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Demenzrisiko: Sport und gesunde Ernährung können Gedächtnisverlust bremsen

Von Katrin Neubauer

Senioren beim Krafttraining: Ein gesunder Lebensstil beugt einer Demenz vor Zur Großansicht
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Senioren beim Krafttraining: Ein gesunder Lebensstil beugt einer Demenz vor

Senioren können geistig fit bleiben - selbst wenn sie schon erste Gedächtnislücken haben. Das zeigt jetzt eine skandinavische Studie. Entscheidend zum Vorbeugen einer Demenz ist ein gesunder Lebensstil.

Heilbar ist Demenz nicht. Aber man kann einiges dagegen tun - selbst dann noch, wenn im Alter bereits die grauen Zellen schwächeln. Mit viel Sport und einer ausgewogenen Ernährung lässt sich der Gedächtnisverlust aufhalten - und zwar mindestens so effektiv wie durch Medikamente. Das zeigt eine großangelegte randomisierte Kontrollstudie aus Skandinavien, die jetzt im Medizinjournal "The Lancet" veröffentlicht wurde.

Forscher vom Karolinska Institutet in Stockholm, dem National Institute for Health and Welfare in Helsinki und der University of Eastern Finland testeten, inwieweit sich eine Hinwendung zu einem aktiven und gesunden Lebensstil auf die kognitive Leistungsfähigkeit im Alter auswirkt. Die Ergebnisse nach zwei Jahren: Die allgemeine mentale Verfassung verbesserte sich um 25 Prozent im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die ihre ungesunden Gewohnheiten beibehalten hatte.

Noch deutlicher waren die Unterschiede in einzelnen Bereichen: Die Exekutivfunktionen des Gehirns, also die Fähigkeit, Gedanken folgerichtig zu ordnen, waren gegenüber der Kontrollgruppe um 83 Prozent gesteigert; die Verarbeitungsgeschwindigkeit sogar um 150 Prozent. Auch das Gedächtnis hatte sich leicht erholt, obwohl dieses nicht speziell trainiert worden war.

An der Studie nahmen 1260 Finnen im Alter von 60 bis 77 Jahren teil. Ausgewählt wurden Senioren, die ein erhöhtes Demenzrisiko hatten und in Tests bereits erste Gedächtnislücken offenbarten. Ziel war es, typische Risikofaktoren für Demenz wie Übergewicht und Bluthochdruck durch Sport und Aufklärung über gesünderes Essen zu beeinflussen.

Fitnessprogramm für die eine Gruppe

Die Probanden waren in zwei Gruppen eingeteilt worden. Die Interventionsgruppe nahm an einem intensiven Bewegungsprogramm teil. Dieses umfasste zwei- bis dreimal pro Woche Krafttraining im Fitnessstudio sowie drei- bis fünfmal pro Woche Ausdauertraining, wie Nordic Walking, Aqua Jogging, Jogging und Gymnastik. Außerdem absolvierten die Teilnehmer dieser Gruppe ein kognitives Training am PC, das vor allem auf die Stärkung der exekutiven Hirnfunktionen abzielte.

Zusätzlich erhielten die Senioren eine umfassende Ernährungsberatung: Viel Obst, Gemüse, Fisch, Vollkorn und Ballaststoffe, wenig Zucker und Salz, Fette mit hohem Anteil an Omega-3-Fettsäuren. In regelmäßigen Einzel- und Gruppensitzungen wurde über eine individuelle Anpassung der Ernährung sowie Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Übergewicht gesprochen. Die Kontrollgruppe, die deutlich schlechter abschnitt, hatte lediglich drei allgemeine Vorträge im Jahr über einen gesünderen Lebensstil gehört.

Ermittelt wurden die Werte mittels der sogenannten Neuropsychological Test Battery (NTB): In der Testserie werden kognitive Veränderungen gemessen, zum Beispiel auch, um die Wirksamkeit von Medikamenten gegen Alzheimer im Frühstadium nachzuweisen.

