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Kampf gegen Epidemie: Arzt in Sierra Leone an Ebola gestorben

Er war einer der führenden Ärzte im Kampf gegen Ebola. Bei der Behandlung von Patienten infizierte sich Sheik Umar Khan selbst mit dem Virus. Jetzt ist er in Sierra Leone gestorben.

Sheik Umar Khan: Führender Arzt im Kampf gegen die Epidemie in Westafrika Zur Großansicht
REUTERS

Sheik Umar Khan: Führender Arzt im Kampf gegen die Epidemie in Westafrika

Hamburg/Freetown - Ein an Ebola erkrankter Arzt aus Sierra Leone ist tot. Das teilten seine Ärzte am Dienstagabend auf Twitter mit. Sheik Umar Khan sei in einer Klinik im Norden des Landes gestorben. Umar war einer der führenden Ärzte im Kampf gegen die Epidemie in Westafrika. Offenbar hatte er sich dabei selbst infiziert.

Mediziner der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" trauerten um den Verlust ihres Patienten und Kollegen Umar.

Viele Ärzte und Krankenschwestern haben sich während der Arbeit angesteckt. Die meisten überlebten nicht. Bereits vor wenigen Wochen war ein ugandischer Arzt in Liberia gestorben, am Wochenende erlag einer der führenden Mediziner des John F. Kennedy Medical Center in Monrovia der Krankheit. Auch zwei Amerikaner, die für eine Hilfsorganisation arbeiten, sind erkrankt.

Unbestätigten Berichten zufolge soll Umar einer der beiden Patienten gewesen sein, für den eine Behandlung in Hamburg beantragt worden war. Die Weltgesundheitsorganisation hatte angefragt, ob der Mitarbeiter einer Gesundheitsorganisation dort betreut werden könnte.

Es gebe zudem seit Montag eine Anfrage für einen zweiten möglichen Patienten aus Liberia, teilte die Bernhard-Nocht-Klinik in Hamburg am Dienstag mit.

