Nutzung als Medikament Bundesregierung räumt Lieferengpässe bei Cannabis ein

Tausende schwerkranke Menschen in Deutschland erhalten inzwischen Cannabis auf Kassenkosten - theoretisch. Tatsächlich gibt es Lieferengpässe, wie der SPIEGEL berichtet.

Cannabispflanze
DPA

Cannabispflanze


Das Bundesgesundheitsministerium hat Engpässe bei der Versorgung von Schwerstkranken mit medizinischem Cannabis eingeräumt. "Es liegen derzeit Meldungen vor, dass einige Sorten Cannabisblüten im Einzelfall nicht lieferbar sind", heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Das berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe.

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Heft 36/2017
Der Kampf ums Kanzleramt: Worum es geht. Wer es kann.

Seit März können Schwerstkranke und Schmerzpatienten in besonderen Fällen Cannabis auf Rezept beziehen. Nach SPIEGEL-Informationen sind inzwischen Tausende Anträge auf Kostenübernahme bei den gesetzlichen Krankenkassen eingegangen. Das AOK-Lager zählt demnach 3600 Anträge, bei den Ersatzkassen waren es Ende Juni 2000, bei den befragten Betriebskrankenkassen sind es mindestens 650. Nach Kassenangaben wurden 50 bis 60 Prozent der Anträge bewilligt. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Kooperation von den Kassen gefordert

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe mahnt die Kassen zur Kooperation: "Auch von den Krankenkassen erwarte ich, dass sie das Gesetz im Sinne der Patientinnen und Patienten umsetzen, so wie der Gesetzgeber das gewollt hat. Wir werden das sehr eng begleiten." Das Ministerium hat die Spitzenverbände von Apothekern und Krankenkassen aufgefordert, über eine Reduzierung der Cannabisabgabepreise zu verhandeln.

Die Opposition geht davon aus, dass das Gesetz möglicherweise korrigiert werden muss. Wenn es nicht gelinge, Kassen und Ärzten ihre Pflichten bei der Umsetzung des Gesetzes deutlich zu machen, "muss das Parlament diese Aufgabe übernehmen und das Gesetz notfalls nachschärfen", sagt der Grünen-Bundestagsabgeordnete Harald Terpe.

Dieses Thema stammt aus der neuen SPIEGEL-Sonderausgabe zur Bundestagswahl - erhältlich ab Dienstagmorgen und schon heute ab 15 Uhr im digitalen SPIEGEL.

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insgesamt 95 Beiträge
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reflexxion 02.09.2017
1. Gebt das Zeug zum privaten Anbau frei!
Wieviele Pflanzen man da braucht weiß0 ich nicht, aber irgendwas unter 10 sollte uns nicht umbringen. Das scheinheilige Getue bei Cannabis im Vergleich zu Tabak und Alkohol ist doch unlogisch. Der Staat macht bei beiden Drogen massiv Kasse über Tabak und Branntweinsteuer. Echte Gesundheitsfanatiker würden beides einfach auch verbieten und gut so. Ich brauche weder Hasch noch Alk und geraucht hab ich sowieso nie. Solang Bitterlemon nicht auf der Drogenliste landet ist für mich alles OK.
schnapporatz 02.09.2017
2. Kulturpflanze der Linksalternativen und 68er
Da wollen die rechtsvermittelten Spießbürgerparteien natürlich immer noch auf der Bremse stehen. Legalize it ab 18, wie Nikotin uns Schnaps. Endlich.
karottenjoe 02.09.2017
3. Bundeswehr
Jetzt weiß man endlich weshalb auch die Grünen für den Einsatz in Afghanistan sind. Die Versorgung muss gesichert werden...LOL
The Restless 02.09.2017
4. Also in Dresden Neustadt ...
... kann man es abends an jeder Straßenecke kaufen :-)
Freidenker10 02.09.2017
5. Einfach freigeben!
Gebt Cannabis doch einfach ENDLICH frei, dann kann man sich diese ganzen lächerlichen Diskussionen sparen und die Polizei kann sich auch mal wirklich ernstem widmen! Das Verbot von Cannabis ist doch mittlerweile ein Treppenwitz angesichts des Leids das der subventionierte und gesellschaftlich und politisch anerkannte Alkohol verursacht! Warum stört sich die Politik und Teile der Gesellschaft daran, dass sich jemand nach Feierabend daheim gemütlich eine Tüte rollt? Man kann es doch einfach in der Öffentlichkeit verbieten, ganz simpel und im Strassenverkehr ist es ohnehin schon strafbar, also was soll dieses idiotische Verbot? Die Jugend kommt doch in der Illegalität viel einfacher an Cannabis ran als wenn man es streng ab 18 im Shop kaufen könnte und Drogenbarone würden dadurch auch entmachtet, also warum nicht einfach legalisieren? Manchmal nervt mich die deutsche Spießigkeit der 50 Jahre die in teilen heute noch zu erkennen ist...
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