Broken-Heart-Syndrom Wenn Glück das Herz bricht

Das "Gebrochenes-Herz-Syndrom" ähnelt einem Infarkt, es kann durch schwere Trauer ausgelöst werden. Neue Daten zeigen aber: Auch Glückserlebnisse können das Herz brechen.

Herzregion im menschlichen Körper (Symbolbild)
Corbis

Herzregion im menschlichen Körper (Symbolbild)


Glückliche Ereignisse wie die Geburt eines Kindes oder Siegesgefühle können einen gefährlichen Zustand auslösen, das sogenannte Broken-Heart-Syndrom, also Gebrochenes-Herz-Syndrom, berichteten Ärzte und Forscher im "European Heart Journal".

Der auch als Takotsubo-Syndrom bekannte Zustand umfasse eine plötzliche Schwächung von Herzmuskeln, wodurch die linke Herzkammer unten übermäßig aufgebläht werde.

Neben akuten Brustschmerzen und Atemnot könne dies bis hin zum Herzinfarkt und zum Tod führen, schrieben die Ärzte weiter. Schon länger war bekannt, dass ein plötzlicher emotionaler Schock - in der Regel etwas Erschütterndes wie der Tod eines geliebten Menschen - zu Herzinfarkten führen kann.

Es fehlten aber Statistiken dazu und niemand hatte bisher untersucht, ob auch ein besonders glückliches Ereignis solch einen Zustand zur Folge haben kann. Zwei Schweizer Forscher von der Uniklinik Zürich setzten dann im Jahr 2011 ein Register auf, um solche Fälle festzuhalten.

Vor allem Frauen betroffen

Fünf Jahre später haben 25 Kliniken in neun Ländern statistische Daten über 1750 Takotsubo-Fälle gesammelt. Der Untersuchung der Forscher zufolge waren emotionale Schocks in 485 Fällen für das Syndrom verantwortlich - vier Prozent davon nach einem glücklichen Ereignis, wovon aber keiner tödlich verlief.

Aus bisher unbekannten Gründen war der Großteil der Patienten - bei glücklichen und unglücklichen Ereignissen - Frauen.

Seit Anfang der Neunzigerjahre kennen Kardiologen das sogenannte Broken-Heart-Syndrom als Krankheitsbild. Die Beschwerden der Erkrankung ähneln denen eines Herzinfarkts: Das Herz krampft sich zusammen, die Brust schmerzt und fühlt sich eng an. Ursache ist aber keine verschlossene Ader, sondern eine stressbedingte Verengung der Herzkranzgefäße.

Diese bremst ebenfalls die Durchblutung des Herzmuskels, ist aber nicht so folgenschwer. In der Regel erholt sich das Herz innerhalb weniger Tage oder Wochen von den Beschwerden.

