Karibik Hunderttausende an Chikungunya-Fieber erkrankt

In der Karibik haben sich seit Dezember 2013 Hunderttausende mit dem Chikungunya-Virus infiziert, mehr als 100 Menschen sind gestorben. Die Epidemie verbreitet sich auch in den USA und Mexiko.

Szene aus Nicaragua: Eine Frau flüchtet vor dem Rauch, der Moskitos töten soll
AP/dpa

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St. Martin - Das Chikungunya-Fieber wird in der Karibik zunehmend zur Gefahr. Seit dem Ausbruch der Epidemie im Dezember 2013 auf der Insel St. Martin hat das Virus auf alle Karibikinseln und auf das Festland des amerikanischen Kontinents übergegriffen, teilte das französische Gesundheitsinstitut InVS mit. Innerhalb eines Jahres haben sich demnach Hunderttausende Menschen mit den von Mücken übertragenen Krankheitserregern infiziert.

Betroffen sind neben den Inseln der US-Bundesstaat Florida sowie alle Staaten Zentral- und Südamerikas, die an der Karibikküste liegen. Insgesamt seien 875.000 Fälle gezählt worden, so das InVS. Auf Guadeloupe, Martinique und St. Martin starben nach Angaben des Instituts insgesamt 138 Menschen an den Viren. Im Süden Mexikos sei in dieser Woche erstmals ein Krankheitsfall gemeldet worden, der vor Ort übertragen wurde und nicht durch einen aus einem betroffenen Gebiet eingereisten Menschen, hieß es weiter.

Deutschland: Urlauber bringen Virus mit

In den USA wurden bereits im Juli zwei Fälle gemeldet, bei denen sich Menschen in den USA durch Mückenstiche infiziert hatten. Offenbar hätten die Mücken den Erreger von Menschen erhalten, die infiziert aus der Karibik in die USA eingereist seien, so die Behörden von Florida.

Auch deutsche Karibik-Reisende brachten das Virus im letzten Jahr vermehrt mit ins Land. Allein bis Ende Mai 2014 übermittelten Mediziner in Deutschland 18 Chikungunya-Erkrankungen, davon stammten neun von Reiserückkehrern aus der Karibik, berichtet das zuständige Robert-Koch-Institut. Die Experten raten Reisenden, sich mit Repellentien, Bettnetzen und bedeckender Kleidung ganztägig vor Mücken zu schützen.

Das sonst insbesondere in Asien und Afrika weit verbreitete Chikungunya-Fieber verursacht Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen, wirksame Medikamente oder einen Impfstoff gibt es bislang nicht. Normalerweise verschwinden alle Beschwerden nach ein bis zwei Wochen wieder, ohne dass Schäden zurückbleiben; bei einem geringen Anteil der Erkrankten können die Gelenkschmerze jedoch monate- bis jahrelang bleiben. Wer die Krankheit einmal überstanden hat, ist sein Leben lang immun.

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irb/AFP



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insgesamt 14 Beiträge
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raber 23.11.2014
1. Chikungunya erobert Kontinent
Wahrscheinlich ist Chikungunya gekommen um in der Karibik, Südamerika und Mittelamerika zu bleiben. Es betrifft nicht nur Staaten an der Karibikküste sondern auch einige mit Küste ausschliesslich am Pazifik; siehe El Slavador mit fast 100.000 Fällen. Wenn es in grösserem Masse die USA betreffen sollte, besteht ja die Hoffnung, dass die Pharmafirmen ein Medikament gegen diese Krankheit entwickeln. Die Bevölkerungsmasse und deren Kaufkraft macht es dann attarktiv. Bin mir nicht sicher ob der Mensch nach einer einmaligen Infektion wirklich immun ist. Bei Dengue wurde es auch behauptet und dann stellte sich heraus, dass die 2. Infektion gefährlicher ist.
solder70 23.11.2014
2. Impfstoff
"Wer die Krankheit einmal überstanden hat, ist sein Leben lang immun."Das sollte doch die Möglichkeit für einen Impfstoff ermöglichen. Merkwürdig, dass in dieser Richtung dann noch nicht unternommen wurde bzw. Resultate vorliegen, denn die Krankheit ist ja nicht neu.Solder
barbarine 23.11.2014
3. Was ist daran jetzt so schlimm?
Für mich als medizinische Laie hört sich diese Krankheit weniger dramatisch an, als z.B. Masern, o.ä.
wakaba 23.11.2014
4.
Man fühlt sich etwas matt. Das wars. Wer daran stirbt - hatte bereits schwerwiegendere Probleme mit seinem Körper - stirbt also an was Anderem.Tropen sind schön aber nicht geeignet für den mitteleuropäischen Angstkonsumenten und Hypochonder. Die Lernkurve ist gewaltig, bei Fehlverhalten droht der Tod.
caracho! 23.11.2014
5. Nicht so schlimm?
Naja, abgesehen davon, dass man eine ca 5-10% Chance hat, dran zu sterben, meinte mein (in Vzla lebender) Stiefsohn, wären es vor allem die Gelenkschmerzen, die jede Bewegung zur Qual machen und der rasende Kopfschmerz, gegen den auch Paracetamol nur bedingt hilft - er hat die 7 Tage Tortur Gott sei Dank überstanden. Aber er lebt auch in einem Land, in dem es für jeden (noch) genug Schmerz- und Fiebersenkende Medizin gibt - das ist nicht überall in der Karibik so.Am Besten wären alle Menschen gesund, aber hätte ich die unangenehme Wahl, ich nähme die Masern.....!!
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