"Bereits frühere Studien offenbarten, dass es einen Zusammenhang zwischen geistigem Verfall im Alter und solchen Faktoren, wie Ernährung, einem gesunden Herz-Kreislauf und Bewegung gibt", sagt Studienleiterin Miia Kivipelto, Professorin für Klinische Geriatrische Epidemiologie am Karolinska Institutet. Die Studie zeige nun auch, dass ein auf diese Faktoren abzielendes intensives Programm den Gedächtnisverlust bei Senioren mit Demenzrisiko verhindern kann.

Es ist nie zu spät, seinen Lebensstil zu ändern

"Die Studie ist eine der größten und sehr fundiert", sagt Christine von Arnim. Die Professorin an der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Ulm und Leiterin der Gedächtnisambulanz war nicht an der Untersuchung beteiligt. "Eine wichtige Erkenntnis ist, dass Gesundheitserziehung auch bei leichter kognitiver Beeinträchtigung möglich ist." Zur Motivation dürften vor allem die engmaschige Beratung und Aufklärung der Senioren beigetragen haben, aber auch die sozialen Kontakte der Gruppensitzungen. "Bei Medikamenten würde man von einem vielversprechenden Mittel reden."

In Deutschland erkranken jedes Jahr 300.000 Menschen an Demenz, 1,5 Millionen Menschen leben mit dieser Krankheit. Sogenannte Cholinesterase-Hemmer schaffen es bisher, die Demenz im Anfangsstadium für ein halbes, höchstens ein Jahr, hinauszuzögern. Eine Änderung des Lebensstils scheint nachhaltiger zu sein. "Auf jeden Fall ist es nie zu spät, damit anzufangen, auch nicht kurz vor zwölf", sagt Arnim. Ob sich Demenz auf diese Weise möglicherweise sogar ganz verhindern lässt, wird sich am Ende der Studie in sieben Jahren zeigen.

DEMENZ - DIE WICHTIGSTEN FAKTEN
Zahl der Erkrankungen
In Deutschland leiden derzeit rund 1,5 Millionen Menschen an einer Demenz. Schätzungen gehen davon aus, dass es bis zum Jahr 2050 etwa drei Millionen Demenzkranke in Deutschland sein werden.
Stadien der Erkrankung - Vor der Diagnose
Die ersten Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis stellen sich im Schnitt acht Jahre vor der Diagnose ein. Die individuellen Verläufe können sehr unterschiedlich sein. Die Zeit, die bis zum völligen Verlust der geistigen und sozialen Fähigkeiten bleibt, ist unterschiedlich lang.
Frühes und mittleres Stadium
Die Betroffenen merken, dass sie schnell vergesslicher werden. Sie vertuschen ihren Zustand oder müssen andere immer häufiger um Hilfe bitten. Die Betroffenen können sich noch mitteilen, auch wenn ihr Sprachfluss stockt und der Wortschatz kleiner wird. Sie erinnern sich an lange zurückliegende, aber nicht an kurz zurückliegende Ereignisse.
Fortgeschrittene Demenz
Die Betroffenen verlernen Fähigkeiten wie Schuhe binden oder Kartoffeln schälen. Sie erkennen ihre Kinder und Freunde nicht mehr. Manche neigen zu Wut- oder Gewaltausbrüchen. Gefühle wie Schuld oder Scham verschwinden.
Demenz im Endstadium
Betroffene bauen Bewusstsein und Muskulatur kontinuierlich ab. Das Sprechen und das Schlucken fällt den Betroffenen immer schwerer. Bis zum Tode schreitet die Krankheit durch völlige Entkräftung und Auszehrung voran.
Ursachen der Demenz: Alzheimer-Krankheit
Alzheimer-Erkrankungen sind die häufigste Form der Demenz. Eiweißablagerungen im Gehirn zerstören die Kommunikationsfähigkeit der Nervenzellen. Symptome sind Gedächtnis-, Sprach- und Handlungsstörungen, Desorientiertheit, Verhaltens- und Persönlichkeitsänderungen, Unruhe, Halluzinationen
Vaskuläre oder Multiinfarkt-Demenz
Mehrere kleine Hirnschläge oder Durchblutungsstörungen des Gehirns. Der Krankheitsverlauf kann "stehenbleiben". Die Symptome sind vergleichbar mit denen einer Alzheimer-Erkrankung. Häufig setzen die Symptome sehr rasch ein.
Zur Autorin
  • Katrin Neubauer
    Katrin Neubauer hat in Deutschland und den USA Lateinamerikanistik und Journalismus studiert. Sie arbeitet als freie Redakteurin in Berlin.

