Droge als Arznei Bei diesen Krankheiten kann Cannabis helfen

Es weckt den Appetit, lindert Schmerzen, hebt die Stimmung, löst Krämpfe: Cannabis wird aus vielerlei Gründen in der Medizin eingesetzt - und gegen ganz verschiedene Leiden. Der Überblick.

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Cannabis in der Medizin: Die Droge kann eine Vielzahl von Leiden lindern
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Cannabis in der Medizin: Die Droge kann eine Vielzahl von Leiden lindern


Chronisch Kranke dürfen künftig in Ausnahmefällen Cannabis bei sich zu Hause anbauen, das hat das Kölner Verwaltungsgericht am Dienstag entschieden. Die Betroffenen, die gegen das Anbauverbot geklagt haben, nehmen die Droge zur Schmerzlinderung - dies ist auch eines der Hauptanwendungsgebiete für Cannabis in der Medizin. Zwar könnten die Kläger auch sogenannte Medizinal-Cannabisblüten in der Apotheke kaufen - doch diese waren für die Betroffenen zu teuer.

Der Einsatz von Cannabis in der Medizin polarisiert, immerhin ist es als Droge in vielen Ländern illegal. Gleichzeitig werden den Hauptwirkstoffen Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) sowie dem weitaus komplexeren Stoffgemisch aus der Cannabis-Blüte eine Reihe von nützlichen Wirkungen zugesprochen, die es aus medizinischer Sicht interessant machen. Es soll:

  • Schmerzen lindern,
  • den Appetit anregen und Übelkeit oder Brechreiz entgegenwirken,
  • Krämpfe lösen und Spasmen unterdrücken,
  • die Stimmung verbessern.

Die Datenlage für die meisten Anwendungen ist dünn. Forscher beklagen zum Teil, dass der Goldstandard der medizinischen Studie, der doppelblinde placebokontrollierte Versuch, oft schon daran scheitert, dass man die Patienten schlecht täuschen kann: Man merkt eben, ob man nur ein Placebo nimmt oder eine auf das Bewusstsein wirkende Droge konsumiert.

Dass Cannabis den Appetit anregt, ist wohlbekannt. Der Effekt kann - kombiniert mit der Verminderung des Brechreizes - insbesondere für Krebspatienten segensreich sein, die unter einer strapazierenden Chemotherapie abmagern. Bereits 1975 berichteten Ärzte im "New England Journal of Medicine", dass THC oral eingenommen Übelkeit bei Krebspatienten verhindert. 2012 löste der Fall der damals siebenjährigen Mykayla eine große Debatte in den USA aus. Das an Leukämie erkrankte Mädchen schluckte begleitend zur Chemotherapie täglich Cannabis-Kapseln, um die Nebenwirkung der Chemo zu lindern und in der Hoffnung, dass die Zusatzbehandlung ebenfalls aktiv gegen den Krebs wirkt.

Auch Aids-Patienten können von der appetitanregenden und Übelkeit unterbindenden Wirkung profitieren, da ihre Krankheit häufig mit Gewichtsverlust einhergeht. Auch die stimmungsaufhellende Wirkung von Cannabis könnte ihnen helfen. In einer Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration von 2013 beklagen Forscher allerdings, dass Langzeituntersuchungen fehlen.

Asthma, Tourette, Glaukom

Da Cannabis Spastiken reduziert, wird es zudem bei Multipler Sklerose eingesetzt. Die Droge kann die Bewegungsfähigkeit der Betroffenen wieder verbessern. Das Fortschreiten der Krankheit kann sie indes nicht drosseln, die Behandlung ist rein symptomatisch. Allerdings vermag Cannabis auch die mit der Krankheit einhergehenden Schmerzen zu lindern.

