Gesundheit Arzt soll mehrere Patienten mit Hepatitis C infiziert haben

In einer Klinik in Bayern hat ein mit Hepatitis C infizierter Arzt offenbar mehrere Patienten angesteckt. Bislang sind vier Fälle bekannt, weitere Personen könnten betroffen sein.

Arzt im OP-Saal (Symbolbild)
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Arzt im OP-Saal (Symbolbild)


In einer Klinik in Bayern sind vermutlich mehrere Patienten bei Operationen mit Hepatitis C infiziert worden.

"Nach bisherigem Kenntnisstand muss davon ausgegangen werden, dass die Übertragung des Virus durch einen Arzt des Krankenhauses erfolgte, der mit dem Virus infiziert war", teilte das Landratsamt Donau-Ries am Dienstag mit.

Wie genau der Mediziner die Patienten in der kommunalen Klinik im nordschwäbischen Donauwörth angesteckt haben soll, war zunächst nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet.

Vier Fälle bekannt

Wie die Behörde berichtete, sind dem Kreisgesundheitsamt bislang vier Fälle bekannt. Es wird allerdings nicht ausgeschlossen, dass weitere Patienten der Donau-Ries-Klinik betroffen sind.

Hepatitis C ist eine Lebererkrankung, das Virus wird auf dem Blutweg übertragen. Viele infizieren sich beim gemeinsamen Benutzen von Spritzen beim Drogenkonsum. Ebenfalls ein Risiko besteht bei nicht richtig durchgeführten Tätowierungen oder beim Piercen mit verunreinigten Nadeln.

Infektionen verlaufen nach Angaben des Robert Koch-Instituts meist chronisch und zählen zu den wichtigsten Ursachen von Leberzirrhose und Leberkrebs. Da die Infektion anfangs meist ohne Beschwerden verläuft, wird sie oft erst spät erkannt.

Weltweit 70 Millionen Menschen betroffen

In Deutschland sind 400.000 bis 500.000 Menschen mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert. Weltweit leiden etwa 70 Millionen Menschen unter der chronischen Form der Erkrankung.

Es gibt eine Therapie auf dem Markt, die Hepatitis C bei einem Großteil der Patienten und mit vergleichsweise wenigen Nebenwirkungen heilen kann. Das Medikament ist allerdings extrem teuer. Auch Ärzte in Deutschland tun sich deshalb mitunter schwer, den Stoff zu verschreiben.

Hilfsorganisationen haben vor dem Europäischen Patentamt in München Einspruch gegen das Patent des Pharmakonzerns Gilead auf den Wirkstoff eingelegt, um es für mehr Patienten zugänglich zu machen.

jme/dpa



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