Wirkstoff Meldonium Doping beim Curling - wie geht das?

Ein russischer Curler soll bei den Olympischen Winterspielen positiv auf die Substanz Meldonium getestet worden sein. Was ist das für ein Mittel?

Curler Alexander Kruschelnizki
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Curler Alexander Kruschelnizki


Bei den Olympischen Winterspielen steht ein Sportler aus Russland unter Dopingverdacht. Laut Berichten russischer Medien soll es sich um den Curler Alexander Kruschelnizki handeln, der im Mixed-Wettbewerb Bronze gewonnen hatte. Er wurde angeblich positiv auf Meldonium getestet. Die Substanz steht seit dem 1. Januar 2016 auf der Verbotsliste.

Meldonium ist in einigen Ländern als Herzmedikament zugelassen, es wird dort unter anderem bei Herzschwäche eingesetzt. Es ist auch unter dem Namen Mildronate bekannt. In Deutschland hat Meldonium keine Zulassung.

Der Wirkstoff soll den Stoffwechsel der Herzzellen beeinflussen, wodurch sie effektiver arbeiten. Aus diesem Grund ist das Mittel auch für Sportler attraktiv: Es kann demnach die Ausdauer steigern.

Jahrelang haben einige Sportärzte das Medikament empfohlen. So findet sich etwa Folgendes zu Meldonium in einem Konferenzbericht lettischer Sportwissenschaftler von 2012 - mit dem Hinweis, dass es nicht auf der Dopingliste stehe und keine ernsten Nebenwirkungen habe. "Mildronate steigert Ausdauer und Leistung von Athleten (Ringer, Judokas, Kanuten, Ruderer und Volleyballspieler)".

Sperre für Tennisspielerin Scharapowa

2016 wurde die Tennisspielerin Marija Scharapowa wegen Doping mit Meldonium für 15 Monate gesperrt. Scharapowa hatte betont, das Mittel aus medizinischen Gründen bereits seit zehn Jahren eingenommen zu haben. Sie habe nicht mitbekommen, dass es als Doping eingestuft wurde.

Bei einer Untersuchung der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) im Jahr 2014 konnte für den Wirkstoff ein hoher Missbrauch in verschiedenen Sportarten festgestellt werden. Da die Anwendung überwiegend aus nicht medizinischen Gründen zur Leistungssteigerung erfolgte, entschied die Wada, Meldonium ab 1. Januar 2016 für den Sport zu verbieten.

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Eine Auswertung von Dopingtests bei den Europaspielen in Baku 2015, als Meldonium noch erlaubt war, zeigte: In knapp neun Prozent der Proben war der Wirkstoff nachweisbar.