Es gibt eine Reihe weiterer Leiden, bei denen Cannabis eingesetzt werden kann, darunter das Tourette-Syndrom - viele Betroffene berichten über eine Abnahme der störenden Tics. Auch beim Glaukom können Cannabis oder einzelne Inhaltsstoffe helfen, indem sie den Augeninnendruck senken, der bei dieser Krankheit nach und nach den Sehnerv zerstört. Dieser Effekt tritt jedoch nicht bei allen Betroffenen auf. Und weil es die Bronchien weitet, kann Cannabis auch für Menschen mit Asthma nützlich sein - dann allerdings nicht als Joint, der geraucht wird.

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insgesamt 117 Beiträge
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Seite 1
maliperica 22.07.2014
1. Der Einsatz von Cannabis in der Medizin kann die Stimmung verbessern.
Zitat von sysopREUTERSEs weckt den Appetit, lindert Schmerzen, hebt die Stimmung, löst Krämpfe: Cannabis wird aus vielerlei Gründen in der Medizin eingesetzt - und gegen ganz verschiedene Leiden. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/cannabis-bei-krebs-ms-oder-aids-kann-die-droge-helfen-a-982282.html
Da sich fast 60% eine volle Legalisierung wünschen, lässt schließen dass über eine Hälfte der Bundesbürger aus unerforschten Ursachen ständig schlechter Stimmung sei. Eine umfassende Studie für solche Stimmung des Volkes ist dringend notwendig.
bluemetal 22.07.2014
2. Aha
Das RAUCHEN (!) von was auch immer ist laut Spon plötzlich Medizin. Lungenkrebs, Infarkt, was ist das ? Marlboro gibts dann auch in der Apotheke und Gaulloise bekommt den Medizinnobelpreis ? Und Cannabis selbst ist nun ein wahres Wundermittel, vom Fusspilz bis zum Arschgeschwür. Haltbare Studien gibts keine, außer der Tatsache dass alle Drogenabhängigen zunächst immer mit Cannabis angefangen haben...
xxbigj 22.07.2014
3. Für Krebs-Patienten
Endlich mal ein Artikel, der die Vortiele aufzählt, nur leider wurde der Aspekt bei Krebskranken vergessen! Jetzt wird es nur noch Zeit, das die Leute erfahren, dass wegen der Pharmaindustrie und nicht aus irgendwelchen anderen Gründen dieses Zeug überhaupt verboten wurde. Aber rumreden kann jeder, nur sich richtig informieren können sich anscheinend nur wenige! ich selbst lasse auch die Finger von den Zeug, aber ohne Wissen einfach mal dagegen wettern, das ist echt schwach!
partey 22.07.2014
4. Danke SpOn
Ihr habt die Macht dieses Thema ganz groß zu machen. Und zwar nicht nur aus medizinischer Sicht, sondern auch mit Blick auf tausende "unbescholtener braver Staatsbürger" , welche in Konflikt mit dem Gesetz kommen, wobei ihr einziges Vergehen darin besteht sich einem harmlosen kleinen Wochenend- oder Feierabendrausch hinzugeben. Wobei zu erwähnen ist, dass mit diesem Rausch niemandem Schaden zugefügt wird, wahrscheinlich nicht einmal dem Konsumenten selbst. In Anbetracht der vielen überängstlichen und uninformierten Mitforisten, wäre ich auch sehr dankbar, wenn einmal explizit die Unterschiede zwischen Cannabis, Amphetaminen, LSD, Opiaten, Alkohol usw. herausgearbeitet würden.
c.PAF 22.07.2014
5.
Zitat von sysopREUTERSEs weckt den Appetit, lindert Schmerzen, hebt die Stimmung, löst Krämpfe: Cannabis wird aus vielerlei Gründen in der Medizin eingesetzt - und gegen ganz verschiedene Leiden. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/cannabis-bei-krebs-ms-oder-aids-kann-die-droge-helfen-a-982282.html
Warum diese Überschrift, und nicht "Arznei als Drogenersatz"? Wenn ich sehe, wieviele Arzneimittel als Ersatzdrogen mißbraucht werden oder an sich süchtig machen, habe ich nun bei Cannabis eher weniger Bedenken.
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