Deutschland Fast jeder Vierte stirbt an Krebs

Schon heute werden jede zweite Frau und jeder vierte Mann in Deutschland älter als 85. Das zeigt eine aktuelle Statistik. Die meisten Menschen starben 2015 an Herz-Kreislauf-Leiden, gefolgt von Krebs.

Zwei Paar Hände (Symbolbild)
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Zwei Paar Hände (Symbolbild)


Auch wenn die Menschen immer älter werden, der Vorsprung der Frauen bei der Lebenserwartung vor den Männern bleibt erhalten: 2015 war fast die Hälfte der Frauen in Deutschland bei ihrem Tod mehr als 85 Jahre alt, bei den verstorbenen Männern war es nur ein Viertel. Das geht aus der Todesursachenstatistik hervor, die das Statistische Bundesamt veröffentlicht hat.

Insgesamt mussten Angehörige demnach in Deutschland von 925.000 Menschen Abschied nehmen, damit ist die Zahl der Todesfälle 2015 im Vergleich zu 2014 um 6,5 Prozent gestiegen. Bei der Todesursache hingegen beobachteten die Statistiker kaum Veränderungen.

Die meisten Menschen starben wie schon in den Vorjahren an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, eine entsprechende Diagnose dokumentierten die Ärzte in fast 40 Prozent der Fälle. "Vor allem bei älteren Menschen führten diese Erkrankungen zum Tod", berichtete Destatis-Mitarbeiterin Silvia Schelo. 92 Prozent dieser Verstorbenen waren demnach 65 Jahre alt und älter.

Nicht natürliche Todesursache: verantwortlich für vier Prozent

Die zweithäufigste Todesursache in Deutschland waren Krebserkrankungen. Beinahe ein Viertel aller Verstorbenen erlag 2015 einem Krebsleiden, insgesamt 226.337 Menschen. Während 122.916 Männer an den Folgen einer Krebserkrankung starben, waren es bei den Frauen 103.421.

Bei den Männern hatten die Mediziner am häufigsten bösartige Neubildungen der Verdauungsorgane - zum Beispiel in Bauchspeicheldrüse, Darm oder Magen - und Krebs der Atmungsorgane - Lungen und Bronchien - diagnostiziert. Bei Frauen kam es am häufigsten zu Brustkrebs, zusammengerechnet bildeten jedoch auch hier bösartige Neubildungen der Verdauungsorgane die größte Gruppe.

Pilzvergiftung, Blitz, Schlangenbiss

Vier Prozent aller Todesfälle (36.503) waren den Statistikern zufolge auf eine nicht natürliche Todesursache zurückzuführen, zum Beispiel auf eine Verletzung oder Vergiftung. In knapp 13.000 Fällen war ein Sturz die Ursache für den Tod. Durch Suizid beendeten 10.080 Menschen ihr Leben. Drei von vier Suizide wurden durch einen Mann verübt.

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irb/dpa



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