wbr/dpa



insgesamt 40 Beiträge
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alex300 18.02.2018
1. Mildronat ist in Russland ein Blockbuster-Medikament geworden
In so gut wie jeder Apotheke hängen jetzt riesengroße Werbeplakate mit Meldonium drauf. Erst das lächerliche Verbot seitens WADA hat diesen Medikament so bekannt und so populär gemacht. Der plötzliche Herztod beim Sport (PHT) ist gar keine Seltenheit. Allein in Deutschland sterben etwa 900 Sportler jährlich an einem Herztod. Sportarten mit den häufigsten Herztodesfällen sind Triathlon (1,5/100.000), Basketball, American Football (USA), Fußball und Laufen (0,8/100.000). Das Risiko, einen plötzlichen Herztod zu erleiden, liegt bei jungen Sportlern 2,5 mal höher als bei Nichtsportlern. (Aus Wikipedia) Meldonium schützt zuverlässig gegen PHT. Eigentlich, sollte Meldonium für jeden Leistungssportler Pflicht werden. Nicht nur in Russland!
bauklotzstauner 18.02.2018
2.
Zitat von alex300In so gut wie jeder Apotheke hängen jetzt riesengroße Werbeplakate mit Meldonium drauf. Erst das lächerliche Verbot seitens WADA hat diesen Medikament so bekannt und so populär gemacht. Der plötzliche Herztod beim Sport (PHT) ist gar keine Seltenheit. Allein in Deutschland sterben etwa 900 Sportler jährlich an einem Herztod. Sportarten mit den häufigsten Herztodesfällen sind Triathlon (1,5/100.000), Basketball, American Football (USA), Fußball und Laufen (0,8/100.000). Das Risiko, einen plötzlichen Herztod zu erleiden, liegt bei jungen Sportlern 2,5 mal höher als bei Nichtsportlern. (Aus Wikipedia) Meldonium schützt zuverlässig gegen PHT. Eigentlich, sollte Meldonium für jeden Leistungssportler Pflicht werden. Nicht nur in Russland!
Aber wenn die USADA der Wada erinredet, es wäre Doping, hat der PHT keine Chance! Es handelt sich um eine gezielte Kampange gegen Russland und osteuropäische Sportler, da das Medikament nur in diesen Kreisen Anwendung fand. Selbst namhafte Dopingexperten wie Perikles Simon aus Deutschland können sich nicht erklären, wieso das Medikament im Sport verboten wurde, während andere Medikamente, wie etwa Asthmamittel (in manchen Sportarten sind fast 100% der Atrhleten offiziell "Asthmatiker") weiterhin erlaubt sind. Die Dopingwirkung von Meldonium ist nahezu nicht nachweisbar. Die einzige bekannte, relevante Wirkung ist tatsächlich die Vorbeugung gegen Herzerkrankungen als Folge des Leistungssports.
karlo1952 18.02.2018
3. Ich frage mich
was man beim Curling dopen kann. Da braucht man doch keine besondere Kondition.
alexander72 18.02.2018
4. Quark: Asthmamittel sind genausowenig erlaubt wie Meldonium
Asthmamittel sind nur mit einem medizinischem Attest auf Antrag ausnahmsweise zulässig. Das gilt genauso auch für Meldonium. Nur kann man schwer erklären dass ein Athlet herzkrank wäre. Belastungsasthma ist halt eher plausibel und Asthmamittel werden übrigens genauso von russischen Athleten mit Genehmigung benutzt....
tilmazio 18.02.2018
5.
Zitat von alex300In so gut wie jeder Apotheke hängen jetzt riesengroße Werbeplakate mit Meldonium drauf. Erst das lächerliche Verbot seitens WADA hat diesen Medikament so bekannt und so populär gemacht. Der plötzliche Herztod beim Sport (PHT) ist gar keine Seltenheit. Allein in Deutschland sterben etwa 900 Sportler jährlich an einem Herztod. Sportarten mit den häufigsten Herztodesfällen sind Triathlon (1,5/100.000), Basketball, American Football (USA), Fußball und Laufen (0,8/100.000). Das Risiko, einen plötzlichen Herztod zu erleiden, liegt bei jungen Sportlern 2,5 mal höher als bei Nichtsportlern. (Aus Wikipedia) Meldonium schützt zuverlässig gegen PHT. Eigentlich, sollte Meldonium für jeden Leistungssportler Pflicht werden. Nicht nur in Russland!
Es gibt halt nun mal Regeln, und die gelten auch für russische Athleten, auch wenn sie aus einem Land kommen, das in vieler Hinsicht meint eigene Regeln aufstellen zu müssen, weil es die international üblichen Regeln als "lächerlich" empfindet und sich damit regelmäßig international ins Abseits stellen, von versuchten Wahlmanipulationen bis hin zu den ewigen, immer wieder scheiternden Versuche, durch Doping bei internationalen Sportwettkämpfen aufzutrumpfen. Dadurch hat Russland den Ruf und das Ansehen von derartigen Sportwettkämpfen dauerhaft, möglicherweise für immer beschädigt. Haltet Euch einfach an die Regeln, und versucht nicht, Euch im Nachhinein durch Troll-Postings zu verteidigen, wenn das Kind mal wieder in den Brunnen gefallen ist.
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