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04. August 2014, 09:52 Uhr

US-Seuchenexperte

"Wir wissen, wie wir Ebola stoppen können"

Mehr als 700 Menschen sind in Afrika an Ebola gestorben. US-Experten sagen, der Ausbruch sei außer Kontrolle. Dennoch sind sie optimistisch, dass sich die Verbreitung des Virus bald eindämmen lässt.

Washington - Die US-Seuchenschutzbehörde CDC hat sich zuversichtlich im Kampf gegen die Ebola-Epidemie gezeigt. Der Ausbruch sei zwar außer Kontrolle, sagte CDC-Direktor Tom Frieden am Sonntag im US-Fernsehsender ABC. Aber: "Wir wissen, wie wir Ebola stoppen können." Die zum Einsatz kommenden Methoden seien bereits erprobt. Man müsse die Erkrankten unter Quarantäne stellen und behandeln und das Virus an der Quelle stoppen. Frieden kündigte an, dass 50 US-Experten binnen der kommenden 30 Tage nach Westafrika entsendet werden.

Am Wochenende war der mit Ebola infizierte US-Arzt Kent Brantly in den Bundesstaat Georgia geflogen worden. Er wird in der Universitätsklinik Emory in Atlanta behandelt, dort befindet sich eine von vier Isolierstationen in den USA, die auf die Behandlung von Patienten mit höchst gefährlichen Infektionen eingestellt ist. Brantly gehe es schon etwas besser, sagte CDC-Direktor Frieden.

Die 59-jährige Nancy Writebol, eine Missionarin, die sich ebenfalls mit dem Virus angesteckt hat, soll voraussichtlich am Dienstag von Liberia in die USA geflogen werden. Das Überführen der Erkrankten in die USA wurde von einigen Bürgern kritisiert - aus Angst davor, dass sich die Krankheit dort weiter ausbreiten könnte.

Writebol und Brantly hatten im gleichen Team in der Nähe der liberianischen Hauptstadt Monrovia gearbeitet.

In den westafrikanischen Staaten Guinea, Sierra Leone, Liberia und Nigeria haben sich seit Beginn des Ausbruchs 1323 Menschen mit Ebola infiziert, 729 von ihnen starben.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat vergangene Woche ein 100-Millionen-Dollar-Programm aufgelegt, um den Ausbruch einzudämmen. Der Aktionsplan sieht unter anderem stärkere Maßnahmen zur Aufklärung vor. WHO-Chefin Margaret Chan warnte am Freitag bei einer Konferenz in Guineas Hauptstadt Conakry vor katastrophalen Folgen, falls man das Virus nicht unter Kontrolle bekomme. "Das Treffen muss einen Wendepunkt bei der Eindämmung der Epidemie darstellen", sagte Chan.

wbr/dpa/AP

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