Honorar für Überweisungen Dietrich Grönemeyer zahlt 100 Euro pro Patient

Der bekannte Mediziner Dietrich Grönemeyer zahlt nach SPIEGEL-Informationen Geld an Ärzte, die ihm Patienten überweisen. Im deutschen Gesundheitssystem sind solche Kopfprämien verboten.

Arzt Grönemeyer: Freie Arztwahl in Gefahr
DPA

Arzt Grönemeyer: Freie Arztwahl in Gefahr


Hamburg - Viele halten Dietrich Grönemeyer, Bruder des Sängers Herbert Grönemeyer, für Deutschlands berühmtesten Arzt. In seinem Bochumer Institut behandelt der Radiologe mit rund 20 Ärzten Menschen an der Prostata, am Herzen und am Bewegungsapparat. Nach Informationen des SPIEGEL zahlt das Institut Ärzten, die ihm Patienten schicken, ein Pauschalhonorar von 100 Euro. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 3/2015
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Dabei könnte es sich um Kopfprämien handeln, die im deutschen Gesundheitssystem verpönt sind. Grönemeyer und die kooperierenden Ärzte argumentieren, es handle sich um erbrachte Leistungen im Vorfeld der Behandlung. Dem widersprechen allerdings Kassen, mit denen Grönemeyer Verträge abgeschlossen hat. Laut Techniker Krankenkasse rechnen die niedergelassenen Ärzte ihre Leistungen selbst über die Chipkarte ab. Und Grönemeyer dürfe von den Pauschalen, die er von der Kasse erhalte, keinen Betrag für die Niedergelassenen abzweigen.

Die Ärztekammer Westfalen-Lippe erklärte gegenüber dem SPIEGEL, dass Vorteile für Ärzte bei Zuweisungen berufsrechtlich verboten sind. Der Dachverband der Betriebskrankenkassen sieht sogar die freie Arztwahl in Gefahr, wenn nicht der beste Arzt empfohlen werde, sondern derjenige, der dafür bezahlt.



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