Gefährliches Virus Ebola-Ausbruch im Kongo ist beendet

Seit 42 Tagen ist im Kongo niemand mehr an Ebola erkrankt. Damit gilt das Land offiziell als Ebola-frei. Das Virus zählt zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt.

Fiebermessen am Flughafen in Kinshasa
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Fiebermessen am Flughafen in Kinshasa


Bewohner und Helfer im Kongo können aufatmen. Seit 42 Tagen habe es in dem Land keine bekannte Ebola-Erkrankung gegeben. Das bedeute das Ende der Epidemie in der Äquator-Provinz, erklärten das kongolesische Gesundheitsministerium und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag.

Der Erfolg im Kampf gegen das hoch ansteckende Fieber, das mit Blutungen einhergeht, sei auch der raschen Unterstützung durch alle Partner zu verdanken. Insgesamt setzte die internationale Gemeinschaft laut WHO rund 63 Millionen Dollar ein, um die Epidemie zu bekämpfen - etwa ein Zehntel davon kam aus Deutschland.

Der Ausbruch in dem zentralafrikanischen Land war Anfang Mai bekannt geworden. Neben Erkrankungen in extrem ländlichen Provinzen traten einzelne Krankheitsfälle auch in der Millionenstadt Mbandaka auf. Helfer fürchteten dadurch eine rasche Ausbreitung der Seuche in weitere Teile des Landes.

Mann erhält experimentellen Impfstoff
AP

Mann erhält experimentellen Impfstoff

Um das zu verhindern, machten Helfer unter anderem Kontaktpersonen der Infizierten ausfindig, boten ihnen eine experimentelle Impfung an und überwachten sie auf Anzeichen einer Ansteckung. Eine weitere Verbreitung des Virus blieb aus.

33 Todesfälle seit Beginn des Ausbruchs

Insgesamt starben 33 Menschen bei dem Ausbruch, bei 17 der Opfer wurde das Ebola-Virus im Labor nachgewiesen. Da manche Betroffenen in extrem ländlichen Gebieten mit kaum Infrastruktur wohnten, wurde nicht bei allen ein Test durchgeführt. Es war bereits die neunte Ebola-Epidemie im Kongo in den vergangenen 40 Jahren.

Noch immer fehlt ein wirksames Medikament gegen das Virus, das etwa die Hälfte der Infizierten tötet. Dafür konnten Ärzte im Kongo erstmals auf ein Mittel zurückgreifen, das Helfer und Angehörige vor einer Infektion schützen könnte: einen Impfstoff.

Nachdem die ersten Ebola-Fälle im Kongo bekannt wurden, organisierten das Gesundheitsministerium und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 7500 Dosen des Medikaments. Jetzt müssen Studien zeigen, ob es Hinweise auf eine Wirkung gibt. Die einzigen Praxiserfahrungen stammten zuvor aus Westafrika. Dort testeten Forscher das experimentelle Mittel, als die Epidemie bereits am Abklingen war und nur noch wenige Menschen erkrankten.

Ebola gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Bei einer verheerenden Epidemie 2014 und 2015 starben in Liberia, Guinea und Sierra Leone mehr als 11.000 Menschen.

Video: Ebola-Ausbruch im Jahr 1995

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irb/dpa

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