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1. Organe verkümmern,
wermoe 12.03.2015
wenn man sie nicht nutzt ! Der Rest ist genetisch determiniert.
2. Wer glaubt,
professorA 12.03.2015
dass Übergewichtige im höheren Alter durch sogenannte gesunde Ernährung dauerhaft dünner werden, kann auch an den Weihnachtsmann glauben. Schon seit Jahrzehnten wird versucht, positive Gesundheitseffekte durch den Verzehr von mehr Obst und Gemüse wissenschaftlich nachzuweisen, in allen Fällen vergeblich.Nur eine Wirkung ist lt. Statistiken der Krankenkassen nachweisbar: seit Start der Aktion "5 am Tag" der DGE hat sich die Zahl der bei niedergelassenen Ärzten registrierten Verdauungsstörungen verdoppelt. Tatsächlich gibt es nun mal viele Leute, die das Zeug nicht vertragen. Zum Studiendesign: -Offenbar keine Randomisierung: negativ -Zu geringe Teilnehmerzahl: negativ -keine Kontrolle der tatsächlichen Lebensführung der Studienteilnehmer: negativ -zu viele veränderte Variablen, um Kausalitäten auch nur nahe zu kommen. Fazit: "Bestätigung" der immer wieder gerne genommenen Standard-Ratschläge ohne wissenschaftliche Aussagekraft.
3.
ich2010 12.03.2015
Zitat von professorAdass Übergewichtige im höheren Alter durch sogenannte gesunde Ernährung dauerhaft dünner werden, kann auch an den Weihnachtsmann glauben. Schon seit Jahrzehnten wird versucht, positive Gesundheitseffekte durch den Verzehr von mehr Obst und Gemüse wissenschaftlich nachzuweisen, in allen Fällen vergeblich.Nur eine Wirkung ist lt. Statistiken der Krankenkassen nachweisbar: seit Start der Aktion "5 am Tag" der DGE hat sich die Zahl der bei niedergelassenen Ärzten registrierten Verdauungsstörungen verdoppelt. Tatsächlich gibt es nun mal viele Leute, die das Zeug nicht vertragen. Zum Studiendesign: -Offenbar keine Randomisierung: negativ -Zu geringe Teilnehmerzahl: negativ -keine Kontrolle der tatsächlichen Lebensführung der Studienteilnehmer: negativ -zu viele veränderte Variablen, um Kausalitäten auch nur nahe zu kommen. Fazit: "Bestätigung" der immer wieder gerne genommenen Standard-Ratschläge ohne wissenschaftliche Aussagekraft.
wie jetzt - leute fresst hamburger, trinkt literweise zuckerbrühe und schlag euch kiloweise eiscreme mit sahne in den bauch... euch ist eh nicht mehr zu helfen. geht's noch?
4.
mike1967 12.03.2015
Alzheimer/Demenz ist wohl bei nicht exzessiver Lebensweise vor allem genetisch bedingt Zumindest stimmt, dass Sport und Gemüse ähnliche Effekte wie Medikamente oder Buttermilch haben … marginale!!! Wer die Krankheit kennt, weiß dass es kein Ziel sein kann, aufgrund von gesunder Lebensweise unbedingt das Endstadium erreichen zu wollen.
5. Das ist aber eine neue Erkenntnis.
kunibertus 12.03.2015
Für die dafür zugrunde liegenden Studien ist sicherlich viel Steuergeld verschwendet worden. Es hätte auch ein Blick in die Werke Juvenals - für Nichtlateiner auch ins Sprichwörterbuch - gereicht: "mens sana in corpore sana". Auch wenn das ganze Zitat nur den Wunsch ausdrückt, trifft der Sachverhalt doch ziemlich genau zu.
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Die wichtigsten Fragen zur Alzheimer-Erkrankung (AD)
Gibt es bestimmte Anzeichen für eine Alzheimer-Erkrankung?
