Diabetes Worauf Betroffene achten sollten

Wie läuft die Therapie von Diabetes Typ 2 ab, auf was Patienten am besten achten? Der Überblick.

Um die Insulinspritze kommen viele Menschen mit Diabetes Typ 2 herum
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Um die Insulinspritze kommen viele Menschen mit Diabetes Typ 2 herum

Von Lea Wolz


Wie sieht die Therapie aus?

Ein Typ-2-Diabetes lässt sich in der Regel gut behandeln. Wichtig ist, dass die Therapie dem Patienten angepasst wird. Das empfiehlt auch die aktuell gültige Leitlinie. Der Arzt sollte dem Patienten verständlich sein individuelles Risiko für Spätschäden erläutern und unter anderem Alter, andere Krankheiten und persönliche Vorlieben mit beachten. Auf dieser Grundlage sollen gemeinsam Therapieziele definiert werden - etwa für den sogenannten Blutzuckergedächtniswert HbA1c.

Für die Therapie liefert die Leitlinie ein grobes Gerüst.

  • Auf Stufe 1 geht es darum, den Lebensstil zu ändern - ohne Medikamente. Zur Basistherapie zählen, wenn möglich, regelmäßige Bewegung sowie der Verzicht auf Zigaretten und eine normale Ernährung, ohne übermäßigen Verzehr von Lebensmitteln, die den Blutzucker erhöhen. Schulungen sollen dabei helfen, die Veränderungen umzusetzen und ohne große Einschränkungen mit Diabetes zu leben.
  • Stufe 2: Ist der Blutzucker trotzdem zu hoch, können Ärzte nach drei bis sechs Monaten eine blutzuckersenkende Tablette verschreiben. Dabei gilt Metformin als Mittel der ersten Wahl.
  • Stufe 3: Reicht ein Medikament allein nicht aus, können nach weiteren drei bis sechs Monaten zwei orale Antidiabetika gegeben werden. Auch eine Therapie allein mit Insulin ist möglich - etwa, wenn die Tabletten nicht vertragen werden.
  • Auf Stufe 4 erfolgt eine intensive Therapie mit Insulin oder mehreren Diabetesmedikamenten.

Allerdings: Bevor der Blutzucker mit (mehreren) Medikamenten gesenkt wird, sollten Arzt und Patient besprechen, ob davon tatsächlich ein Nutzen zu erwarten ist. Insbesondere wenn neuere Antidiabetika zum Einsatz kommen, deren Wirkung oder Nebenwirkungen noch nicht ausreichend untersucht sind oder die sogar schaden können.

Worauf sollten Patienten achten?

  • Mehr Bewegung, Gewichtsabnahme und nur in Maßen Lebensmittel konsumieren, die den Blutzucker erhöhen. Dazu zählen gezuckerte Getränke, Getreideprodukte, Nudeln, Kartoffel, Reis, Obst, Kuchen, Gebäck, Joghurt, Milch und Süßigkeiten.
  • Eine gute Einstellung des Blutdrucks durch den Arzt, ein Rauchstopp und bei Risikopatienten eine Therapie mit Statinen. "Dadurch lässt sich das erhöhte Risiko von Diabetikern für Herz-Kreislauf-Erkrankungen besser senken als über den Zucker", sagt Hausarzt Til Uebel.
  • Bei leicht erhöhten Blutzuckerwerten sind zunächst ärztliche Kontrollen alle drei Monate ausreichend (gilt insbesondere für ältere Menschen)
  • Regelmäßig Füße und Augen untersuchen lassen.
  • Medikamente nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt verändern oder absetzen.

Eine Übersicht mit Fragen, die der Patient seinem Arzt vor dem Start der Behandlung stellen kann, findet sich hier (auf Seite 36).

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