Brustkrebs-Früherkennung Welches Verfahren kann was?

In Deutschland erkrankt etwa jede zehnte Frau an Brustkrebs. Was können Ultraschall, Röntgen-Mammografie und Brust-MRT zur Früherkennung beitragen? Der Vergleich.

Röntgenaufnahme einer Brust
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Röntgenaufnahme einer Brust


Brusttumoren sind gefürchtet. Immerhin handelt es sich um die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Insgesamt etwa 70.000 Erstdiagnosen gibt es jährlich in Deutschland. In fast einem Drittel der Fälle trifft es Frauen, die jünger als 55 Jahre sind.

Was können Frauen tun, damit Tumoren rechtzeitig erkannt werden? Das regelmäßige Abtasten der Brüste und insbesondere ihre Betrachtung vorm Spiegel mit den Armen überm Kopf sind gut und wichtig. Allerdings werden etwaige Knoten damit nicht früh genug erkannt, sagt die Radiologin Christiane Kuhl vom Universitätsklinikum Aachen.

Dafür braucht man bildgebende Verfahren wie Röntgen-Mammografie, Ultraschall und Magnetresonanztomografie (Brust-MRT). Sie können Brustkrebsherde entdecken, wenn sie noch sehr klein und noch nicht zu ertasten sind. Doch jedes dieser Verfahren hat seine Stärken und Schwächen. Bei der Mammografie beispielsweise gibt es häufig falschen Alarm.

Gewebedichte variiert

Wie gut welches Verfahren funktioniert, hängt auch von der Dichte des Brustgewebes ab. Je höher der Anteil des Drüsengewebes ist, umso weniger können Mediziner beispielsweise auf Röntgenaufnahmen erkennen. Denn Drüsengewebe ist anders als Fettgewebe wenig durchlässig für Röntgenwellen.

Das in Deutschland propagierte Mammografie-Screening mit Röntgenstrahlen liefert deshalb bei einem Teil der Frauen keine brauchbaren Ergebnisse, weil womöglich vorhandene Tumoren nicht zu erkennen sind. "Über die Hälfte der Frauen haben aber auch jenseits der Menopause immer noch viel Brustdrüsengewebe", sagt Kuhl.

In den USA ist es gesetzlich vorgeschrieben, Frauen ihre Brustdichte mitzuteilen. Hierzulande wird das beim Mammografie-Screening nur in Einzelfällen gemacht. Die Folge: Frauen mit dichtem Brustdrüsengewebe wiegen sich in falscher Sicherheit.

Mikrokalk und DCIS

Gleichzeitig haben sie wegen des Drüsengewebes ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Die meisten der Brustkrebserkrankungen - rund 70 bis 80 Prozent - entstehen aus den Zellen, die die zum Drüsengewebe gehörenden Milchgänge von innen wie eine Tapete auskleiden. Wer eine erste Röntgen-Mammografie machen lässt, sollte deshalb unbedingt gezielt nach der Dichte seines Brustdrüsengewebes fragen.

Für die Früherkennung sind auch kleine Kalkablagerungen wichtig. "In den allermeisten Fällen hat dieser Mikrokalk ganz harmlose Ursachen, zum Beispiel eingedickte Flüssigkeit in den Milchdrüsen", sagt Kuhl. Manchmal aber könne er Hinweis auf das Vorliegen von Brustkrebs oder einer Vorstufe von Brustkrebs sein. Letztere werden DCIS genannt (ductales Carcinoma in situ).

Was können die einzelnen bildgebenden Verfahren erkennen, was nicht? Klicken Sie auf die Boxen zu Mammografie, Ultraschall und MRT, um mehr darüber zu erfahren!

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