Bei den meisten Menschen nimmt das Erinnerungsvermögen mit zunehmendem Alter leicht ab. Altersbedingte Vergesslichkeit kann man deshalb nicht immer von den ersten Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung unterscheiden. Im Fachjargon sprechen Forscher von "Mild Cognitive Impairment" (MCI), also der milden Beeinträchtigung kognitiver Fähigkeiten. Viele Menschen mit MCI bekommen zwar Alzheimer - trotzdem ist MCI noch lange keine Diagnose dafür. Alzheimer-Patienten verlieren häufig nach und nach das sogenannte episodische Gedächtnis. Sie erinnern sich zum Beispiel nicht mehr, dass ein Gespräch vor einem Tag stattfand. Andere typische Merkmale sind: Der Betroffene hat Wortfindungsstörungen oder Probleme mit der räumlichen Wahrnehmung (beispielsweise Schwierigkeiten beim Krawatte knoten oder Auto einparken). Oder aber der Patient verliert die Orientierung - und vertut sich etwa mit der Zeit oder geht in eigentlich bekannten Umgebungen verloren.
Wie häufig kommt Alzheimer vor?
Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leben gegenwärtig 1,5 Millionen Demenzkranke in der Republik - zwei Drittel von ihnen sind von der AD betroffen. Jährlich treten mehr als 300.000 Neuerkrankungen auf. Weil die Bevölkerung immer älter wird, nimmt die Zahl der Demenzkranken kontinuierlich zu. Gelingt kein Durchbruch bei der Heilung und Prävention, wird sich den Schätzungen zufolge die Krankenzahl bis zum Jahr 2050 auf etwa 3 Millionen erhöhen.
Wie wird Alzheimer diagnostiziert?
Zu 100 Prozent kann man AD nur post mortem durch eine mikroskopische Untersuchung des Hirngewebes feststellen. Heutzutage lässt sich die Krankheit aber mit einer 95-prozentigen Sicherheit diagnostizieren. Der Arzt muss dafür die kognitiven Fähigkeiten des Betroffenen sorgfältig mit Hilfe bestimmter Tests prüfen. Dabei muss er ausschließen, dass es sich möglicherweise um andere - behebbare - Ursachen des Leistungsvermögens handelt (z.B. Störung der Schilddrüsenfunktion, Vitaminmangel oder Infekte). Ebenso muss der Arzt AD von anderen Demenzerkrankungen unterscheiden können. Dabei helfen ihm bildgebende Verfahren wie etwa die Magnetresonanztomografie (MRT) und Blutwertuntersuchungen, wobei die Blutwerte bei AD-Patienten normal sind. Liegt eine AD vor, ist meistens das Hirnvolumen in speziellen Regionen verringert. Zudem kann man die Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit auf die Menge bestimmter Proteine hin analyiseren. Auffällig sind besonders geringe Mengen an Beta-Amyloid und erhöhte Mengen an Tau-Protein (siehe Ursachen für AD).
Was sind die Ursachen?
Es gibt verschiedene Ursachen für AD. Eine der wichtigsten Akteure sind die sogenannten Tau-Proteine: Sie regulieren den Zusammenbau der Mikrotubili, den Transportbahnen der Zelle, indem sie daran binden. Bei AD lösen sich die Tau-Proteine aus noch weitgehend ungeklärter Ursache von den Mikrotubuli und "verfilzen" zu Tau-Protein-Bündeln, Tangles genannt. Dadurch bricht nach und nach der Transport in der Zelle zusammen - und sie stirbt. Im Hirn von AD-Patienten verklumpen aber noch andere Proteine: So lagern sich Beta-Amyloid-Moleküle außerhalb der Zellen an und bilden die gefürchteten Plaques. Auch in gesunden Menschen entsteht Beta-Amyloid aus dem Vorläuferprotein APP, indem dieses durch bestimmte Enzyme gespalten wird. Allerdings wird Beta-Amyloid normalerweise schnell im Gehirn abgebaut. Bei AD-Patienten sind entweder diese Abbaumechanismen gestört, oder aber die Zellen bilden zu viel Beta-Amyloid.
Was passiert im Gehirn eines Alzheimer-Kranken?
