer an einer koronaren Herzkrankheit, also an einer Erkrankung der Herzkranzgefäße. Am stärksten gefährdet waren Menschen mit der seltenen Blutgruppe AB. Ihr Risiko, im Laufe des Lebens eine koronare Herzkrankheit zu entwickeln, ist laut den Ergebnissen um 23 Prozent höher als das der Menschen mit Blut der Gruppe 0. Bei der Blutgruppe B sei das Risiko um elf Prozent erhöht, bei A um fünf Prozent, schreiben die US-Mediziner im Fachmagazin "Arteriosclerosis, Thrombosis and Vascular Biology".

Die Studie liefert nach Angaben von Qi wertvolle Ergebnisse für die richtige Vorsorgebehandlung von Risikopatienten. Bislang wissen die Forscher allerdings noch nicht genau, auf welche Weise die Blutgruppe das Risiko für Herzerkrankungen beeinflussen kann.

Unterschiede in der Cholesterin-Konzentration?

Denkbar seien verschiedene Erklärungen, berichten die Forscher. So sei es zum Beispiel möglich, dass A-Blut vergleichsweise hohe Konzentrationen des sogenannten schlechten Cholesterins LDL enthält, das Arterien verstopfen kann. Menschen mit AB-Blut seien zudem anfällig für Entzündungen, die den Blutgefäßen schaden könnten. Das Blut der Gruppe 0 hingegen enthalte eventuell eine größere Menge einer Substanz, die den Blutfluss verbessere.

Welche Blutgruppe ein Mensch besitzt, hängt davon ab, welche Antigene seine roten Blutkörperchen auf ihrer Oberfläche tragen. Menschen mit der Blutgruppe A etwa besitzen das Antigen A auf ihren roten Blutkörperchen, Menschen mit der Blutgruppe B das Antigen B, Menschen mit der Blutgruppe AB beide Antigene und Menschen mit der Blutgruppe 0 kein Antigen.

Abhängig von der Blutgruppe zirkulieren zudem Antikörper im Blut, die sich gegen alle Antigene - außer die eigenen - richten. Menschen mit der Blutgruppe A besitzen demnach Antikörper gegen das Antigen B, Menschen mit der Blutgruppe B besitzen Antikörper gegen das Antigen A.

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Blau- oder kaltblütig: Pseudowissenschaftliche Theorien zu Blutgruppen
Das AB0-System ist besonders in asiatischen Ländern mitunter Ausgangspunkt für wissenschaftlich unhaltbare Thesen: Demnach soll der Charakter im Blut liegen, in Bewerbungsgesprächen wird die Blutgruppe abgefragt, beim Dating ist sie unverzichtbar, und der Spielehersteller Nintendo berücksichtigt das AB0-System sogar bei einem seiner Spiele. Europäer und US-Amerikaner wiederum setzen auf die Blutgruppen-Diät, die von Ernährungswissenschaftlern scharf kritisiert wird.

irb/dpa

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Yeah
Thorongil 16.08.2012
Jackpot gezogen! Grüße an alle Nicht-Nuller!
2. Keine Garantie
ragr11 16.08.2012
Habe Blutgruppe 0 und vor 5 Jahren nur knapp einen schweren Hinterwand-Infarkt überlebt. Auch waren nicht die üblichen Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht und Stress bei mir vorhanden. Man sich eben nie in Sicherheit wiegen.
3. optional
Rahvin 17.08.2012
Noch vor wenigen Tagen wird im SPON darüber berichtet, dass die vermeintliche Beziehung zwischen Blutgruppe und Krankheitsneigungen Humbug wäre. Statistisch lässt sich sicherlich irgendetwas nachweisen, in der Praxis lassen sich solche Behauptungen aber meist nicht bestätigen und führen nur zur Verunsicherung von eingebildeten Patienten, die sich dann unvermittelt krank wähnen, weil sie doch tatsächlich die Blutgruppe AB haben. Am besten gefallen mir Schwiegermütter, die behaupten, Tomaten bekämen Menschen mit der Blutgruppe A nicht gut, daher müsse man zukünftig auf jeglichen Genuss von Tomaten in jedweder Form absehen. Solchen Aberglauben dann wieder aus den Köpfen der Betroffenen herauszulösen, ist fast unmöglich. Und jeder, der solche Informationen verbreitet, gehört ignoriert.
4. Fazit
12ullameyko 17.08.2012
Glaube nie einer Statistik die Du nicht selber gefälscht hast Es zeigt sich halt immer wieder, dass die Schnittmenge einer bestimmten Bevölkerungsgruppe immer noch aus Individuen besteht ...
5. Sysiphosarbeit
cassandros 17.08.2012
Zitat von RahvinAm besten gefallen mir Schwiegermütter, die behaupten, Tomaten bekämen Menschen mit der Blutgruppe A nicht gut, daher müsse man zukünftig auf jeglichen Genuss von Tomaten in jedweder Form absehen.
Das ist doch verrückt. Jedes Kind weiß doch, daß die rote Farbe im Blut von den Tomaten kommt. Wenn man keine Tomaten mehr ißt, bekommt man Blutarmut.* Richtig. Was ein Narr sich in den Kopf gesetzt, das hält wie eine Schrift, die man in Marmor ätzt. Magnus Gottfried Lichtwer (1719-83) Ignorieren reicht nicht. Man muss es bekämpfen - auch wenn es ein Kampf gegen Windmühlen ist. ---------------------------------------------------------------------------- *Ich wollt' nur mal wissen, wie es sich anfühlt, so richtig esoterischen Quadratunsinn zu schreiben.
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