Deutschland Zahl der Drogentoten ist leicht gesunken

Heroin und Morphin töten noch immer über Tausend Menschen in Deutschland - jedes Jahr. Der Bundesdrogenbeauftragten Mortler zufolge starben 2017 aber weniger Suchtkranke als in den Vorjahren.

Eine benutzte Spritze am U-Bahnhof Hallesches Tor, Berlin
DPA

Eine benutzte Spritze am U-Bahnhof Hallesches Tor, Berlin


Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist erstmals seit 2012 wieder leicht gesunken. 1272 Menschen starben 2017 hierzulande an den Folgen des Konsums illegaler Substanzen. Das sind fast fünf Prozent weniger als 2016, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, am Dienstag in Berlin mitteilte.

Rund 85 Prozent der Verstorbenen waren demnach Männer. Insgesamt stieg das Durchschnittsalter von 38 auf 39 Jahre. Häufigste Todesursache mit 707 Fällen waren wie auch in den Vorjahren Vergiftungen mit Opioiden wie Heroin und Morphin. Bei Kokain und Crack gab es eine leichte Zunahme. Menschen, die an den Folgen von Alkohol- und Tabakkonsum gestorben sind, berücksichtigte die Statistik nicht.

Mortler sagte zur Gesamtentwicklung, der Rückgang sei besser als ein Zuwachs. Dies sei dennoch kein Grund zur Freude. Auch die aktuelle Zahl stehe noch für unermessliches Leid und 1272 Lebenswege, die anders verlaufen seien, als man es sich gewünscht habe. Eine engagierte Vorbeugungsarbeit sei weiterhin notwendig: "Es gilt, suchtkranke Menschen noch deutlich früher zu erreichen als bisher", so Mortler.

hei/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.