sun/dpa

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insgesamt 13 Beiträge
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1. R.i.p.
activ8me 29.07.2014
Mein herzliches Beileid!
2. Sterbende Aerzte um Ebola
Ursprung 30.07.2014
Was zweierlei aufzeigt: es gibt noch Helden, die wissen um die Todesgefahr fuer sich selber und arbeiten dennoch weiter, anderen zu helfen. Das zweite: offenbar wird auch von Insidern die toedliche Gefahr, die von diesem Virus ausgeht, immer noch soweit unterschaetzt, dass sie sich nur unzureichend selber schuetzen (koennen).
3. gefährlicher als vielen bewusst
derbadener 30.07.2014
der Bericht zeigt vor allem wie gefährlich und ansteckend diese Erreger sind. Ich finde jeder Mediziner der da hilft Hut ab. Allerdings Infizierte nach Deutschland : Nein danke. Bei der Menge Ärzte die jetzt schon erkrankt bezweifle ich das die Götter in weiß das hier besser im Griff haben. Zumal ich schon einen "Castor" bräuchte um in sicher von A nach B zu bringen. Richtet lieber ordentliche Station Vorort zur Betreuung ein.
4. Grundsatzfrage
kraichgau12 30.07.2014
vor zwei Tagen wurde diese Schnapsidee,schon erkrankte Mediziner ins UKE zu überstellen,hier heiss diskutiert nun die Todesnachricht...welchen realen Sinn hätte die Überstellung nach HH gehabt? die Krankheit ist nicht medikamentös behandelbar,sondern es können nur die Symptome gelindert werden. Das in Afrika ebenso gut wie in HH, in HH allerdings haette das gleiche Risiko der Ansteckung des medizinischen Personals bestanden! Die Ärzte vor Ort tragen ja die komplette Schutzkleidung und stecken sich dennoch,wollen wir so einen "bedauerlichen" Zwischenfall eventuell in einer Millionenmetropole in D erleben? bei 60-90% Todesrate? die ganze Idee ist verantwortungslos und in höchstem Masse unbedacht. Schickt lieber alles notwendige an High End medizinischer Ausrüstung dorthin, zusammen mit !Freiwilligen!,die sich bewusst sind, das bei Erkrankung vor Ort therapiert werden muss.
5.
Trondesson 30.07.2014
Zitat von UrsprungWas zweierlei aufzeigt: es gibt noch Helden, die wissen um die Todesgefahr fuer sich selber und arbeiten dennoch weiter, anderen zu helfen. Das zweite: offenbar wird auch von Insidern die toedliche Gefahr, die von diesem Virus ausgeht, immer noch soweit unterschaetzt, dass sie sich nur unzureichend selber schuetzen (koennen).
Diese beiden Erkenntnisse stehen offensichtlich in direktem Zusammenhang miteinander. "Helden", die sich wider besseres Wissen ohne ausreichenden Schutz der Gefahr aussetzen, braucht die Welt in Zusammenhang mit einer Epidemie nicht, denn die werden ihren Job nur kurzfristig und unzureichend ausüben können, bevor sie der Seuche selbst zum Opfer fallen. Was dringend gebraucht wird, sind Ärzte mit gesundem Menschenverstand, die sich der Tatsache bewußt sind, daß sie sich vorrangig selbst schützen müssen, um anderen effektiv helfen zu können. Auch die Maßnahme, Patienten zur Behandlung nach Europa zu schicken und so der möglichen Ausbreitung der Seuche Vorschub zu leisten, läßt gesunden Menschenverstand vermissen. Stattdessen sollte man lieber sorgfältig ausgerüstete professionelle Teams anstatt voreilig unzureichend ausgerüstete und vorbereitete Freiwillige ins Seuchengebiet schicken, um vor Ort Hilfe zu leisten und die Ausbreitung einzudämmen. Fürchte aber, das letzte Wort in dieser Sache ist noch lange nicht gesprochen, und angesichts vermeintlich wichtigerer Probleme andererorts wird die Bekämpfung dieser Epidemie offensichtlich nicht mit dem nötigen Ernst angegangen.
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Das Ebolavirus
Ebolafieber
Die Erkrankung beginnt wie eine Erkältung: Fieber, Kopf-, Hals- und Muskelschmerzen sind meistens die ersten Symptome. Hinzu kommen Übelkeit und, nach fünf bis sieben Tagen, schwere Schleimhautblutungen im Magen-Darm- und Genitaltrakt. Die für die Blutgerinnung wichtigen Blutplättchen (Thrombozyten) sind bei vielen Patienten stark verringert, die Patienten drohen innerlich zu verbluten. Später versagen die Nieren ihren Dienst, schließlich das Herz-Kreislauf-System. Eine Heilung gibt es bislang nicht, 50 bis 80 Prozent aller Betroffenen sterben.
Virus
Die Viren stammen vor allem aus Afrika und Südostasien. Sie gehören zu den sogenannten Filo-Viren, von denen bislang drei Stämme bekannt sind (Ebola-, Marburg- und Reston-Virus). Vor allem Ebola- und Marburg-Virus ähneln sich stark und lassen sich anhand der Symptome beim Menschen nur schwer unterscheiden. Allerdings unterscheiden sie sich in ihren Antigenstrukturen.
Ansteckung
Die Übertragung der Ebolaviren von Mensch zu Mensch findet durch infizierte Körpersekrete statt. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis 21 Tage. Ist von einer Infektion noch nichts bekannt, können sich die Viren innerhalb eines Krankenhauses immer dann ausbreiten, wenn Hygienemaßnahmen nicht streng verfolgt werden. Zur Vermeidung von Ansteckungen muss das Krankenhauspersonal engen Kontakt zum Infizierten meiden und ihn isolieren. Vor allem mit Blut und anderen Sekreten kontaminiertes Material muss fachgerecht entsorgt werden.

In Deutschland gibt es in neun Städten Sonderisolierstationen: in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Düsseldorf, Leipzig, Würzburg, Stuttgart und Saarbrücken.
Nachweis
Um eine Infektion mit Ebolaviren zu diagnostizieren, muss ein Labor entweder die Viren selbst, Bestandteile oder spezifische Antikörper gegen die Erreger nachweisen. Es besteht Meldepflicht.
Epidemien
Häufig gehen Epidemien beim Menschen von infizierten Menschenaffen aus, der Hauptwirt des Virus ist jedoch noch nicht bekannt.

2000 erkrankten in Uganda 425 Menschen bei ein Epidemie, mehr als die Hälfte (53%) starb.

2003 breitete sich das Virus in Kongo-Brazzaville aus, 140 Menschen erkrankten, 123 starben.

2007 war wieder Uganda betroffen: Laut Weltgesundheitsbehörde WHO erkrankten 121 Menschen, 35 fielen der Infektion zum Opfer.

2009 war die Demokratische Republik Kongo betroffen: Von 36 Betroffenen starben nach Angaben der WHO zwölf.

Seit Dezember 2013 grassiert das Ebolavirus in Westafrika. Es ist der bisher größte bekannte Ausbruch. Bis Mitte August 2014 starben mehr als 1000 Menschen an den Folgen einer Infektion.

Zu weiteren Ausbrüchen kam es im Sudan, Gabun und an der Elfenbeinküste.

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