boj/AFP

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insgesamt 11 Beiträge
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schumie 03.03.2016
1. Sprachpantscherei
Wer ständig neue Krankheitsbilder braucht, damit der Rubel im Gesundheitswesen rollt, für den ist dieses "neue" Krankheitsbild ein gefundenes Fressen. Rezept: Man kaufe sich ein paar "Wissenschaftler" rühre eine neue Angstsuppe mit ein paar Studien und fertig ist die neue Krankheit nebst (am profitabelsten) lebenslanger Medikation. Was früher einfach Liebeskummer war ist heute das wissenschaftlich untersuchte "broken heart syndrom"
jkleinmann 03.03.2016
2. @schumie
Leider haben Sie das Krankheitsbild nicht verstanden und den (zugegeben nicht sehr erschöpfenden) Artikel offenbar nicht genau gelesen. Bei der Tako-Tsubo-Kardiomyopathie handelt es sich um eine nachweisbare Krankheit des Herzmuskels mit einer ganz typischen Formveränderung des Herzens, so dass es aussieht wie eine japanische Tintenfischfalle (= Tako-Tsubo) aussieht. Keine Erfindung in diesem Falle, sondern ein vermutlich durch Stresshormone ausgelöstes, lebensbedrohliches Krankheitsbild, das zwar ausheilen kann, sich aber in der Akutphase eben nicht wie ein sich sogar im EKG gleich darstellender Herzinfarkt per Gefäßaufweitung behandeln lässt.
schumie 03.03.2016
3. die Kirche im Dorf lassen
Zitat von jkleinmannLeider haben Sie das Krankheitsbild nicht verstanden und den (zugegeben nicht sehr erschöpfenden) Artikel offenbar nicht genau gelesen. Bei der Tako-Tsubo-Kardiomyopathie handelt es sich um eine nachweisbare Krankheit des Herzmuskels mit einer ganz typischen Formveränderung des Herzens, so dass es aussieht wie eine japanische Tintenfischfalle (= Tako-Tsubo) aussieht. Keine Erfindung in diesem Falle, sondern ein vermutlich durch Stresshormone ausgelöstes, lebensbedrohliches Krankheitsbild, das zwar ausheilen kann, sich aber in der Akutphase eben nicht wie ein sich sogar im EKG gleich darstellender Herzinfarkt per Gefäßaufweitung behandeln lässt.
warum nennt an das Krankheitsbild dann nicht einfach Tako- Tsubo Kardiomyopathie und beläßt es dabei! Das "Broken Heart Syndrom mit: "Das Herz krampft sich zusammen, die Brust schmerzt und fühlt sich eng an" Symptomen, dient einzig und alleine der Verunsicherung der Menschen und Befüllung der Wartezimmer. Liebeskummer ist Teil der menschlichen Natur und wird bereits in antiken Epen besungen; Der Versuch, daraus eine Krankheit zu machen widerspricht meinem ethischen Verständnis von Medizin!
fabian driven 03.03.2016
4.
Zitat von schumiewarum nennt an das Krankheitsbild dann nicht einfach Tako- Tsubo Kardiomyopathie und beläßt es dabei! Das "Broken Heart Syndrom mit: "Das Herz krampft sich zusammen, die Brust schmerzt und fühlt sich eng an" Symptomen, dient einzig und alleine der Verunsicherung der Menschen und Befüllung der Wartezimmer. Liebeskummer ist Teil der menschlichen Natur und wird bereits in antiken Epen besungen; Der Versuch, daraus eine Krankheit zu machen widerspricht meinem ethischen Verständnis von Medizin!
Immer noch nicht verstanden. Die broken heart Geschichte kommt daher, dass es, wie Sie richtig sagen, aufgrund von bislang angenommen nur schweren, emotional belastenden Situationen zu multifaktoriellen Veränderungen im Körper kommt, woraufhin sich dann der Herzmuskel kurzzeitig und nur kurzfristig in der Ultraschall Diagnostik sichtbar, zur Tintenfischfalle formt. Als Notaufnahme Arzt kann ich Ihnen sagen, dass die Tartezimmer theorie völlig abwegig sind. Das Symptom ist sogar durch pathologische Laborwerte belegbar und man kann sogar daran versterben. Abgefahren oder?! Es ist nicht nur Liebeskummer Aua. Da jetzt auch glückliche Momente dem Symptomenkomplex zugeschrieben werden, könnten Sie Glück haben und es wird nach Ihrem Vorschlag benannt. Glückwunsch.
schumie 03.03.2016
5.
Zitat von fabian drivenImmer noch nicht verstanden. Die broken heart Geschichte kommt daher, dass es, wie Sie richtig sagen, aufgrund von bislang angenommen nur schweren, emotional belastenden Situationen zu multifaktoriellen Veränderungen im Körper kommt, woraufhin sich dann der Herzmuskel kurzzeitig und nur kurzfristig in der Ultraschall Diagnostik sichtbar, zur Tintenfischfalle formt. Als Notaufnahme Arzt kann ich Ihnen sagen, dass die Tartezimmer theorie völlig abwegig sind. Das Symptom ist sogar durch pathologische Laborwerte belegbar und man kann sogar daran versterben. Abgefahren oder?! Es ist nicht nur Liebeskummer Aua. Da jetzt auch glückliche Momente dem Symptomenkomplex zugeschrieben werden, könnten Sie Glück haben und es wird nach Ihrem Vorschlag benannt. Glückwunsch.
Danke für den Hinweis, die Namenserweiterung lasse ich mir gleich patentieren, dann verdiene ich auch an dem neuen Run. Spaß beiseite. Das Problem ist, dass durch immer neue Testverfahren und verfeinerte Labormethoden neue Krankheiten "entstehen", die in den entsprechenden Marketingabteilungen "designet" werden. Lesen Sie einmal einschlägige Frauenzeitschriften, hier wird die broken heart Geschichte lanciert und beim ersten nächtlichen Liebeskummer mit Herzschmerz landen diese Leserinnen beim Arzt, der dann aufwendige differentialdiagnistische Maßnahmen einleitet mit entsprechender Kostennote. 3 Tage richtig rumheulen wäre heilsamer und würde den Geldbeutel entlasten.
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