Besonders auffällig ist der massive Nervenzelltod - im Verlauf der Krankheit kann das Hirnvolumen um bis zu 20 Prozent schrumpfen. Warum die Nervenzellen sterben, ist noch nicht vollständig geklärt. Fest steht aber, dass die Bildung der Beta-Amyloid-Plaques sowie der Tangles (siehe Ursachen) den neuronalen Untergang auslösen: Durch Bildung der Tangles werden die Stabilisierungs- und Transportprozesse in den Zellen gestört; die Beta-Amyloid-Plaques lagern sich häufig in der Wand kleiner Blutgefäße ab, wodurch die Sauerstoffversorgung im Gehirn gestört wird.
Ist Alzheimer vererbbar?
Ja. Doch weniger als zwei Prozent aller Fälle von AD werden dominant vererbt. Das bedeutet, dass die Veränderung (Mutation) eines einzigen Gens für die Entstehung der Krankheit ausreicht. Statistisch gesehen können die Hälfte der Nachkommen eines Betroffenen ebenfalls erkranken. Bisher sind drei Gene der dominant vererbbaren AD-Form bekannt, eines davon ist das APP (siehe Ursachen). Solche Patienten erkranken in der Regel im Alter unter 60 Jahren. Es gibt auch Gene, die das Auftreten von AD begünstigen, jedoch als Ursache allein nicht ausreichen. Eines davon ist das ApoE4-Gen. Das ApoE-Gen kommt in drei häufigen Varianten vor, die man als Allele E2, E3 und E4 bezeichnet. Die Häufigkeit der E4-Variante beträgt zehn Prozent bei gesunden Menschen, bei AD-Patienten jedoch 30 bis 42 Prozent. Liegen eine oder zwei Kopien des E4-Allels vor, ist also die Wahrscheinlichkeit höher, an Alzheimer zu erkranken. In 90 Prozent aller Fälle wirken bei der Entstehung der AD jedoch erbliche Faktoren, Alterungsprozesse des Gehirns, Vorerkrankungen des Gehirns und Umwelteinflüsse zusammen. Deshalb raten Mediziner von genetischen Tests ab, da sie nicht zu einer sicheren Diagnose führen.
Was hat Altern mit Alzheimer zu tun?
Altern ist der wichtigste Risikofaktor für AD. Für gewöhnlich tritt AD erst ab einem Alter von über 60 Jahren auf. Der Anteil an Demenzkranken in der Bevölkerung steigt mit dem Alter (in der Gruppe von 65 bis 69 Jahren liegt sie bei 1,2 Prozent; 75-79 Jahre: sechs Prozent; 85-89 Jahre: 23,9 Prozent). Statistisch gesehen stellt sich bei etwa jedem dritten Menschen, der ein Alter von 65 Jahren erreicht, im weiteren Altersverlauf eine Demenz ein.
Gibt es Medikamente gegen die Krankheit?
Das Voranschreiten der AD lässt sich bisher weder verhindern noch stoppen. Die medikamentöse Therapie setzt deshalb an den Folge- und Begleiterscheinungen des Nervenzelluntergangs an. Derzeit gibt es drei Medikamentengruppen: Sogenannte Antidementiva, Antidepressiva und Neuroleptika. Antidementiva verbessern die Signalübertragung im Gehirn durch bestimmte Botenstoffe. Neuroleptika vermindern die Signalübertragung durch den Botenstoff Dopamin und wirken dadurch entspannend und beruhigend. Gegen Begleiterscheinungen wie Depressionen oder Verhaltensstörungen können Antidepressiva helfen.
Kann eine gesunde Lebensweise Alzheimer verhindern?
Einen sicheren Schutz vor Alzheimer gibt es bisher nicht. Dennoch haben eine Vielzahl an Studien ergeben, dass es eine Reihe von Risikofaktoren gibt, die mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für AD in Verbindung gebracht werden. Mediziner empfehlen deshalb eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, reich an Vitaminen C, E und Beta-Carotin sowie eine fett- und cholesterinarme Kost mit möglichst viel ungesättigten Fettsäuren. Auch Bluthochdruck und Diabetes erhöhen das Risiko. Und: Wer sich geistig fit hält und sozial aktiv ist, hat ebenfalls ein geringeres Risiko, an AD zu erkranken, wie zahlreiche Studien belegen.

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